Gerhardt

Ach treuer Gott, barmherzigs Herz

1) Ach treuer Gott, barmherzigs Herz, des Güte sich nicht endet, ich weiß, dass mir dies Kreuz und Schmerz dein Vaterhand zusendet. Ja, Herr, ich weiß, dass diese Last du mir aus Lieb erteilet hast und gar aus keinem Hasse.

2) Denn das ist allzeit dein Gebrauch: wer Kind ist, muss was leiden. Und wen du liebst, den stäupst du auch, schickst Trauern vor den Freuden, führst uns zur Höllen, tust uns weh und führst uns wieder in die Höh, und so geht eins ums ander.

3) Du führst ja wohl recht wunderlich die, so dein Herz ergötzen: was leben soll, muss erstlich sich ins Todes Höhle setzen. Was steigen soll zur Ehr empor, liegt auf der Erd und muss sich vor im Kot und Staube wälzen.

4) Das hat, Herr, dein geliebter Sohn selbst wohl erfahrn auf Erden. Denn eh er kam zum Ehrenthron, musst er gekreuzigt werden. Er ging durch Trübsal, Angst und Not, ja durch den herben bittern Tod drang er zur Himmelsfreude.

5) Hat nun dein Sohn, der fromm und recht, so willig sich ergeben, was will ich armer Sündenknecht dir viel zuwider streben? Er ist der Spiegel der Geduld, und wer sich sehnt nach seiner Huld, der muss ihm endlich werden.

6) Ach, liebster Vater, wie so schwer ists der Vernunft, zu glauben, dass du demselben, den du sehr schlägst, solltest günstig bleiben! Wie macht doch Kreuz so lange Zeit! Wie schwerlich will sich Lieb und Leid zusammen lassen reimen!

7) Was ich nicht kann, das gib du mir, o höchstes Gut der Frommen! Gib, dass mir nicht des Glaubens Zier durch Trübsal werd entnommen! Erhalte mich, o starker Hort! Befestge mich in deinem Wort, behüte mich vor Murren!

8) Bin ich ja schwach, lass deine Treu mir an die Seite treten, hilf, dass ich unverdrossen sei zum Rufen, Seufzen, Beten! So lang ein Herze hofft und gläubt und im Gebet beständig bleibt, so lang ists unbezwungen.

9) Greif mich auch nicht zu heftig an, damit ich nicht vergehe! Du weißt wohl, was ich tragen kann, wies um mein Leben stehe. Ich bin ja weder Stahl noch Stein: wie balde geht ein Wind herein, so fall ich hin und sterbe.

10) Ach Jesu, der du worden bist mein Heil mit deinem Blute, du weißt gar wohl, was Kreuze ist und wie dem sei zu Mute, den Kreuz und großes Unglück plagt. Drum wirst du, was mein Herze klagt, gar gern zu Herzen fassen.

11) Ich weiß, du wirst in deinem Sinn mit mir Mitleiden haben und mich, wie ichs jetzt dürftig bin, mit Gnad und Hilfe laben. Ach stärke meine schwache Hand, ach heil und bring in bessern Stand das Straucheln meiner Füße!

12) Sprich meiner Seel ein Herze zu und tröste mich aufs beste, denn du bist ja der Müden Ruh, der Schwachen Turm und Feste, ein Schatten für der Sonnen Hitz, ein Hütte, da ich sicher sitz in Sturm und Ungewitter.

13) Und weil ich ja nach deinem Rat hie soll ein wenig leiden, so lass mich auch in deiner Gnad als wie ein Schäflein weiden, dass ich im Glauben die Geduld und durch Geduld die edle Huld nach schwerer Prob erhalte.

14) O heilger Geist, du Freudenöl, das Gott vom Himmel schicket, erfreue mich, gib meiner Seel was Mark und Bein erquicket! Du bist der Geist der Herrlichkeit, weißt, was für Freud und Seligkeit mein in dem Himmel warte.

15) Ach lass mich schauen, wie so schön und lieblich sei das Leben, das denen, die durch Trübsal gehn, du dermaleinst wirst geben. Ein Leben, gegen welches hier die ganze Welt mit ihrer Zier durchaus nicht zu vergleichen.

16) Daselbst wirst du in ewger Lust aufs süß'ste mit mir handeln: mein Kreuz, das dir und mir bewusst, in Freud und Ehre wandeln. Da wird mein Weinen lauter Wein, mein Ächzen lauter Jauchzen sein! Das glaub ich. Hilf mir! Amen.

Ach, Herr, wie lange willst du mein nur Text

1) Ach Herr, wie lange willst du mein so ganz und gar vergessen? Wie lange soll der Sorgen Stein mich und mein Herze pressen? Wie lange soll dein Angesicht sich von mir wenden? Willst du nicht dich meiner mehr erbarmen?

2) Wie lange soll ich armes Kind der Seelen Ruh entbehren? Wie lange soll der Sturm und Wind der Herzensangst gewähren? Wie lange soll mein stolzer Feind, ders niemals gut, stets böse meint, sich über mich erheben?

3) Ach, schaue doch, mein Gott und Hort, von deiner heilgen Hütte und höre meiner Klage Wort und hochbetrübte Bitte. Gib meinen Augen Kraft und Macht und lass des Todes finstre Nacht mich nicht so bald befallen!

4) Sonst würde meiner Feinde Mund des Ruhms kein Ende machen. Sie würden mein, als der zu Grund und Boden gangen, lachen: da liegt der, würden sie mit Freud herprahlen, der uns jederzeit so viel zu schaffen machte!

5) Ich kenne sie und weiß gar wohl, was sie im Schilde führen, ihr Herz ist aller Bosheit voll, lässt sich nichts Guts regieren. Du aber bist der fromme Mann, Herr, mein Gott, der nicht lassen kann die, so sich zu dir halten.

6) Des tröst ich mich und hoffe drauf du wirst auch mir fromm bleiben und aller bösen Tücke Lauf gewaltig hintertreiben. Mein Herze freut sich, wenns bedenkt, wie gern du stets dein Heil geschenkt dem, der sich dir vertrauet.

7) Das tu ich, Herr. ich traue dir: du bist mein einzge Freude, bewehrest mich, tust wohl an mir und führst mich aus dem Leide. Dafür will ich mein Leben lang dir manchen schönen Lobgesang zum Dank und Opfer bringen.

Alles Ding währt seine Zeit (Kanon) (1653)

Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

Also hat Gott die Welt geliebt, das merke, wer es höret! nur Text

1) Also hat Gott die Welt geliebt Das merke, wer es höret die Welt, die Gott so hoch betrübt, hat Gott so hoch geehret, dass Er sein'n eingebornen Sohn, den ein'gen Schatz, die ein'ge Kron, das ein'ge Herz und Leben mit Willen hingegeben.

2) Ach, wie muss doch ein ein'ges Kind bei uns hie auf der Erden, da man doch nichts als Bosheit findt, so hoch geschonet werden; wie hitzt, wie brennt der Vatersinn, wie gibt und schenkt er alles hin, eh als er an das Schenken des ein'gen nur will denken!

3) Gott aber schenkt, aus freiem Mut und treuem milden Herzen, sein ein'ges Kind, sein schönstes Gut in mehr als tausend Schmerzen: er gibt ihn in viel Schmach und Pein, ja in den Kreuzestod hinein, zu unerhörtem Leide stößt Gott sein' ein'ge Freude!

4) Warum doch das? Dass du, o Welt, frei wieder möchtest stehen und durch ein teures Lösegeld aus deinem Kerker gehen. Denn du weißt wohl, du schnöde Braut, wie, da dich Gott ihm anvertraut, du, wider deinen Orden, ihm allzu untreu worden.

5) Darüber hat dich Sünd und Tod und Satanas Gesellen zu bittrer Angst und harter Not beschlossen in der Höllen. Und ist hier gar kein andrer Rat als der, den Gott gegeben hat; wer den hat, wird dem Haufen der Höllen Feind' entlaufen.

6) Gott hat uns seinen Sohn verehrt, dass aller Menschen Wesen, so mit dem ewgen Fluch beschwert, durch diesen soll genesen. Wen die Verdammnis hat umschränkt, der soll durch den, den Gott geschenkt, Erlösung, Trost und Gaben des ewgen Lebens haben.

7) Ach mein Gott, mein Lebens Grund, wo soll ich Worte finden? Mit was für Lobe soll mein Mund dein treues Herz ergründen? Wie ist dir immer mehr geschehn? Was hast du an der Welt ersehn, dass, die so hoch dich höhnet, du so gar hoch gekrönet?

8) Warum behieltst du nicht dein Recht und ließest ewig pressen diejen'ge, die dein Recht geschwächt und freventlich vergessen? Was hattest du an der für Lust, von welcher dir doch war bewusst, dass sie für dein Verschonen dir schändlich würde lohnen?

9) Das Herz im Leibe weinet mir vor großem Leid und Grämen, wenn ich bedenke, wie wir dir so gar schlecht uns bequemen: die meisten wollen deiner nicht, und was du ihnen zugericht durch deines Sohnes Büßen, das treten sie mit Füßen.

10) Du, frommer Vater, meinst es gut mit allen Menschenkindern, du ordnest deines Sohnes Blut und reichst es allen Sündern, willst, dass sie mit der Glaubenshand das, was du ihnen zugewandt, sich völlig zu erquicken, fest in ihr Herze drücken.

11) Sieh aber, ist nicht immerfort dir alle Welt zuwider? Du bauest hier, du bauest dort, die Welt schlägt alles nieder: darum erlangt sie auch kein Heil, sie bleibt im Tod und hat kein Teil am Reiche, da die Frommen, die Gott gefolgt, hinkommen.

12) An dir, o Gott, ist keine Schuld, du, du hast nichts verschlafen: der Feind und Hasser deiner Huld ist Ursach deiner Strafen, weil er den Sohn, der ihm so klar und nah ans Herz gestellet war, auch einzig helfen sollte, durchaus nicht haben wollte.

13) So fahre hin, du tolle Schar, ich bleibe bei dem Sohne. Dem geb ich mich, des bin ich gar, und Er ist meine Krone. Hab ich den Sohn, so hab ich gnug, er ist, der meine Sünde trug, sein Angst ist meine Freude, sein Sterben meine Weide.

14) Ich freue mich, so oft und viel ich dieses Sohns gedenke. Dies ist mein Lied und Saitenspiel, wann ich mich heimlich kränke, wenn meine Sünd und Missetat will größer sein als Gottes Gnad, und wenn mir meinen Glauben mein eigen Herz will rauben.

15) Ei, sprech ich, war mein Gott geneigt, da wir noch Feinde waren, so wird Er ja, der kein Recht beugt, nicht feindlich mit mir fahren anitzo, da ich ihm versühnt, da, was ich Böses je verdient, sein Sohn, der nichts verschuldet, so wohl für mich erduldet.

16) Fehlts hie und da: Ei unverzagt! Lass Sorg und Kummer schwinden! Der mir das Größte nicht versagt, wird Rat zum Kleinern finden. Gott hat mir seinen Sohn geschenkt und für mich in den Tod gesenkt: wie sollt er, lasst uns denken! Nicht alles mit Ihm schenken!

17) Ich bin's gewiss und sterbe drauf nach meines Gottes Willen: mein Kreuz und ganzer Lebenslauf wird sich noch fröhlich stillen. Hier hab ich Gott und Gottes Sohn, und dort bei Gottes Stuhl und Thron da wird fürwahr mein Leben in ewgen Freuden schweben.

Auf den Nebel folgt die Sonn

1) Auf den Nebel folgt die Sonn, auf das Trauern Freud und Wonn, auf die schwere bittre Pein stellt sich Trost und Labsal ein. Meine Seele, die zuvor sank bis zu dem Höllentor, steigt nun bis zum Himmelschor.

2) Der, vor dem die Welt erschrickt, hat mir meinen Geist erquickt, seine hohe starke Hand reißt mich aus der Höllen Band. Alle seine Lieb und Güt Überschwemmt mir mein Gemüt und erfrischt mir mein Geblüt.

3) Hab ich vormals Angst gefühlt, hat der Gram mein Herz zerwühlt, hat der Kummer mich beschwert, hat der Satan mich betört: ei, so bin ich nunmehr frei, heil und Rettung, Schutz und Treu steht mir wieder treulich bei.

4) Nun erfahr ich, schnöder Feind, wie du's habst mit mir gemeint, du hast wahrlich mich mit Macht in dein Netz zu ziehn gedacht. Hätt ich dir zuviel getraut, hättst du, eh ich zugeschaut, mir zu Fall ein Sieb gebaut.

5) Ich erkenne deine List, da du mit erfüllet bist. Du belügst mir meinen Gott und machst seinen Ruhm zu Spott: wann er setzt, so wirfst du üm. Wann er spricht, verkehrt dein Grimm seine süße Vaterstimm.

6) Hoff und wart ich alles Guts, bin ich froh und gutes Muts, rückst du mir aus meinem Sinn alles gute Sinnen hin: Gott ist, sprichst du, fern von dir, alles Unglück bricht herfür, steht und liegt vor deiner Tür.

7) Heb dich weg, verlogner Mund! Hie ist Gott und Gottes Grund, hie ist Gottes Angesicht und das schöne helle Licht seines Segens, seiner Gnad; all sein Wort und weiser Rat steht vor mir in voller Tat.

8) Gott lässt keinen traurig stehn, noch mit Schimpf zurückegehn, der sich ihm zu eigen schenkt und ihn in sein Herze senkt. Wer auf Gott sein Hoffnung setzt, findet endlich und zuletzt was ihm Leib und Seel ergetzt.

9) Kommts nicht heute, wie man will, sei man nur ein wenig still: ist doch morgen auch ein Tag, da die Wohlfahrt kommen mag. Gottes Zeit hält ihren Schritt, wann die kommt, kommt unsre Bitt und die Freude reichlich mit.

10) Ach, wie ofte dacht ich doch, da mir noch des Trübsals Joch auf dem Haupt und Halse saß und das Leid mein Herze fraß: nun ist keine Hoffnung mehr, auch kein Ruhen, bis ich kehr in das schwarze Totenmeer.

11) Aber mein Gott wandt es bald, heilt und hielt mich dergestalt, dass ich, was sein Arm getan, nimmermehr gnug preisen kann. Da ich weder hie noch da einen Weg zur Rettung sah, hatt ich seine Hilfe nah.

12) Als ich furchtsam und verzagt mich selbst und mein Herze plagt, als ich manche liebe Nacht mich mit Wachen krank gemacht, als mir aller Mut entfiel: tratst du, mein Gott, selbst ins Spiel, gabst dem Unfall Maß und Ziel.

13) Nun, so lang ich in der Welt haben werde Haus und Zelt, soll mir dieser Wunderschein stets vor meinen Augen sein. Ich will all mein Leben lang meinem Gott mit Lobgesang hiefür bringen Lob und Dank.

14) Allen Jammer, allen Schmerz, den des ewgen Vaters Herz mir schon jetzo zugezählt oder künftig auserwählt, will ich hier in diesem Lauf meines Lebens allzuhauf frisch und freudig nehmen auf.

15) Ich will gehn in Angst und Not, ich will gehn bis in den Tod, ich will gehn ins Grab hinein und doch allzeit fröhlich sein. Wem der Stärkste bei will stehn, wen der Höchste will erhöhn, kann nicht ganz zugrunde gehn.

Auf den Nebel folgt die Sonne (1653)

1) Auf den Nebel folgt die Sonne, auf das Trauern Freud und Wonne, auf die schwere bittre Pein stellt sich Trost und Labsal ein. Meine Seele, die zuvor sank bis zu dem Höllentor, steigt nun bis zum Himmelschor.

2) Der, vor dem die Welt erschrickt, hat mir meinen Geist erquickt, seine hohe starke Hand reißt mich aus der Höllen Band. Alle seine Lieb und Güt Überschwemmt mir mein Gemüt und erfrischt mir mein Geblüt.

3) Hab ich vormals Angst gefühlt, hat der Gram mein Herz zerwühlt, hat der Kummer mich beschwert, hat der Satan mich betört: ei, so bin ich nunmehr frei, heil und Rettung, Schutz und Treu steht mir wieder treulich bei.

4) Nun erfahr ich, schnöder Feind, wie dus habst mit mir gemeint, du hast wahrlich mich mit Macht in dein Netz zu ziehn gedacht. Hätt ich dir zuviel getraut, hättst du, eh ich zugeschaut, mir zu Fall ein Sieb gebaut.

5) Ich erkenne deine List, da du mit erfüllet bist. Du belügst mir meinen Gott und machst seinen Ruhm zu Spott: wann er setzt, so wirfst du üm. Wann er spricht, verkehrt dein Grimm seine süße Vaterstimm.

6) Hoff und wart ich alles Guts, bin ich froh und gutes Muts, rückst du mir aus meinem Sinn alles gute Sinnen hin: Gott ist, sprichst du, fern von dir, alles Unglück bricht herfür, steht und liegt vor deiner Tür.

7) Heb dich weg, verlogner Mund! Hie ist Gott und Gottes Grund, hie ist Gottes Angesicht und das schöne helle Licht seines Segens, seiner Gnad; all sein Wort und weiser Rat steht vor mir in voller Tat.

8) Gott lässt keinen traurig stehn, noch mit Schimpf zurückegehn, der sich ihm zu eigen schenkt und ihn in sein Herze senkt. Wer auf Gott sein Hoffnung setzt, findet endlich und zuletzt was ihm Leib und Seel ergetzt.

9) Kommts nicht heute, wie man will, sei man nur ein wenig still: ist doch morgen auch ein Tag, da die Wohlfahrt kommen mag. Gottes Zeit hält ihren Schritt, wann die kommt, kommt unsre Bitt und die Freude reichlich mit.

10) Ach, wie ofte dacht ich doch, da mir noch des Trübsals Joch auf dem Haupt und Halse saß und das Leid mein Herze fraß: nun ist keine Hoffnung mehr, auch kein Ruhen, bis ich kehr in das schwarze Totenmeer.

11) Aber mein Gott wandt es bald, heilt und hielt mich dergestalt, dass ich, was sein Arm getan, nimmermehr gnug preisen kann. Da ich weder hie noch da einen Weg zur Rettung sah, hatt ich seine Hilfe nah.

12) Als ich furchtsam und verzagt mich selbst und mein Herze plagt, als ich manche liebe Nacht mich mit Wachen krank gemacht, als mir aller Mut entfiel: tratst du, mein Gott, selbst ins Spiel, gabst dem Unfall Maß und Ziel.

13) Nun, so lang ich in der Welt haben werde Haus und Zelt, soll mir dieser Wunderschein stets vor meinen Augen sein. Ich will all mein Leben lang meinem Gott mit Lobgesang hiefür bringen Lob und Dank.

14) Allen Jammer, allen Schmerz, den des ewgen Vaters Herz mir schon jetzo zugezählt oder künftig auserwählt, will ich hier in diesem Lauf meines Lebens allzuhauf frisch und freudig nehmen auf.

15) Ich will gehn in Angst und Not, ich will gehn bis in den Tod, ich will gehn ins Grab hinein und doch allzeit fröhlich sein. Wem der Stärkste bei will stehn, wen der Höchste will erhöhn, kann nicht ganz zugrunde gehn.

Auf, auf, mein Herz, mit Freuden (1647)

1) Auf, auf, mein Herz, mit Freuden nimm wahr, was heut geschieht; wie kommt nach großem Leiden nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist.

2) Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei; eh er's vermeint und denket, ist Christus wieder frei und ruft "Viktoria", schwingt fröhlich hier und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Mut behält.

3) Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will entnehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jesus Christ aus Lieb erworben ist.

4) Die Höll und ihre Rotten, die krümmen mir kein Haar; der Sünden kann ich spotten, bleib allzeit ohn Gefahr. Der Tod mit seiner Macht wird nichts bei mir geacht’; er bleibt ein totes Bild, und wär er noch so wild.

5) Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn; sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn. Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht; das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick.

6) Ich hang und bleib auch hangen an Christus als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd, durch Not, er reißet durch die Höll; ich bin stets sein Gesell.

7) Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach und darf mich gar nicht kehren an einzig Ungemach. Es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt sich mein an, mein Heiland ist mein Schild, der alles Toben stillt.

8) Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Worten der Reim gelesen wird: Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht.

Auf, meine Seele, singe!

1) Auf, meine Seele, singe, mach's lieblich gut und schön! Wert ist Er's allerdinge, dass wir ihn froh erhöhn. Der Herr hat unser Leben bis hierher treu bewacht; drum sei es unser Streben, dass Ihm werd Ruhm gebracht!

2) Der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer erstanden ja auf Sein "Werde" und blüht zu Seiner Ehr! Doch sel'ge Menschenkinder, die Er so hoch erkor; ein gotterkaufter Sünder bringt schönres Lob hervor!

3) Ach, wir sind viel zu wenig, Dich würdig zu erhöhn; wir bitten untertänig, woll'st gnädig auf uns sehn; wenn wir auch jetzt uns üben, so stehe Du uns bei, dass unser Streben "Lieben" und Deine "Ehre" sei!

Barmherzger Vater, höchster Gott (1656)

1) Barmherz'ger Vater, höchster Gott, gedenk an deine Worte! Du sprichst: Ruf mich an in der Not und klopf an meine Pforte, so will ich dir Errettung hier nach deinem Wunsch erweisen, dass mich dein Mund aus Herzensgrund in Fröhlichkeit soll preisen.

2) Befiehl dem Herrn nur früh und spat all deine Weg und Sachen, er weiß zu geben Rat und Tat, kann alles richtig machen. Wirf auf ihn hin, was dir im Sinn liegt und dein Herz betrübet, er ist dein Hirt, der wissen wird zu schützen, was er liebet.

3) Der fromme Vater wird sein Kind in seine Arme fassen und, die gerecht und gläubig sind, nicht stets in Unruh lassen. Drum, lieben Leut, hofft allezeit auf den, der völlig labet. Vor dem schütt aus, was ihr im Haus und auf dem Herzen habet.

4) Ach, süßer Hort, wie tröstlich klingt, was du versprichst den Frommen: ich will, wenn Trübsal einher dringt, ihm selbst zu Hilfe kommen, er liebet mich, drum will auch ich ihn lieben und beschützen, er soll bei mir im Schoße hier frei aller Sorgen sitzen.

5) Der Herr ist allen denen nah, die sich zu ihm nur finden, wann sie ihn rufen, steht er da, hilft fröhlich überwinden all' Angst und Weh, hebt in die Höh' die schon darnieder liegen. Er macht und schafft, dass sie viel Kraft und große Stärke kriegen.

6) 'Fürwahr, wer meinen Namen ehrt', spricht Christus, 'und fest gläubet, des Bitte wird von Gott erhört, sein Herzenswunsch bekleibet.' so tret heran ein jedermann! Wer bittet, wird empfangen, und wer da sucht, der wird die Frucht mit großem Nutz erlangen.

7) Hört, was dort jener Richter sagt: "Ich muss die Witwe hören, dieweil sie mich so treibt und plagt. Sollt denn sich Gott nicht kehren zu seiner Schar, die hier und dar bei Nacht und Tage schreien? Ich sag und halt: er wird sie bald aus aller Angst befreien.

8) Wenn der Gerecht' in Nöten weint, will Gott ihn fröhlich machen. Und die zerbrochnes Herzens seind, die sollen wjeder lachen. Wer fromm will sein, muss in der Pein und Jammerstraße wallen. Doch steht ihm bei des Höchsten Treu' und hift ihm aus dem allen.

9) Ich hab dich einen Augenblick, o liebes Kind, verlassen, sieh aber, sieh, mit großem Glück und Trost ohn' alle Maßen will ich dir schon die Freudenkron aufsetzen und verehren. Dein kurzes Leid soll sich in Freud und ew'ges Heil verkehren."

10) Ach lieber Gott, ach Vaterherz, mein Trost von so viel Jahren, wie lässt du mich so manchen Schmerz und große Angst erfahren! Mein Herze schmacht't, mein Auge wacht und weint sich krank und trübe. Mein Angesicht verliert sein Licht vom Seufzen, das ich übe.

11) Ach Herr, wie lange willst du mein so ganz und gar vergessen? Wie lange soll ich traurig sein und mein Leid in mich fressen? Wie lang ergrimmt dein Herz und nimmt dein Antlitz meiner Seelen? Wie lange soll ich sorgenvoll mein Herz im Leibe quälen?

12) Willst du verstoßen ewiglich und kein Guts mehr erzeigen? Soll dein Wort und Verheißung sich nun ganz zu Grunde neigen? Zürnst du so sehr, dass du nicht mehr dein Heil magst zu mir senden? Doch Herr, ich will dir halten still, dein Hand kann alles wenden.

13) Nach dir, o Herr, verlanget mich im Jammer dieser Erden. Mein Gott, ich harr und hoff auf dich, lass nicht zu schanden werden, Herr, deinen Freund, dass nicht mein Feind sich freu und jubiliere, gib mir vielmehr, dass ich zur Ehr ersteig und triumphiere.

14) Ach Herr, du bist und bleibst auch wohl getreu in deinem Sinne, darum, wenn ich ja kämpfen soll, so gib, dass ich gewinne. Leg auf die Last, die du mir hast beschlossen aufzulegen, leg auf, doch dass auch nicht das Maß sei über mein Vermögen!

15) Du hast ja unumschränkte Kraft ein Held, der alles stürzet, und deine Hand, die alles schafft, die ist noch unverkürzet. Herr Zebaoth wirst du, mein Gott, genannt zu deinen Ehren, bist groß von Rat, und deiner Tat kann keine Stärke wehren.

16) Du bist der Tröster Israel und Retter aus Trübsalen, wie kommt's denn, dass du meine Seel' jetzt sinken lässt und fallen? Du stellst dich fast als einen Gast, der fremd ist in dem Lande, und wie ein Held, dem's Herz entfällt mit Schimpf und großer Schande.

17) Nein Herr, ein solcher bist du nicht, das ist und bleibt gegründet, du stehest fest, der du dein Licht hier bei uns angezündet. Ja hier hältst du, Herr, deine Ruh' bei uns, die nach dir heißen, und bist bereit, zu rechter Zeit uns aus der Not zu reißen.

18) Nun, Herr, so manches Mal hab ich geklopft an deine Pforte! So höre doch und rette mich, hilf mir nach deinem Worte. Hilf, Helfer, mir, so will ich hier dir Freudenopfer bringen, auch nachmals dort dir fort und fort im Himmel herrlich singen.

Befiehl du deine Wege (1653)

1) Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein. Will Satan mich verschlingen, so lass die Englein singen: "Dies Kind soll unverletzet sein." Amen.

2) Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben kein Unfall noch Gefahr. Gott lass euch selig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett - und seiner Engel Schar.

Breit aus die Flügel beide (1647)

1) Das ist mir lieb, dass Gott, mein Hort so treulich bei mir stehet. Wann ich ihn bitte, wird kein Wort in meiner Bitt' verschmähet. Des schwarzen Todes Hand samt der Höllen Band umfingen überall mein Herz mit Angst und Qual, doch hat mir Gott geholfen.

2) Ich kam in Jammer und in Not und sank fast gar zugrunde. Und da ich sank, rief ich zu Gott mit Herzen und mit Munde: o Herr, ich weiß, du wirst als des Lebens Fürst schon führen meine Sach! Und wie ich bat und sprach, so ist's auch nun geschehen.

3) Sei wieder froh und gutes Muts, mein Herze, sei zufrieden, der Herr, der tut dir alles Guts, durch ihn ist nun geschieden und ferne weggebracht, was mich traurig macht; er hat mich aus dem Loch und schwarzen Todesjoch mit seiner Hand gerissen.

4) Mein Aug ist nun von Tränen frei, mein Fuß von seinem Gleiten. Das will ich sagen ohne Scheu und rühmen bei den Leuten. Was gar kein Mensch nicht kann, das hat Gott getan. Der Mensch ist Lügen voll, Gott aber weiß gar wohl, wie er sein Wort soll halten.

5) Ich glaube fest in meinem Sinn, und was mein Herze glaubet, das redt mein Mund in Einfalt hin: wer Gott vertraut, der bleibet. Die Welt und böse Rott lacht des, mir zum Spott, ja plagt mich noch dazu, ich aber steh und ruh auf dir, mein Gott und Helfer.

6) Du stürzest meiner Feinde Rat und segnest, wenn sie schelten, wie soll ich doch die große Gnad dir immer mehr vergelten? Ich will, Herr, meines Teils den Kelch deines Heils, der voller Bitterkeit, doch mir zu Nutz gedeiht, gehorsamlich annehmen.

7) Was du mir zugemessen hast, das will ich gerne leiden; wer fröhlich trägt des Kreuzes Last, dem hilfst du aus mit Freuden. Du weißt der Deinen Not und hältst ihren Tod sehr hoch, sehr lieb und wert, auch lässt du auf der Erd ihr Blut nicht ungerochen.

8) So zürne nun gleich alle Welt mit mir, Herr, deinem Knechte: du, du deckst mich in deinem Zelt und reichst mir deine Rechte. Darüber will ich dich allstets inniglich, so gut ich immer kann, mit Dank vor jedermann in deinem Hause preisen.

Das ist mir lieb, dass Gott, mein Hort nur Text

1) Das ist mir lieb, dass Gott, mein Hort so treulich bei mir stehet. Wann ich ihn bitte, wird kein Wort in meiner Bitt' verschmähet. Des schwarzen Todes Hand samt der Höllen Band umfingen überall mein Herz mit Angst und Qual, doch hat mir Gott geholfen.

2) Ich kam in Jammer und in Not und sank fast gar zugrunde. Und da ich sank, rief ich zu Gott mit Herzen und mit Munde: o Herr, ich weiß, du wirst als des Lebens Fürst schon führen meine Sach! Und wie ich bat und sprach, so ist's auch nun geschehen.

3) Sei wieder froh und gutes Muts, mein Herze, sei zufrieden, der Herr, der tut dir alles Guts, durch ihn ist nun geschieden und ferne weggebracht, was mich traurig macht; er hat mich aus dem Loch und schwarzen Todesjoch mit seiner Hand gerissen.

4) Mein Aug ist nun von Tränen frei, mein Fuß von seinem Gleiten. Das will ich sagen ohne Scheu und rühmen bei den Leuten. Was gar kein Mensch nicht kann, das hat Gott getan. Der Mensch ist Lügen voll, Gott aber weiß gar wohl, wie er sein Wort soll halten.

5) Ich glaube fest in meinem Sinn, und was mein Herze glaubet, das redt mein Mund in Einfalt hin: wer Gott vertraut, der bleibet. Die Welt und böse Rott lacht des, mir zum Spott, ja plagt mich noch dazu, ich aber steh und ruh auf dir, mein Gott und Helfer.

6) Du stürzest meiner Feinde Rat und segnest, wenn sie schelten, wie soll ich doch die große Gnad dir immer mehr vergelten? Ich will, Herr, meines Teils den Kelch deines Heils, der voller Bitterkeit, doch mir zu Nutz gedeiht, gehorsamlich annehmen.

7) Was du mir zugemessen hast, das will ich gerne leiden; wer fröhlich trägt des Kreuzes Last, dem hilfst du aus mit Freuden. Du weißt der Deinen Not und hältst ihren Tod sehr hoch, sehr lieb und wert, auch lässt du auf der Erd ihr Blut nicht ungerochen.

8) So zürne nun gleich alle Welt mit mir, Herr, deinem Knechte: du, du deckst mich in deinem Zelt und reichst mir deine Rechte. Darüber will ich dich allstets inniglich, so gut ich immer kann, mit Dank vor jedermann in deinem Hause preisen.

Dem Herren musst du trauen (Kanon)

Dem Herren musst du trauen, wenn dir's soll wohlergehn; auf sein Werk musst du schauen, wenn dein Werk soll bestehn.

Der aller Herz und Willen lenkt nur Text (1643)

1) Der aller Herz und Willen lenkt und wie er will, regieret, der ist’s, der euch, Herr Bräutigam, schenkt, die man euch zugeführet. Glück zu, Glück zu, ruft jedermann; Gott gebe, dass es sei getan zu beider Wohlergehen!

2) Wie sollte nicht sein wohlgetan, was Gott denkt zu vollbringen? Sein Will und Rat nicht fehlen kann, es wird ihm nichts misslingen. Er regt den Mund und spricht ein Wort, so geht das Werk und dringet fort, muss alles wohl geraten.

3) Wie Gott will, brennen auf der Erd die ehelichen Flammen. Wie eins dem andern ist beschert, so kommen sie zusammen. Im Himmel wird der Schluss gemacht, auf Erden wird das Werk vollbracht: Das gibt ein schönes Leben.

4) Ein Leben, das sehr hoch beliebt dem, der es hat erfunden, da er auch seinen Segen gibt und mehret alle Stunden. Das ist und bleibet sein Gebrauch: was er gestift’, das hält er auch und lässet es nicht fallen.

5) Die Bäumlein, die man fortgesetzt in wohlbestallten Garten, die pfleget man zur Erst und Letzt vor allem wohl zu warten. Ihr Bäumlein Gottes, freuet euch, der Gärtner ist von Liebe reich, der ihm euch hat erwählet.

6) Was er gepflanzt mit seiner Hand, hält er in großen Ehren; Sein Sinn und Aug ist stets gewandt, dasselbe zu vermehren, Kommt oft und sieht aus reiner Treu, was seines Gartens Zustand sei, was seine Reislein machen.

7) Und wenn denn unterweilen will ein raues Lüftlein wehen, ist er bald da, setzt Maß und Ziel, läßt’s eilend übergehen. Wenn er betrübt, ist’s gut gemeint, Er stellt sich hart und ist doch Freund voll süßer Gnad und Hulde.

8) O selig der, wenn’s Gott gefällt, ein Wölklein einzuführen, ein treues, fröhlich Herz behält, läßt keinen Unmut spüren! Ein Wölklein geht ja bald vorbei, es währt ein Stündlein oder zwei, so kommt die Sonne wieder.

9) Ein Schifflein, das im Meere läuft, muss manchen Sturm erfahren, und bleibet dennoch überhäuft mit edlem Gut und Waren; Es streicht dahin, und Gottes Hand, die führt und bringt es an das Land bei gutem Wind und Wetter.

10) Ein Röslein, wenn’s im Lenzen lacht und in den Farben pranget, wird oft vom Regen matt gemacht, dass es sein Köpflein hanget. Doch wenn die Sonne leucht herfür, sieht’s wieder auf und bleibt die Zier und Fürstin aller Blumen.

11) Wohlan, lass Regen, Reif und Wind bald oder lang ansetzen, wer Gott liebt, bleibet Gottes Kind, kein Fall wird ihn verletzen. Er sitzet in des Vaters Arm, Er gibt ihm Schutz, der hält ihn warm, und spricht: Sei unerschrocken!

12) Wer fromm ist, hat schon großen Teil der Wohlfahrt in den Händen, Gott gönnt ihm Guts und kann sein Heil von ihm’e nicht abwenden. Herr Fromm ist fromm, das weiß man wohl, drum er nichts anders haben soll als lauter Glück und Freude.

13) Die auch, die ihm zur Seiten geht und die Gott selbst gezieret, was Menschenseelen wohl ansteht und Himmelsgunst gebieret; Was Tugend bringt, was Tugend heißt, was Tugend auch selbst lobt und preist, das find’t sich hier beisammen:

14) Ein züchtig Herz, ein reiner Mut, von denen angeboren, die ihnen Gottesfurcht zum Gut und Schätzen auserkoren. Was ist doch gut ohn’ diesem Gut? Wenn dies Gut nicht im Herzen ruht, ist alles Gut verworfen.

15) Die Augen Gottes sehen bald, die ihm sein Herz erfreuen, wen er nun findet recht gestalt, dem gibt er sein Gedeihen, Ja schütt’s mit vollen Händen aus, da wird denn ein gesegnet’s Haus, dem’s nicht kann übel gehen.

16) Und dieses wird o edles Paar, Euch beiden auch geschehen! Was Gott verspricht, ist ja und wahr, man wird’s mit Augen sehen. Es fehlt ihm nicht an Gütigkeit, auch fehlt’s ihm nicht an Möglichkeit, wie sollt er Guts versagen?

17) So gehet nun mit Freuden ein zu eurem Stand und Orden! Der Weg wird ohne Schaden sein, der euch gezeuget worden: Es geht ein Englein vornen an, und wo es geht, bestreut’s die Bahn mit Rosen und Violen.

18) Ein einzig Wunsch vermag den Saal des Himmels durch zu dringen. Hier geh’n die Wünsch in voller Zahl, sie werden Gutes bringen: Der Frommen Lohn, der euch bereit, euch, die ihr tragt die Frömmigkeit im Herzen und im Namen.

Der Geist, den Gott vom Himmel gibt nur Text

1) Der Geist, den Gott vom Himmel gibt, der leitet alles, was ihn liebt, auf wohlgebahnten Wegen. Er setzt und richtet unsern Fuß, dass man nicht anders treten muss, als wo man findet Segen.

2) Sein Geist hält unser Glaubenslicht, wenn alle Welt dawider ficht mit Sturm und vielen Waffen. Und wenn auch gleich der Fürst der Welt selbst wider uns sich legt ins Feld, so kann er doch nichts schaffen.

3) O selig, wer in dieser Welt lässt bauen diesen Geist das Zelt in seines Herzens Mitte! Wer ihn aufnimmt in dieser Zeit, den trägt er dort zur ew'gen Freud in seines Gottes Hütte.

4) Er ist und bleibet stets getreu; er steht uns auch im Tode bei, wenn alle Dinge fallen. Er ändert unsre letzte Qual und lässt uns durch das Todestal getrost zum Himmel wallen.

Der Herr, der aller Enden regiert (1653)

1) Der Herr, der aller Enden regiert mit seinen Händen, der Brunn der ewgen Güter, der ist mein Hirt und Hüter.

2) So lang ich diesen habe, fehlt mir's an keiner Gabe, der Reichtum seiner Fülle gibt mir die Füll und Hülle.

3) Er lässet mich mit Freuden auf grüner Auen weiden, führt mich zu frischen Quellen, schafft Rat in schweren Fällen.

4) Wann meine Seele zaget und sich mit Sorgen plaget, weiß er sie zu erquicken, aus aller Not zu rücken.

5) Er lehrt mich tun und lassen, führt mich auf rechter Straßen, lässt Furcht und Angst sich stillen um seines Namens willen.

6) Und ob ich gleich vor andern im finstern Tal muss wandern, fürcht ich doch keine Tücke, bin frei vom Ungelücke.

7) Denn du stehst mir zur Seiten, schützt mich vor bösen Leuten, dein Stab, Herr, und dein Stecken benimmt mir all mein Schrecken.

8) Du setzest mich zu Tische, machst, dass ich mich erfrische, wann mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen.

9) Du salbst mein Haupt mit Öle und füllest meine Seele, die leer und durstig saße, mit vollgeschenktem Maße.

10) Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Mutes, voll Lust, voll Freud, voll Lachen, so lang ich lebe, machen.

11) Ich will dein Diener bleiben und dein Lob Herrlich treiben im Hause, da du wohnest und Frommsein wohl belohnest.

12) Ich will dich hier auf Erden und dort, da wir dich werden selbst schaun, im Himmel droben hoch rühmen, sing'n und loben.

Der Tag mit seinem Lichte (1666)

1) Der Tag mit seinem Lichte Fleucht hin und wird zunichte. Die Nacht kommt angegangen, Mit Ruhe zu umfangen Den matten Erdenkreis. Der Tag, der ist geendet; Mein Herz zu dir sich wendet, Der Tag und Nacht geschaffen Zum Wachen und zum Schlafen, Will singen deinen Preis.

2) Wohl auf, wohl auf, mein Psalter, Erhebe den Erhalter, Der mir an Leib und Seelen Viel mehr, als ich kann zählen, Hat heute Guts getan. All' Augenblick und Stunden Hat sich gar viel gefunden, Womit er sein Gemüte Und unerschöpfte Güte Mir klar gezeiget an.

3) Gleich wie des Hirten Freude, Ein Schäflein an der Weide, Sich unter seiner Treue Ohn' alle Furcht und Scheue Ergetzet in dem Feld Und sich mit Blumen füllet, Den Durst mit Quellen stillet, So hat mich heut' geführet, Mit manchem Gut gezieret Der Hirt in aller Welt.

4) Gott hat mich nicht verlassen, Ich aber hab ohn' Maßen Mich nicht gescheut, mit Sünden Und Unrecht zu entzünden Das treue Vaterherz. Ach Vater! Lass nicht brennen Den Eifer, noch mich trennen Von deiner Hand und Seiten. Mein Tun und Überschreiten Erweckt mir Reu' und Schmerz.

5) Erhöre, Herr, mein Beten Und lass mein Übertreten Zur Rechten und zur Linken Ins Meeres Tiefe sinken Und ewig untergehn. Lass aber, lass hergegen Sich deine Engel legen Um mich mit ihren Waffen! Mit dir will ich entschlafen, Mit dir auch auferstehn.

6) Darauf so lass ich nieder Mein Häupt und Augenlider, Will ruhen ohne Sorgen, Bis dass der güldne Morgen Mich wieder munter macht. Dein Flügel wird mich decken, So wird mich nicht erschrecken Der Feind mit tausend Listen, Der mich und alle Christen Verfolget Tag und Nacht.

7) Ich lieg hier oder stehe, Ich sitz auch oder gehe, So bleib ich dir ergeben, Und du bist auch mein Leben: Das ist ein wahres Wort. Was ich beginn und mache, Ich schlaf ein oder wache, Wohn ich als wie im Schlosse In deinem Arm und Schoße: Bin selig hier und dort.

Die güldne Sonne voll Freud und Wonne (1666)

1) Die güldne Sonne voll Freud und Wonne bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder; aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht.

2) Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mächtig und groß und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erden vergänglichem Schoß.

3) Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; was wir nur haben, alles sei Gotte zum Opfer gesetzt! Die besten Güter sind unsre Gemüter; dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergötzt.

4) Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Taten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so lässt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein.

5) Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen; lass mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, des Satanas Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke; lass mich auf deinen Geboten bestehn.

6) Lass mich mit Freuden ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Nähesten Haus. Geiziges Brennen, unchristliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus.

7) Menschliches Wesen, was ist's gewesen? In einer Stunde geht es zugrunde, sobald das Lüftlein des Todes drein bläst. Alles in allen muss brechen und fallen, Himmel und Erden die müssen das werden, was sie vor ihrer Erschaffung gewest.

8) Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken; seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund.

9) Gott, meine Krone, vergib und schone, lass meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen sein abgewandt. Sonsten regiere mich, lenke und führe, wie dir's gefället; ich habe gestellet alles in deine Beliebung und Hand.

10) Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann ernähren, so lass mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: "Gott ist das Größte, das Schönste und Beste, Gott ist das Süsste und Allergewisste, aus allen Schätzen der edelste Hort."

11) Willst du mich kränken, mit Galle tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen, wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, hast niemals keinen zu sehr noch betrübt.

12) Kreuz und Elende, das nimmt ein Ende; nach Meeresbrausen und Windessausen leuchtet der Sonnen gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille wird mich erwarten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht'.

Die Zeit ist nunmehr nah nur Text 1653

1) Die Zeit ist nunmehr nah, Herr Jesu, du bist da. Die Wunder, die den Leuten dein Ankunft sollen deuten, die sind, wie wir gesehen, in großer Zahl geschehen.

2) Was soll ich denn nun tun? Ich soll auf dem beruhn, was du mir hast verheißen, dass du mich wollest reißen aus meines Grabes Kammer umd allem andern Jammer.

3) Ach Jesu, wie so schön wird mir’s alsdann ergehn! Du wirst mit tausend Blicken mich durch und durch erquicken, wenn ich hier von der Erde mich zu dir schwingen werde.

4) Ach, was wird doch dein Wort, o süßer Seelenhort, was wird doch sein dein Sprechen, wenn dein Herz aus wird brechen zu mir und meinen Brüdern als deines Leibes Gliedern?

5) Was für ein schönes Licht wird mir dein Angesicht, das ich in jenem Leben werd erstmals sehen, geben! Wie wird mir deine Güte entzücken mein Gemüte!

6) Dein Augen, deinen Mund, den Leib, für uns verwundt, da wir so fest drauf trauen, das werd ich alles schauen und innig herzlich grüßen die Mal an deinen Füßen.

7) Und was ich hier gegläubt, das steht gewiss und bleibt mein Teil, dem gar nicht gleichen die Güter aller Reichen. All andres Gut vergehet, mein Erbteil,das bestehet.

8) Ach Herr, mein schönstes Gut, wie wird sich all mein Blut in allen Adern freuen und auf das Neu erneuern, wenn du mir wirst mit Lachen die Himmelstür aufmachen.

9) Komm her, komm und empfind, o auserwähltes Kind, komm, schmecke, was für Gaben ich und mein Vater haben; komm, wirst du sagen, weide, dein Herz in ewger Freude!

10) Ach du so arme Welt, was ist dein Gold und Geld hier gegen diese Kronen und mehr als güldnen Thronen, die Christus hingestellet dem Volk, das ihm gefället!

11) Hier ist der Engel Land, der selgen Seelen Stand, hier hör ich nichts als Singen, hier seh ich nichts als Springen; hier ist kein Kreuz, kein Leiden, kein Tod, kein bittres Scheiden.

12) Halt ein, mein schwacher Sinn, halt ein, wo denkst du hin? Willst du, was grundlos, gründen, was unbegreiflich, finden? Hier muss Verstand sich neigen und alle Redner schweigen.

13) Dich aber, meine Zier, dich lass ich nicht von mir; dein will ich stets gedenken, Herr, der du mir wirst schenken mehr, als mit meiner Seelen ich wünschen kann und zählen.

14) Ach, wie ist mir so weh, eh ich dich aus der Höh, Herr, sehe zu uns kommen! Ach, dass zum Heil der Frommen du meinen Wunsch und Willen noch möchtest heut erfüllen!

15) Doch du weißt deine Zeit; mir ziemt nur, stets bereit und fertig dazustehen und so einherzugehen, dass alle Stund und Tage mein Herz mich zu dir trage.

Du bist ein Mensch, das weißt Du wohl nur Text 1653

1) Du bist ein Mensch, das weißt du wohl, Was strebst du dann nach Dingen, Die Gott, der Höchst, alleine soll Und kann zuwege bringen? Du fährst mit deinem Witz und Sinn Durch so viel tausend Sorgen hin Und denkst: wie will's auf Erden Doch endlich mit mir werden?

2) Es ist umsonst. Du wirst fürwahr Mit allem deinem Dichten Auch nicht ein ein'ges kleines Haar In aller Welt ausrichten; Und dient dein Gram sonst nirgend zu, Als dass du dich aus deiner Ruh In Angst und Schmerzen stürzest Und selbst das Leben kürzest.

3) Willst du was tun, was Gott gefällt Und dir zum Heil gedeihet, So wirf dein Sorgen auf den Held, Den Erd und Himmel scheuet, Und gib dein Leben, Tun und Stand Nur fröhlich hin in Gottes Hand, So wird Er deinen Sachen Ein fröhlich Ende machen.

4) Wer hat gesorgt, da deine Seel Im Anfang deiner Tage Noch in der Mutter Leibeshöhl Und finsterm Kerker lage? Wer hat allda dein Heil bedacht? Was tat da aller Menschen Macht, Da Geist und Sinn und Leben Dir ward ins Herz gegeben?

5) Durch wessen Kunst steht dein Gebein In ordentlicher Fülle? Wer gab den Augen Licht und Schein, Dem Leibe Haut und Hülle? Wer zog die Adern hier und dort Ein jed an ihre Stell und Ort? Wer setzte hin und wieder So viel und schöne Glieder?

6) Wo war dein Will, Herz und Verstand, Da sich des Himmels Decken Erstreckten über See und Land Und aller Erden Ecken? Wer brachte Sonn und Mond herfür? Wer machte Kräuter, Bäum und Tier Und hieß sie deinen Willen Und Herzenslust erfüllen?

7) Heb auf dein Haupt, schau überall Hier unten und dort oben, Wie Gottes Sorg auf allem Fall Vor dir sich hat erhoben: Dein Brot, dein Wasser und dein Kleid War eher noch als du bereit, Die Milch, die du erst nahmest, War auch schon, da du kamest.

8) Die Windeln, die dich allgemach Umfingen in der Wiegen, Dein Bettlein, Kammer, Stub und Dach, Und wo du solltest liegen, Das war ja alles zugericht', Eh als dein Aug' und Angesicht Eröffnet ward und sahe, Was in der Welt geschahe.

9) Noch dennoch soll dein Angesicht Dein ganzes Leben führen; Du traust und glaubest weiter nicht, Als was die Augen spüren. Was du beginnst, da soll allein Dein Kopf dein Licht und Meister sein; Was der nicht auserkoren, Das hältst du als verloren.

10) Nun siehe doch, wie viel und oft Ist schändlich umgeschlagen, Was du gewiss und fest gehofft Mit Händen zu erjagen! Hingegen, wie so manchesmal Ist das geschehn, das überall Kein Mensch, kein Rat, kein Sinnen sich hat erdenken können!

11) Wie oft bist du in große Not Durch eignen Willen kommen, Da dein verblend'ter Sinn den Tod Fürs Leben angenommen; Und hätte Gott dein Werk und Tat Ergehen lassen nach dem Rat, In dem du's angefangen, Du wärst zu Grunde gangen.

12) Der aber, der uns ewig liebt, Macht gut, was wir verwirren, Erfreut, wo wir uns selbst betrübt, Und führt uns, wo wir irren; Und dazu treibt Ihn sein Gemüt Und die so reine Vatergüt', In der uns armen Sünder Er tröst' als liebe Kinder.

13) Ach, wie so oftmals schweigt Er still Und tut doch, was uns nützet; Da unterdessen unser Will Und Herz in Ängsten sitzet, Sucht hier und dar und findet nichts, Will sehn und mangelt doch des Lichts, Will aus der Angst sich winden Und kann den Weg nicht finden.

14) Gott aber geht gerade fort Auf seinen weisen Wegen, Er geht und bringt uns an den Port, Da Sturm und Wind sich legen. Hernachmals, wann das Werk geschehn, Da kann der Mensch alsdann erst sehn, Was der, so ihn regieret, In seinem Rat geführet.

15) Drum, liebes Herz, sei wohlgemut Und lass von Sorg und Grämen! Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, Dein Bestes vorzunehmen. Er kann's nicht lassen, glaube mir, Sein Eingeweid ist gegen dir Und uns hier allzusammen Voll allzu süßer Flammen.

16) Er hitzt und brennt von Gnad und Treu, Und also kannst du denken, Wie seinem Mut zu Mute sei, Wenn wir uns oftmals kränken Mit so vergebner Sorgenbürd; Als ob Er uns nun gänzlich würd Aus laut'rem Zorn und Hassen Ganz hülf- und trostlos lassen.

17) Das schlag hinweg und lass dich nicht So liederlich betören. Ob gleich nicht allzeit das geschicht, Was Freude kann vermehren, So wird doch wahrlich das geschehn, Was Gott dein Vater ausersehn; Was Er dir zu will kehren, Das wird kein Mensche wehren.

18) Tu als ein Kind und lege dich In deines Vaters Arme, Bitt' Ihn und flehe, bis Er sich Dein, wie Er pflegt, erbarme: So wird Er dich durch seinen Geist Auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, Nach wohlgehaltnem Ringen Aus allen Sorgen bringen.

Du bist zwar mein und bleibest mein nur Text

1) Du bist zwar mein und bleibest mein; wer will mir anders sagen? Doch bist du nicht nur mein allein: der Herr von ewgen Tagen, der hat das meiste Recht an dir, der fordert und erhebt von mir dich, o mein Kind, mein Wille, mein Herz und Wunsches Fülle.

2) Ach galt es wünschen, wollt ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Weltgut williglich mir wünschen und erwählen! Ich wollte sagen: "Bleib bei mir! Du sollst sein meines Hauses Zier; an dir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben."

3) So sagt mein Herz und meint es gut, Gott aber meint's noch besser; groß ist die Lieb in meinem Mut, in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr; Gott ist der Väter Haupt und Ehr, ein Quell, da Alt und Jungen in aller Welt entsprungen.

4) Ich sehn mich nach dem Kinde mein; und der mir es gegeben, will, dass es nah dem Throne sein im Himmel solle leben. Ich sprech: "Ach weh, mein Licht verschwindt!" Gott spricht: "Willkomm, du liebes Kind! Dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben."

5) O süßer Rat, o schönes Wort und heilger, als wir denken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, kein Unglück und kein Kränken, kein Angst, kein Mangel, kein Versehn; bei Gott kann keinem Leids geschehn: wen Gott versorgt und liebet, wird nimmermehr betrübet.

6) Ach dürft ich doch von ferne stehn und nur ein wenig hören, wann deine Sinne sich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den du auch geheiligt bist: ich weiß, ich würde müssen vor Freuden Tränen gießen!

7) Nun, es sei ja und bleib also! Will dich nicht mehr beweinen. Du lebst und bist von Herzen froh, siehst lauter Sonnen scheinen, die Sonnen ewger Freud und Ruh. Hier leb und bleib nur immerzu! Ich will, will's Gott, mit ändern auch bald hinüberwandern.

Du liebe Unschuld du nur Text

1) Du liebe Unschuld du, wie schlecht wirst du geacht't! Wie oftmals wird dein Tun von aller Welt verlacht! Du dienest deinem Gott, hältst dich nach seinen Worten, darüber höhnt man dich und drückt dich aller Orten.

2) Du gehst geraden Weg, fliehst von der krummen Bahn, ein andrer tut sich zu und wird ein reicher Mann, vermehrt sein kleines Gut, füllt Kästen, Böden, Scheunen, du bleibst ein armer Tropf und darbest mit den Deinen.

3) Du strafst der Bösen Werk und sagst, was Unrecht sei. Ein andrer braucht die Kunst der süßen Heuchelei. Die bringt ihm Lieb' und Huld und hebt ihn auf die Höhen, du aber bleibst zurück und musst da unten stehen.

4) Du sprichst, die Tugend sei der Christen schönste Kron', hingegen hält die Welt auf Reputation: wer diese haben will, sagt sie, der muss gar eben sich schicken in die Zeit und gleich den andern leben.

5) Du rühmest viel von Gott und streichst gewaltig aus den Segen, den er schickt in seiner Kinder Haus. Ist diesem nun also, spricht man, so lass doch sehen, was dir denn ist für Guts, für Glück und Heil geschehen.

6) Halt fest, o frommes Herz, halt fest und bleib getreu in Widerwärtigkeit, denn Gott, der steht dir bei. Lass diesen deine Sach handhaben, schützen, führen, so wirst du wohl bestehn und endlich triumphieren.

7) Gefällst du Menschen nicht, das ist ein schlechter Schad'. All' g'nug ists, wenn du hast des ew'gen Vaters Gnad'. Ein Mensch kann doch nicht mehr als irren, fehlen, lügen, - Gott aber ist gerecht, sein Urteil kann nicht trügen.

8) Spricht er nun: du bist mein, dein Tun gefällt mir wohl! Wohlan, so sei dein Herz getrost und freudenvoll. Schlag alles in den Wind, was böse Leute dichten, sei still und siehe zu: Gott wird sie balde richten.

9) Stolz, Übermut und Pracht währt in die Länge nicht, wenn's Glas am hellsten scheint, fällts auf die Erd' und bricht, und wann des Menschen Glück am höchsten ist gestiegen, so stürzt es unter sich und muss zu Boden liegen.

10) Das ungerechte Gut, wer's recht und wohl besieht, ist lauter Zentnerlast, die Herz, Sinn und Gemüt ohn Unterlass beschwert, Seel' und Gewissen dringet und aus der sanften Ruh in schweres Leiden bringet.

11) Was hat doch mancher mehr als armer Leute Schweiß? Was isst und trinket er? Worin besteht sein Preis als im geraubten Gut und armer Leute Tränen, die wie ein dürres Land sich nach Erquickung sehnen?

12) Heißt das nun selig sein? Ist das nun Herrlichkeit? O, welch ein hartes Wort wird über solche Leut' am Tage des Gerichts aus Gottes Thron erschallen! Wie schändlich wird ihr Ruhm und großes Prahlen fallen!

13) Du aber, der du Gott von ganzem Herzen ehrst und deine Füße nicht von seinem Wege kehrst, wirst in der schönen Schar, die Gott mit Manna weidet, hergehn, mit Lob und Ehr als einem Rock gekleidet.

14) Drum fasse deine Seel' ein wenig mit Geduld, fahr immer fort, tu recht, leb' außer Sündenschuld. Halt, dass den höchsten Schatz dort in dem andern Leben des Höchsten milde Hand dir werd' aus Gnaden geben.

15) Was hier ist in der Welt, da sei nur unbemüht, wird dir's ersprießlich sein, wies Gott am besten sieht, so glaube du gewiss, er wird dir deinen Willen schon geben und mit Freud' all' dein Begehren stillen.

Du meine Seele, singe nur Text 1653

1) Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn. Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd; ich will Ihn herzlich loben, solang ich leben werd.

2) Wohl dem, der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil! Wer dem sich anvertrauet, der hat das beste Teil, das höchste Gut erlesen, den schönsten Schatz geliebt; sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig ungetrübt.

3) Hier sind die starken Kräfte, die unerschöpfte Macht; das weisen die Geschäfte, die Seine Hand gemacht: der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer, der Fisch unzähl'ge Herde im großen wilden Meer.

4) Hier sind die treuen Sinnen, die niemand Unrecht tun, all denen Gutes gönnen, die in der Treu beruhn. Gott hält sein Wort mit Freuden, und was Er spricht, geschicht, und wer Gewalt muss leiden, den schützt Er im Gericht.

5) Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem Tod, ernährt und gibet Speisen zur Zeit der Hungersnot, macht schöne rote Wangen oft bei geringem Mahl; und die da sind gefangen, die reißt Er aus der Qual.

6) Er ist das Licht der Blinden, erleuchtet ihr Gesicht; und die sich schwach befinden, die stellt Er aufgericht'. Er liebet alle Frommen, und die Ihm günstig seind, die finden, wenn sie kommen, an Ihm den besten Freund.

7) Er ist der Fremden Hütte, die Waisen nimmt Er an, erfüllt der Witwen Bitte, wird selbst ihr Trost und Mann. Die aber, die Ihn hassen, bezahlet Er mit Grimm, ihr Haus und wo sie saßen, das wirft Er um und um.

8) Ach ich bin viel zu wenig, zu rühmen Seinen Ruhm; der Herr allein ist König, ich eine welke Blum. Jedoch weil ich gehöre gen Zion in Sein Zelt, ist's billig, dass ich mehre Sein Lob vor aller Welt.

Zusatzstrophen:

9) Ihr Menschen lasst euch lehren, es wird sehr nützlich sein. Lasst euch doch nicht betören die Welt mit ihrem Schein: verlasse sich ja keiner auf Fürstenmacht und –gunst, weil sie wie unser einer nichts sind, als nur ein Dunst.

10) Was Mensch ist muss erblassen und sinken in den Tod; er muss den Geist auslassen, selbst werden Erd und Kot. Allda ist's dann geschehen mit seinem klugen Rat und ist frei, klar zu sehen, wie schwach sei Menschentat.

Du Volk, das du getaufet bist nur Text 1667

1) Du Volk, das du getaufet bist und Deinen Gott erkennest, auch nach den Namen Jesu Christ dich und die Deinen nennest, nimms wohl in Acht und denke dran, wie dir Gutes sei getan am Tage deiner Taufe.

2) Du warst, noch eh du wurdst geborn und eh du Milch gesogen, verdammt, verstoßen und verlorn, darum dass du gezogen aus deiner Eltern Fleisch und Blut ein Art, die sich vom höchsten Gut, dem ewgen Gott, stets wendet.

3) Dein Leib und Seel war mit der Sünd als einem Gift durchkrochen, und du warst nicht mehr Gottes Kind, nachdem der Bund gebrochen, den unser Schöpfer aufgericht, da er uns mildes Licht und herrlichs Kleid erteilet.

4) Der Zorn, der Fluch, der ewge Tod, und was in diesen allen enthalten ist für Angst und Not, das war auf dich gefallen, du warst des Satans Sklav' und Knecht, der hielt dich fest nach seinem Recht in seinem Reich gefangen.

5) Das alles hebt auf einmal auf und schlägt und drückt es nieder das Wasserbad der heilgen Tauf, ersetzt dagegen wieder, was Adam hat verderbt gemacht und was wir selbsten durchgebracht bei unsern bösen Wegen.

6) Es macht dies Bad von Sünden los und gibt die rechte Schöne, die Satans Kerker vor beschloss, die werden frei und Söhne des, der da trägt die höchste Kron; der lässt sie, was sein einger Sohn ererbt, auch mit ihm erben.

7) Was von Natur vermaledeit und mit dem Fluch umfangen, das wird hier in der Tauf erneut, mehr, den Segen zu erlangen. Hier stirbt der Tod und würgt nicht hier bricht die Höll, und all ihr Heer muss uns zu Füßen liegen.

8) Hier ziehn wir Jesum Christum an und decken unsre Schanden mit dem, was er für uns getan und willig ausgestanden; hier möcht uns sein' hochteueres Blut uns macht uns heilig, fromm und gut in seines Vaters Augen.

9) O großes Werk! O heilges Bad, o Wasser, dessengleichen man in der ganzen Welt nicht hat, kein Sinn kann dich erreichen! Du hast recht eine Wunderkraft, und die hat der, so alles schafft, dir durch sein Wort geschenket.

10) Du bist kein schlechtes Wasser nicht, wie's unsre Brunnen geben: was Gott mit seinem Munde spricht, das hast du in dir leben. Du bist ein Wasser, das den Geist des Allerhöchsten in sich schleußt und seinen großen Namen.

11) Das halt, o Mensch, in allem Wert und danke für die Gaben, die dein Gott dir darin beschert und die uns alle laben, wenn nichts mehr sonst uns laben will, die lass, bis dass des Todes Ziel dich trifft, nicht ungepreiset.

12) Brauch alles wohl, und weil du bist nun rein in Christo worden, so leb und tu auch als ein Christ und halte Christi Orden, bis dass dort in der ewgen Freud er dir das Ehr- und Freudenkleid um deine Seele lege!

Ein Lamm geht hin und trägt die Schuld nur Text

1) Ein Lamm geht hin und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und büßet in Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird matt und krank, ergibt sich auf die Würgebank, entsaget allen Freuden, und es nimmt an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: "Ich will's gern leiden."

2) Wenn einmal ich soll treten ein in Deines Reiches Freuden, so soll Dein Blut mein Purpur sein, ich will mich darin kleiden; es soll sein meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen und Dir, dem Er mich anvertraut, als eine wohlgeschmückte Braut an Deiner Seite stehen.

3) Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen. Dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz in Stücke bricht, sollst du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigentum beständiglich verschreiben.

4) Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen. Und was du mir zugut’ getan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtnis schließen.

Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld nur Text 1647 1) Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und büßet in Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird matt und krank, ergibt sich auf die Würgebank, entsaget allen Freuden; es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: "Ich will’s gern leiden."

2) Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen; den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen: "Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgetan zur Straf und Zornesruten; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten."

3) "Ja, Vater, ja von Herzensgrund, leg auf, ich will dir’s tragen; mein Wollen hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen." O Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst – was nie kein Mensch gedacht – Gott seinen Sohn abzwingen. O Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen.

4) Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen, dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht, und wenn mein Herz in Stücke bricht, sollst du mein Herze bleiben; ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigentum beständiglich verschreiben.

5) Ich will von deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir nach Möglichkeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen; und was du mir zugut getan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtnis schließen.

6) Erweitre dich, mein Herzensschrein, du sollst ein Schatzhaus werden der Schätze, die viel größer sein als Himmel, Meer und Erden. Weg mit den Schätzen dieser Welt und allem, was ihr wohlgefällt, ich hab ein Beßres funden: mein großer Schatz, Herr Jesu Christ, ist dieses, was geflossen ist aus deines Leibes Wunden.

7) Das soll und will ich mir zunutz zu allen Zeiten machen; im Streite soll es sein mein Schutz, in Traurigkeit mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel; und wenn mir nichts mehr schmecken will, soll mich dies Manna speisen; im Durst soll's sein mein Wasserquell, in Einsamkeit mein Sprachgesell zu Haus und auch auf Reisen.

8) Wenn endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so soll dein Blut mein Purpur sein, ich will mich darein kleiden; es soll sein meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen, und dir, dem er mich anvertraut, als eine wohlgeschmückte Braut an deiner Seite stehen.

Er nimmt auf sich, was auf Erden nur Text

Er nimmt auf sich, was auf Erden wir getan, gibt sich dran, unser Lamm zu werden, unser Lamm das für uns stirbet und bei Gott für den Tod Gnad und Fried erwirbet.

Es ist fürwahr nicht Menschenkunst nur Text

1) Es ist fürwahr nicht Menschenkunst, auf sichern Wegen gehn; führt uns nicht Gott und Gottes Gunst, würds oftmals seltsam stehn.

2) Es kämpft der heilgen Engel Schar, mit Waffen ausgerüst’, und wehret hier und wehret da des bösen Feindes List.

3) Es müssen ja noch immerfort die Heere Gottes gehn und Gottes Volk auf Gottes Wort zu Dienst und Willen stehn.

4) Im Schutz des Herrn steht unsre Ruh, er sichert unsre Bahn und nimmt, dass uns nichts Schaden tu, sich unser herzlich an.

5) Er räumt aus unsern Wegen weg des Unglücks scharfen Stein und schafft, dass unsre Bahn und Steg fein schlicht und eben sein.

6) Er führt uns über Berg und Tal, und wenn’s die rechte Zeit, so führt er uns in seinen Saal zur ewgen Himmelsfreud.

7) Alsdann werd ich die letzte Reis’ und schönste Heimfahrt tun und nach dem sauren Erdenschweiß in süßer Stille ruhn.

Es ist vollbracht! Was willst du nun nur Text

1) Es muss ein treues Herze sein, das uns so hoch kann lieben, da wir doch alle, groß und klein, was gar nicht gut ist üben. Gott muss nicht anders sein als gut; daher fließt seiner Güte Flut auf alle seine Werke.

2) Drum, Herr so sollen dir auch nun all deine Werke danken; voraus die Heilgen, deren Tun sich hält in deinen Schranken, die sollen deines Reichs Gewalt und unvergängliche Gestalt mit vollem Munde rühmen.

3) Sie sollen rühmen, dass der Ruhm durch alle Welt erklingen, dass jedermann zum Heiligtum dir Dienst und Opfer bringe. Dein Reich, das ist ein ewig Reich, dein Herrschaft ist dir selber gleich, der du kein End erreichest.

4) Der Herr ist bis in unsern Tod beständig bei uns allen, erleichtert unsers Kreuzes Not und hält uns, wenn wir fallen; er steuert manches Unglücks Lauf und hilft uns wieder freundlich auf, wenn wir ganz hingeschlagen.

5) Herr, aller Augen sind nach dir und deinem Stuhl gekehret. Denn du bist's auch, der alles hier so väterlich ernähret; du tust auf deine milde Hand, machst froh und satt, was auf dem Land, in Meer und Lüften lebet.

6) Der Herr ist nah und stets bereit für jeden, der ihn ehret; und wer nur ernstlich zu ihm schreit, der wird gewiss erhöret. Gott weiß wohl, wer ihm günstig sei, und solchem steht er dann auch bei, wenn ihn die Angst umtreibet.

7) Dies alles und was sonsten mehr man kann als Lob ihm bringen, das soll mein Mund zu Ruhm und Ehr des Höchsten täglich singen. Und also tu auch immerfort, was lebt und webt an jedem Ort; das wird Gott wohlgefallen.

Es muss ein treues Herze sein nur Text

1) Es muss ein treues Herze sein, das uns so hoch kann lieben, da wir doch alle, groß und klein, was gar nicht gut ist üben. Gott muss nicht anders sein als gut; daher fließt seiner Güte Flut auf alle seine Werke.

2) Drum, Herr so sollen dir auch nun all deine Werke danken; voraus die Heilgen, deren Tun sich hält in deinen Schranken, die sollen deines Reichs Gewalt und unvergängliche Gestalt mit vollem Munde rühmen.

3) Sie sollen rühmen, dass der Ruhm durch alle Welt erklingen, dass jedermann zum Heiligtum dir Dienst und Opfer bringe. Dein Reich, das ist ein ewig Reich, dein Herrschaft ist dir selber gleich, der du kein End erreichest.

4) Der Herr ist bis in unsern Tod beständig bei uns allen, erleichtert unsers Kreuzes Not und hält uns, wenn wir fallen; er steuert manches Unglücks Lauf und hilft uns wieder freundlich auf, wenn wir ganz hingeschlagen.

5) Herr, aller Augen sind nach dir und deinem Stuhl gekehret. Denn du bist's auch, der alles hier so väterlich ernähret; du tust auf deine milde Hand, machst froh und satt, was auf dem Land, in Meer und Lüften lebet.

6) Der Herr ist nah und stets bereit für jeden, der ihn ehret; und wer nur ernstlich zu ihm schreit, der wird gewiss erhöret. Gott weiß wohl, wer ihm günstig sei, und solchem steht er dann auch bei, wenn ihn die Angst umtreibet.

7) Dies alles und was sonsten mehr man kann als Lob ihm bringen, das soll mein Mund zu Ruhm und Ehr des Höchsten täglich singen. Und also tu auch immerfort, was lebt und webt an jedem Ort; das wird Gott wohlgefallen.

Fröhlich soll mein Herze springen nur Text 1653

1) Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Chören alle Luft laute ruft: Christus ist geboren!

2) Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch dir, Mensch, zugute, Gottes Kind, das verbindt sich mit unserm Blute.

3) Sollt uns Gott nun können hassen, der uns gibt, was er liebt über alle Maßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren.

4) Er nimmt auf sich, was auf Erden wir getan, gibt sich dran, unser Lamm zu werden, unser Lamm, das für uns stirbet und bei Gott für den Tod Gnad und Fried erwirbet.

5) Nun er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: "Lasset fahrn, o liebe Brüder, was euch quält, was euch fehlt; ich bring alles wieder."

6) Ei so kommt und lasst uns laufen, stellt euch ein, groß und klein, eilt mit großen Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet; schaut den Stern, der euch gern Licht und Labsal gönnet.

7) Die ihr schwebt in großem Leide, sehet, hier ist die Tür zu der wahren Freude; fasst ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren.

Fröhlich soll mein Herze springen (Kanon) nur Text 1653

Fröhlich soll mein Herze springen, fröhlich soll mein Herze springen, fröhlich soll mein Herze springen!

Geduld ist euch vonnöten nur Text 1661

1) Geduld ist euch vonnöten, wenn Sorge, Gram und Schmerz, und was euch mehr will töten, euch schneidet in das Herz. O auserwählte Zahl! Soll euch der Tod nicht töten, ist euch Geduld vonnöten, auch in der tiefsten Qual.

2) Geduld ist Gottes Gabe und seines Geistes Gut; der schenket sie zur Habe, sobald er in uns ruht. Der edle, werte Gast erlöst uns von dem Zagen und hilft uns treulich tragen die große Bürd und Last.

3) Geduld kommt aus dem Glauben und hängt an Gottes Wort. Das lässt sie sich nicht rauben, das ist ihr Heil und Hort; das ist ihr hoher Wall, da hält sie sich verborgen, lässt Gott, den Vater, sorgen und fürchtet keinen Fall.

4) Geduld dient Gott zu Ehren und lässt sich nimmer mehr von seiner Liebe kehren; und schlug er noch so sehr, so ist sie doch bedacht, sein heiige Hand zu loben, spricht: der im Himmel oben hat alles wohl gemacht.

Geh aus, mein Herz (Kanon) nur Text 1653

Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben.

Geh aus, mein Herz und suche Freud nur Text 1653

1) Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben, sich ausgeschmücket haben.

2) Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide; Narzissus und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide, als Salomonis Seide.

3) Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fliegt aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Tal und Felder, Berg, Hügel, Tal und Felder.

4) Die Glucke führt ihr Völklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schwälblein speist die Jungen, der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner Höh ins tiefe Gras gesprungen, ins tiefe Gras gesprungen.

5) Die Bächlein rauschen in dem Sand und malen sich an ihrem Rand mit schattenreichen Myrten; die Wiesen liegen hart dabei und klingen ganz vom Lustgeschrei der Schaf und ihrer Hirten, der Schaf und ihrer Hirten.

6) Die unverdrossne Bienenschar fliegt hin und her, sucht hier und da ihr edle Honigspeise; des süßen Weinstocks starker Saft bringt täglich neue Stärk und Kraft in seinem schwachen Reise, in seinem schwachen Reise.

7) Der Weizen wächset mit Gewalt; darüber jauchzet jung und alt und rühmt die große Güte des, der so überfließend labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüte, das menschliche Gemüte.

8) Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen, aus meinem Herzen rinnen.

9) Ach, denk ich, bist du hier so schön und lässt du's uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden: was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schlosse werden, und güldnen Schlosse werden!

10) Welch hohe Lust, welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein! Wie muss es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim mit unverdrossnem Mund und Stimm ihr Halleluja singen, ihr Halleluja singen.

11) O wär ich da! O stünd ich schon, ach süßer Gott, vor deinem Thron und trüge meine Palmen: so wollt ich nach der Engel Weis erhöhen deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen, mit tausend schönen Psalmen.

12) Doch gleichwohl will ich, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht gar stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen, zu deinem Lobe neigen.

13) Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, dass ich dir stetig blühe; gib, dass der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrüchte ziehe, viel Glaubensfrüchte ziehe.

14) Mach in mir deinem Geiste Raum, dass ich dir werd ein guter Baum, und lass mich Wurzel treiben. Verleihe, dass zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben, und Pflanze möge bleiben.

15) Erwähle mich zum Paradeis und lass mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele grünen, so will ich dir und deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen, hier und dort ewig dienen.

Gib dich zufrieden und sei stille nur Text 1666

1) Gib dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens! In ihm ruht aller Freuden Fülle, ohn ihn mühst du dich vergebens; er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gib dich zufrieden!

2) Er ist voll Lichtes, Trosts und Gnaden, ungefärbten, treuen Herzens; wo er steht, tut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmerzens. Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen. Gib dich zufrieden!

3) Wie dir's und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und kennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf der heißen Tränen und fasst zuhauf all unser Sehnen. Gib dich zufrieden!

4) Wenn gar kein Einz'ger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen, auch weiß er Zeit, dir's abzunehmen. Gib dich zufrieden!

5) Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, und was du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gib dich zufrieden!

6) Lass dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du siegen; ob alle Fluten einhergingen, dennoch musst du oben liegen. Denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gib dich zufrieden!

7) Was sorgst du für dein armes Leben, wie du's halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat ein Hand, voll aller Gaben, da See und Land sich muss von laben. Gib dich zufrieden!

8) Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheidnes Körnlein weiset, der Schaf und Rinder in den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird viel mehr dich Einz'gen füllen und dein Begehr und Notdurft stillen. Gib dich zufrieden!

9) Sprich nicht: "Ich sehe keine Mittel, wo ich such, ist nichts zum Besten." Denn das ist Gottes Ehrentitel: helfen, wenn die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, tritt er herzu, uns wohl zu führen. Gib dich zufrieden!

10) Bleibt gleich die Hilf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen; macht dir das Harren Angst und Bange, glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, fasst man gewisser, und was verzieht, ist desto süßer. Gib dich zufrieden!

11) Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dichten; lass sie nur immer weidlich spotten, Gott wird's hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gib dich zufrieden!

12) Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn er's sehen könnt und wollte. Wo ist ein Glück so klar und reine, dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das könnte sagen: "Ich weiß durchaus von keinen Plagen"? Gib dich zufrieden!

13) Es kann und mag nicht anders werden: alle Menschen müssen leiden; was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab, da wird sich's enden. Gib dich zufrieden!

14) Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es wird einmal der Tod herspringen und aus der Qual uns sämtlich bringen. Gib dich zufrieden!

15) Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden abgefahren, sich auch nun im Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst hören sprechen: "Gib dich zufrieden!"

Gott ist mein Licht nur Text 1656

1) Gott ist mein Licht, der Herr mein Heil, das ich erwählet habe; er ist die Kraft, dahin ich eil, und meine Seele labe. Was will ich mich doch fürchten nun? Und wer kann mir doch Schaden tun auf dieser ganzen Erden?

2) Wann mich die böse Rott anfällt und mein Fleisch will verschlingen, so kann sie dieser starke Held gar leicht zu Boden bringen. Wann sich auch gleich ein ganzes Heer legt um mich her, was ists denn mehr? Mein Gott kann sie bald schlagen.

3) Eins bitt ich nur, das hätt ich gern, wenn mir's Gott wollte geben, dass ich bei ihm, als meinem Herrn, stets wohnen sollt und leben und alle meine Tag und Jahr in seinem Hause bei der Schar der Heiligen vollbringen.

4) Da wollt ich meine Herzensfreud an seinen Diensten sehen und rühmen, wie zur bösen Zeit mir so viel Guts geschehen, da er mich fleißig hat verdeckt in seiner Hütten und versteckt in einem starken Felsen.

5) Und also wird er ferner noch mich wissen zu regieren; er wird mich schützen und sehr hoch in sichre Örter führen; mein Haupt wird über meine Feind ob sie gleich hoch erhaben seind, allzeit erhöhet bleiben.

6) Dafür will ich denn wiederum Gott auf das best erhöhen; sein Ruhm soll in dem Heiligtum aus meinem Munde gehen; ich will ihm opfern Dank und Preis, ich will sein Lob, so gut ich weiß, vor allem Volke singen.

7) Herr, mein Gott, höre, wie ich schrei und seufz in meinem Sinne, gib, dass mein Bitten kräftig sei und dein Herz eingewinne. Mein Herz hält dir, o treuer Hort, beständig vor dein eigen Wort: ihr sollt mein Antlitz suchen.

8) Nun such ich jetzt, ach lass mich nicht entgelten meiner Sünden! Ich suche, Herr, dein Angesicht, das lass mich gnädig finden. Verstoße ja nicht deinen Knecht, denn du bist's, der mir hilft zurecht und bringt aus allen Nöten.

9) Mein Vater, Mutter und was hier sonst ist von guten Leuten, das ist zu schwach und können mir nicht treten an die Seiten. Ich bin entsetzt von aller Welt, Gott aber nimmt mich in sein Zelt, da find ich alle Gnüge.

10) Herr, mache mir gerade Bahn, halt mich in deiner Gnade, und nimm dich meiner herzlich an, dass mir kein Feind nicht schade; denn viel die reden wider mich und zeugen, dass sie ewiglich nicht können überweisen.

11) Noch dennoch hab ich guten Mut und glaube, dass ich werde im Lebenslande Gottes Gut dort sehn und auf der Erde. Frisch auf, getrost und unverzagt, wer's nur mit Gott im Glauben wagt, der wird den Sieg erhalten.

Alternativer Text: 1) Gott ist mein Licht, Gott ist mein Heil, das ich erwählet habe; mein Lebenshort, dahin ich eil und meine Seele labe. Was graut mir denn? Was fürcht ich nun? Wer kann irgend Schaden tun auf dieser ganzen Erde?

2) Wenn mich die böse Rott' anfällt und sucht mich zu verschlingen, so kann sie doch der starke Held gar leicht zu Boden bringen. Und wenn auch gleich ein ganzes Heer um mich und mir entgegen wär, kann Er sie niederschlagen.

3) Eins bitt ich nur, das hätt ich gern, wenn mir's Gott geben wollte; dass ich bei Ihm als meinem Herrn auf ewig wohnen sollte und alle meine Tag und Jahr in Seinem Hause bei der Schar der Heiligen zubringen.

4) Da wollt ich meines Herzens Freud an Seinen Diensten sehen und rühmen, wie zur bösen Zeit mir so viel Gut's geschehen! Da Er in Seiner Hütte mich bedeckt und gnädig dann zu sich erhöhet auf dem Felsen!

Gott ist mein Licht, der Herr mein Heil nur Text

1) Gott ist mein Licht, der Herr mein Heil, das ich erwählet habe; er ist die Kraft, dahin ich eil, und meine Seele labe. Was will ich mich doch fürchten nun? Und wer kann mir doch Schaden tun auf dieser ganzen Erden?

2) Wann mich die böse Rott anfällt und mein Fleisch will verschlingen, so kann sie dieser starke Held gar leicht zu Boden bringen. Wann sich auch gleich ein ganzes Heer legt um mich her, was ists denn mehr? Mein Gott kann sie bald schlagen.

3) Eins bitt ich nur, das hätt ich gern, wenn mirs Gott wollte geben, dass ich bei ihm, als meinem Herrn, stets wohnen sollt und leben und alle meine Tag und Jahr in seinem Hause bei der Schar der Heiligen vollbringen.

4) Da wollt ich meine Herzensfreud an seinen Diensten sehen und rühmen, wie zur bösen Zeit mir so viel Guts geschehen, da er mich fleißig hat verdeckt in seiner Hütten und versteckt in einem starken Felsen.

5) Und also wird er ferner noch mich wissen zu regieren; er wird mich schützen und sehr hoch in sichre Örter führen; mein Haupt wird über meine Feind ob sie gleich hoch erhaben seind, allzeit erhöhet bleiben.

6) Dafür will ich denn wiederum Gott auf das best erhöhen; sein Ruhm soll in dem Heiligtum aus meinem Munde gehen; ich will ihm opfern Dank und Preis, ich will sein Lob, so gut ich weiß, vor allem Volke singen.

7) Herr, mein Gott, höre, wie ich schrei und seufz in meinem Sinne, gib, dass mein Bitten kräftig sei und dein Herz eingewinne. Mein Herz hält dir, o treuer Hort, beständig vor dein eigen Wort: ihr sollt mein Antlitz suchen.

8) Nun such ich jetzt, ach lass mich nicht entgelten meiner Sünden! Ich suche, Herr, dein Angesicht, das lass mich gnädig finden. Verstoße ja nicht deinen Knecht, denn du bists, der mir hilft zurecht und bringt aus allen Nöten.

9) Mein Vater, Mutter und was hier sonst ist von guten Leuten, das ist zu schwach und können mir nicht treten an die Seiten. Ich bin entsetzt von aller Welt, Gott aber nimmt mich in sein Zelt, da find ich alle Gnüge.

10) Herr, mache mir gerade Bahn, halt mich in deiner Gnade, und nimm dich meiner herzlich an, dass mir kein Feind nicht schade; denn viel die reden wider mich und zeugen, das sie ewiglich nicht können überweisen.

11) Noch dennoch hab ich guten Mut und glaube, dass ich werde im Lebenslande Gottes Gut dort sehn und auf der Erde. Frisch auf, getrost und unverzagt, wer's nur mit Gott im Glauben wagt, der wird den Sieg erhalten.

Gott Lob, nun ist erschollen nur Text 1648

1) Gott Lob, nun ist erschollen das edle Fried- und Freudenwort, dass nunmehr ruhen sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohlauf und nimm nun wieder dein Saitenspiel hervor, o Deutschland, und sing Lieder im hohen, vollen Chor! Erhebe dein Gemüte zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich.

2) Wir haben nichts verdienet als schwere Straf und großen Zorn, weil stets noch bei uns grünet der freche, schnöde Sündendorn. Wir sind fürwahr geschlagen mit harter, scharfer Rut, und dennoch muss man fragen: Wer ist, der Buße tut? Wir sind und bleiben böse, Gott ist und bleibet treu, hilft, dass sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei.

3) Sei tausendmal willkommen, du teure, werte Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen dein bei uns Wohnen in sich hab. In dir hat Gott versenket all unser Glück und Heil; wer dich betrübt und kränket, der drückt sich selbst den Pfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand.

4) Das drückt uns niemand besser in unsre Seel und Herz hinein als ihr zerstörten Schlösser und Städte voller Schutt und Stein, ihr vormals schönen Felder, mit frischer Saat bestreut, jetzt aber lauter Wälder und dürre, wüste Heid, ihr Gräber voller Leichen und blutgen Heldenschweiß’ der Helden, derengleichen auf Erden man nicht weiß.

5) Hier trübe deine Sinnen, o Mensch, und lass den Tränenbach aus beiden Augen rinnen, geh in dein Herz und denke nach. Was Gott bisher gesendet, das hast du ausgelacht. Nun hat er sich gewendet und väterlich bedacht, vom Grimm und scharfen Dringen zu deinem Heil zu ruhn, ob er dich möchte zwingen mit Lieb und Gutestun.

6) Ach, lass dich doch erwecken! Wach auf, wach auf, du harte Welt, bevor der letzte Schrecken dich schnell und plötzlich überfällt! Wer aber Christum liebet, sei unerschrocknen Muts; der Friede, den er gibet, bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: Das Ende naht herzu, da sollt ihr bei Gott leben in ewgem Fried und Ruh.

Gott Vater sende Deinen Geist nur Text

1) Herr Gott, du bist ja für und für die Zuflucht deiner Herde, du bist gewesen, eh allhier gelegt der Grund zur Erde. Und da noch kein Berg war bereit, da warst du in der Ewigkeit, o Anfang aller Dinge.

2) Du lässt die Menschen in das Tor des Todes häufig wandern und sprichst: Kommt wieder, Menschen, vor und folget jenen andern! Denn dir sind, Höchster, tausend Jahr als wie ein Tag, der gestern war und nunmehr ist vergangen.

3) Du lässt das schnöde Menschenheer wie einen Strom verfließen und wie die Schifflein auf dem Meer bei gutem Wind hinschießen: gleichwie ein Schlaf und Traum bei Nacht, der, wenn der Mensch vom Schlaf erwacht, entfallen und vergessen.

4) Wir sind ein Kraut, das bald verdorrt, ein Gras, das jetzt aufgehet, wird aber schnell von seinem Ort entführet und verwehet; so ist ein Mensch: heut blühet er, und morgen, wann ihn ungefähr ein Wind rührt, liegt er nieder.

5) Das macht, Herr, deines Zornes Grimm dass wir sobald verschwinden. Dein Eifer stößt und wirft uns um, von wegen unsrer Sünden. Die Sünden stellest du vor dich, davon brennt und entrüstet sich dein allzeit reines Herze.

6) Das ist das Feu'r, das uns versehrt das Mark in allen Beinen, daher kommts, dass der Tod verzehrt die Großen und die Kleinen; drum fahren unsre Tage hin wie ein Geschwätze durch den Sinn, wenn wir die Zeit vertreiben.

7) Wie lang hält doch das Leben aus? Gar selten siebzig Jahre. Wenn's hoch kommt, werden achtzig draus, und wenn man alle Ware, die hier gewonnen, nimmt zuhauf ist's lauter Müh von Jugend auf und lauter Angst gewesen.

8) Wir rennen, laufen, sorgen viel, und eh wir uns versehen, da kommt der Tod, steckt uns das Ziel, und da ist's dann geschehen. Wie fliehen eilend und behend, und ist doch niemand, der sein End und Gottes Zorn bedenke.

9) Lehr uns bedenken, frommer Gott, das Elend dieser Erden, auf dass wir, wann wir an den Tod gedenken, klüger werden! Ach kehre wieder, kehr uns zu dein Angesicht und steh in Ruh mit deinen bösen Knechten!

10) Erfüll uns früh mit deiner Gnad am Leib und an der Seelen, so wollen wir dir früh und spat dein Lob mit Dank erzählen. Erfreu uns, o du höchste Freud, und gib uns wieder gute Zeit nach so viel bösen Tagen!

11) Bisher hat's lauter Kreuz geschneit, lass nun die Sonne scheinen, bescher uns Freude nach dem Leid und Lachen nach dem Weinen! Lass deiner Werke süßen Schein, Herr, deinen Knechten kundbar sein und dein Ehr ihren Kindern!

12) Bleib unser Gott und treuer Freund, halt uns auf festem Fuße. Und wenn wir etwa irrig seind, so gib, dass sich mit Buße das Herze wieder zu dir wend. Auch förd're das Tun unser Händ und segn all unsre Werke!

Herr Gott, du bist ja für und für nur Text

1) Herr Gott, du bist ja für und für die Zuflucht deiner Herde, du bist gewesen, eh allhier gelegt der Grund zur Erde. Und da noch kein Berg war bereit, da warst du in der Ewigkeit, o Anfang aller Dinge.

2) Du lässt die Menschen in das Tor des Todes häufig wandern und sprichst: Kommt wieder, Menschen, vor und folget jenen andern! Denn dir sind, Höchster, tausend Jahr als wie ein Tag, der gestern war und nunmehr ist vergangen.

3) Du lässt das schnöde Menschenheer wie einen Strom verfließen und wie die Schifflein auf dem Meer bei gutem Wind hinschießen: gleichwie ein Schlaf und Traum bei Nacht, der, wenn der Mensch vom Schlaf erwacht, entfallen und vergessen.

4) Wir sind ein Kraut, das bald verdorrt, ein Gras, das jetzt aufgehet, wird aber schnell von seinem Ort entführet und verwehet; so ist ein Mensch: heut blühet er, und morgen, wann ihn ungefähr ein Wind rührt, liegt er nieder.

5) Das macht, Herr, deines Zornes Grimm dass wir sobald verschwinden. Dein Eifer stößt und wirft uns um, von wegen unsrer Sünden. Die Sünden stellest du vor dich, davon brennt und entrüstet sich dein allzeit reines Herze.

6) Das ist das Feu'r, das uns versehrt das Mark in allen Beinen, daher kommts, dass der Tod verzehrt die Großen und die Kleinen; drum fahren unsre Tage hin wie ein Geschwätze durch den Sinn, wenn wir die Zeit vertreiben.

7) Wie lang hält doch das Leben aus? Gar selten siebzig Jahre. Wenn's hoch kommt, werden achtzig draus, und wenn man alle Ware, die hier gewonnen, nimmt zuhauf ist's lauter Müh von Jugend auf und lauter Angst gewesen.

8) Wir rennen, laufen, sorgen viel, und eh wir uns versehen, da kommt der Tod, steckt uns das Ziel, und da ist's dann geschehen. Wie fliehen eilend und behend, und ist doch niemand, der sein End und Gottes Zorn bedenke.

9) Lehr uns bedenken, frommer Gott, das Elend dieser Erden, auf dass wir, wann wir an den Tod gedenken, klüger werden! Ach kehre wieder, kehr uns zu dein Angesicht und steh in Ruh mit deinen bösen Knechten!

10) Erfüll uns früh mit deiner Gnad am Leib und an der Seelen, so wollen wir dir früh und spat dein Lob mit Dank erzählen. Erfreu uns, o du höchste Freud, und gib uns wieder gute Zeit nach so viel bösen Tagen!

11) Bisher hat's lauter Kreuz geschneit, lass nun die Sonne scheinen, bescher uns Freude nach dem Leid und Lachen nach dem Weinen! Lass deiner Werke süßen Schein, Herr, deinen Knechten kundbar sein und dein Ehr ihren Kindern!

12) Bleib unser Gott und treuer Freund, halt uns auf festem Fuße. Und wenn wir etwa irrig seind, so gib, dass sich mit Buße das Herze wieder zu dir wend. Auch förd're das Tun unser Händ und segn all unsre Werke!

Herr Jesu, meine Liebe nur Text 1676

1) Herr Jesu, meine Liebe, Ich hätte nimmer Ruh und Rast, Wo nicht fest in mir bliebe Was du für mich geleistet hast; Es müsst in meinen Sünden, Die sich sehr hoch erhöhn, All meine Kraft verschwinden Und wie ein Rauch vergehn, Wenn sich mein Herz nicht hielte Zu dir und deinem Tod, Und ich nicht stets mich kühlte, An deines Leidens Not.

2) Nun weißt du meine Plagen Und Satans, meines Feindes, List: Wenn meinen Geist zu nagen Er emsig und bemühet ist, Da hat er tausend Künste, Von dir mich abzuziehen; Bald treibt er mir die Dünste Des Zweifels in den Sinn, Bald nimmt er mir dein Meinen Und Wollen aus der Acht, Und lehrt mich ganz verneinen Was du doch fest gemacht.

3) Solch Unheil abzuweisen Hast du, Herr, deinen Tisch gesetzt, Da lässest du mich speisen, So dass sich Mark und Bein ergötzt. Du reichst mir zu genießen Dein teures Fleisch und Blut, Und lässest Worte fließen Da all mein Herz auf ruht: "Komm," sprichst du, "komm und nahe Dich ungescheut zu mir, Was ich dir geb, empfahe Und nimm’s getrost zu dir.

4) Hier ist beim Brot vorhanden Mein Leib, der dar gegeben wird Zum Tod und Kreuzesbanden Für dich, der sich von mir verirrt. Beim Wein ist, was geflossen Zur Tilgung deiner Schuld, Mein Blut, das ich vergossen In Sanftmut und Geduld. Nimm’s beides mit dem Munde, Und denk auch mit dabei Wie fromm im Herzensgrunde Ich, dein Erlöser, sei."

5) Herr! ich will dein gedenken, So lang ich Luft und Leben hab, Und bis man mich wird senken An meinem End ins finstre Grab Ich sehe dein Verlangen Nach meinem ew’gen Heil: Am Holz bist du gehangen, Und hast so manchen Pfeil Des Trübsals lassen dringen In dein unschuldigs Herz, Auf dass ich möcht entspringen Des Todes Pein und Schmerz.

6) So hast du auch befohlen, Dass, was den Glauben stärken kann Ich bei dir solle holen, Und soll doch ja nicht zweifeln dran, Du habst für alle Sünden, Die in der ganzen Welt Bei Menschen je zu finden Ein völligs Lösegeld Und Opfer, das bestehet Vor dem, der alles trägt, In dem auch alles gehet, Bezahlet und erlegt.

7) Und dass ja mein Gedanke, Der voller Falschheit und Betrug, Nicht im geringsten wanke, Als wär es dir nicht ernst genug, So neigst du dein Gemüte Zusamt der rechten Hand Und gibst mit großer Güte Mir das hochwerte Pfand Zu essen und zu trinken: Ist das nicht Trost und Licht, Dem der sich lässt bedünken Du wollest seiner nicht?

8) Ach Herr! du willst uns alle, Das sagt uns unser Herze zu. Die so der Feind zu Falle Gebracht, rufst du zu deiner Ruh. Ach hilf, Herr! hilf uns eilen Zu dir, der jederzeit Uns allesamt zu heilen, Geneigt ist und bereit. Gib Lust und heil’ges Dürsten Nach deinem Abendmahl, Und dort mach uns zu Fürsten Im güldnen Himmelssaal!

Herr, aller Weisheit Quell und Grund nur Text

1) Herr, aller Weisheit Quell und Grund, dir ist all mein Vermögen kund, wo du nicht hilfst und deine Gunst, ist all mein Tun und Werk umsunst.

2) Ich leider als ein Sündenkind bin von Natur zum Guten blind, mein Herze, wann dirs dienen soll, ist ungeschickt und Torheit voll.

3) Ja, Herr, ich bin gar viel zu schlecht, zu handeln dein Gesetz und Recht, was meinem Nächsten nütz im Land, ist mir verdeckt und unbekannt.

4) Mein Leben ist sehr kurz und schwach, ein Lüftlein, das bald lässet nach. Was in der Welt zu prangen pflegt, das ist mir wenig beigelegt.

5) Wann ich auch gleich vollkommen wär, hätt aller Gaben Ruhm und Ehr und sollt entraten deines Lichts, so wär ich doch ein lauter Nichts.

6) Was hilfts, wann einer gleich viel weiß, und hat zuvorderst nicht mit Fleiß gelernet deine Furcht und Dienst, der hat mehr schaden als Gewinnst.

7) Das Wissen, das ein Mensche führt, wird leichthin in ihm selbst verirrt. Wann unsre Kunst am meisten kann, so stößt sie aller Enden an.

8) Wie mancher stürzet seine Seel durch Klugheit, wie Ahitophel, und nimmt, weil er dich nicht recht kennt, durch seinen Witz ein schrecklich End!

9) O Gott, mein Vater, kehre dich zu meiner Bitt und höre mich: nimm solche Torheit von mir hin und gib mir einen bessern Sinn!

10) Gib mir die Weisheit, die du liebst und denen, die dich lieben, gibst, die Weisheit, die vor deinem Thron allstets erscheint in ihrer Kron.

11) Ich lieb ihr liebes Angesicht, sie ist meins Herzens Freud und Licht, sie ist die Schönste, die mich hält und meinen Augen wohlgefällt.

12) Sie ist hochedel, auserkorn, von dir, o Höchster, selbst geborn, sie ist der hellen Sonnen gleich, an Tugend und an Gaben reich.

13) Ihr Mund ist süß und tröstet schön, wenn uns die Augen übergehn. Wenn uns der Kummer niederdrückt, so ist sie's, die das Herz erquickt.

14) Sie ist voll Ehr und Herrlichkeit, bewehrt vorm Tod und großem Leid. Wer fleißig um sie kämpft und wirbt, der bleibet lebend, wenn er stirbt.

15) Sie ist des Schöpfers nächster Rat, von Worten mächtig und von Tat. Durch sie erfährt die blinde Welt, was Gott gedenkt in seinem Zelt.

16) Wenn welcher Mensch weiß Gottes Rat? Wer ists, der je erfunden hat den Schluss, den er im Himmel schleußt, den Weg, den er uns laufen heißt?

17) Die Seele wohnet in der Erd und wird durch ihre Last beschwert. Die Sinnen, hin und her zerstreut, sind ja von Irrtum nicht befreit.

18) Wer will erforschen, was Gott setzt, und sagen, was sein Herz ergötzt? Es sei denn, der du ewig lebst, dass du uns deine Weisheit gebst.

19) Drum sende sie von deinem Thron und gib sie deinem Kind und Sohn! Ach, schütt und geuß sie reichlich aus in meines Herzens armes Haus!

20) Befiehl ihr, dass sie mit mir sei und, wo ich gehe, stehe bei. Bin ich in Arbeit, helfe sie mir tragen meine schwere Müh!

21) Gib mir durch ihre weise Hand die recht Erkenntnis und Verstand, dass ich an dir alleine kleb und nur nach deinem Willen leb!

22) Gib mir durch sie Geschicklichkeit, zur Wahrheit lass mich sein bereit, dass ich nicht mach aus sauer süß, noch aus dem Lichte Finsternis!

23) Gib Lieb und Lust zu deinem Wort, hilf, dass ich bleib an meinem Ort und mich zur frommen Schar gesell, in ihrem Rat mein Wesen stell!

24) Gib auch, dass ich gern jedermann mit Rat und Tat, so gut ich kann, aus rechter unverfälschter Treu zu helfen allzeit willig sei,

25) Auf dass in allem, was ich tu, in deiner Lieb ich nehme zu. Denn wer sich nicht der Weisheit gibt, der bleibt von dir auch ungeliebt.

Herr, der du vormals hast dein Land nur Text 1653

1) Herr, der du vormals hast dein Land mit Gnaden angeblicket und des gefangnen Volkes Band gelöst und es erquicket, der du die Sünd und Missetat, die es zuvor begangen hat, hast väterlich verziehen,

2) Herr, der du deines Eifers Glut zuvor oft abgewendet und nach dem Zorn das süße Gut der Lieb und Huld gesendet: ach frommes Herz, ach unser Heil, nimm weg und hebe auf in Eil, was uns betrübt und kränket.

3) Lösch aus, Herr, deinen großen Grimm im Brunnen deiner Gnaden. Erfreu und tröst uns wiederum nach ausgestandnem Schaden. Willst du denn zürnen ewiglich? Und sollen deine Fluten sich ohn alles End ergießen?

4) Willst du, o Vater, uns denn nicht nun einmal wieder laben? Und sollen wir an deinem Licht nicht wieder Freude haben? Ach gieß aus deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus auf uns und unsre Häuser!

5) Ach, dass ich hören sollt das Wort erschallen bald auf Erden, dass Friede sollt an allem Ort, wo Christen wohnen, werden! Ach, dass uns doch Gott sagte zu der Krieges Schluss, der Waffen Ruh und alles Unglücks Ende!

6) Ach, dass doch diese böse Zeit bald wiche guten Tagen, damit wir in dem großen Leid nicht möchten ganz verzagen! Doch ist ja Gottes Hilfe nah, und seine Gnade stehet da all denen, die ihn fürchten.

7) Wenn wir nur fromm sind, wird sich Gott schon wieder zu uns wenden, den Krieg und alle andre Not nach Wunsch und also enden, dass seine Ehr in unserm Land und allenthalben werd erkannt, ja stetig bei uns wohne.

8) Die Güt und Treue werden schön einander grüßen müssen, Gerechtigkeit wird einhergehn, und Friede wird sie küssen; die Treue wird mit Lust und Freud auf Erden blühn, Gerechtigkeit wird von dem Himmel schauen.

9) Der Herr wird uns viel Gutes tun, das Land wird Früchte geben; und die in seinem Schoße ruhn, die werden davon leben. Gerechtigkeit wird dennoch stehn und stets in vollem Schwange gehn zur Ehre seines Namens.

Herr, dir trau ich all mein Tage nur Text

1) Herr, dir trau ich all mein Tage lass mich nicht mit Schimpf bestehn. Wie ich von dir glaub und sage, also lass mirs auch ergehn. Rette mich, lass deine Güte mir erfrischen mein Gemüte. Neige deiner Ohren Treu und vernimm mein Angstgeschrei!

2) Sei mein Aufhalt, lass mich sitzen bei dir, o mein starker Hort! Lass mich deinen Schutz beschützen und erfülle mir dein Wort: da du selbsten meinem Leben dich zum Fels und Burg gegeben. Hilf mir aus des Heuchlers Band und der Ungerechten Hand!

3) Denn dich hab ich auserlesen von der zarten Jugend an; dein Arm ist mein Trost gewesen, Herr, so lang ich denken kann. Auf dich hab ich mich erwogen, alsbald du mich der entzogen, der ich, ehe Nacht und Tag mich erblickt, im Leibe lag.

4) Von dir ist mein Ruhm, mein Sagen, dein erwähn ich immerzu. Viel die spotten meiner Plagen, höhnen, was ich red und tu. Aber du bist meine Stärke, wann ich Angst und Trübsal merke, lauf ich dich an. Gönne mir, fröhlich stets zu sein in dir!

5) Stoß mich nicht von deiner Seiten, wenn mein hohes Alter kommt, da die schwachen Tritte gleiten und man Trost vom Stecken nimmt. Da greif du mir an die Arme, fall ich nieder, so erbarme du dich, hilf mir in die Höh und halt, bis ich wieder steh.

6) Mach es nicht, wie mirs die gönnen, die mein abgesagte Feind, auch mir, wo sie immer können, mit Gewalt zuwider seind. Sprechen: Auf, lasst uns ihn fassen, sein Gott hat ihn ganz verlassen, jagt und schlagt ihn immerhin, niemand schützt und rettet ihn.

7) Ach, mein Helfer, sei nicht ferne, komm und eile doch zu mir, hilf mir, mein Gott, bald und gerne, zeuch mich aus der Not herfür, dass sich meine Feinde schämen und vor Hohn und Schande grämen, ich hingegen lustig sei Über mir erwiesne Treu.

8) Mein Herz soll dir allzeit bringen deines Lobs gebührlich Teil, auch soll meine Zunge singen täglich dein unzählig Heil. Ich bin stark, herein zu gehen, unerschrocken dazustehen durch des großen Herrschers Kraft, der die Erd und alles schafft.

9) Herr, ich preise deine Tugend, Wahrheit und Gerechtigkeit, die mich noch in meiner Jugend hoch ergötzet und erfreut: hast mich als ein Kind ernähret, deine Furcht dabei gelehret, oftmals wunderlich bedeckt, dass mein Feind mich nicht erschreckt.

10) Fahre fort, o mein Erhalter, fahre fort und lass mich nicht in dem hohen grauen Alter, wenn mir Lebenskraft gebricht; lass mein Leben in dir leben, bis ich Unterricht gegeben Kindeskindern, dass dein Hand ihnen gleichfalls sei bekannt.

11) Gott, du bist sehr hoch zu loben, dir ist nirgend etwas gleich, weder hier bei uns noch droben in dem Stern- und Engelreich. Dein Tun ist nicht auszusprechen, deinen Rat kann niemand brechen, alles liegt dir in dem Schoß, und dein Werk ist alles groß.

12) Du ergibst mich großen Nöten, gibst auch wieder große Freud, heute lässt du mich ertöten, morgen ist die Lebenszeit, da ermunterst du mich wieder und erneuerst meine Glieder, holst sie aus der Erdenkluft, gibst dem Herzen wieder Luft.

13) Such ich Trost, und finde keinen? Balde werd ich wieder groß. Dein Trost trocknet mir mein Weinen, das mir aus den Augen floss. Ich selbst werde wie ganz neue, sing und klinge deine Treue, meines Lebens einz'ges Ziel, auf der Harf und Psalterspiel.

14) Ich bin durch und durch entzündet, fröhlich ist, was in mir ist, alle mein Geblüt empfindet dein Heil, das du selber bist. Ich steh in gewünschtem Stande, mein Feind ist voll Scham und Schande. Der mein Unglück hat gesucht, leidet, was er mir geflucht.

Herr, du erforschest meinen Sinn nur Text

1) Herr, du erforschest meinen Sinn und kennest, was ich hab und bin, ja, was mir selbst verborgen ist, das weißt du, der du alles bist.

2) Ich sitz hier oder stehe auf, ich lieg, ich geh auch oder lauf: so bist du um und neben mir, und ich bin allzeit hart bei dir.

3) All die Gedanken meiner Seel, und was sich in der Herzenshöhl hier reget, hast du schon betracht, eh ich einmal daran gedacht.

4) Auf meiner Zunge ist kein Wort, das du nicht hörest allsofort, du schaffest's, was ich red und tu, und siehst all meinem Leben zu.

5) Das ist mir kund. Und bleibet doch mir solch Erkenntnis viel zu hoch, es ist die Weisheit, die kein Mann recht aus dem Grunde wissen kann.

6) Wo soll ich, der du alles weißt, mich wenden hin vor deinem Geist? Wo soll ich deinem Angesicht entgehen, dass michs sehe nicht?

7) Führ ich gleich an des Himmels Dach so bist du da, hältst Hut und Wach, stieg ich zur Höll und wollte mir da betten, find ich dich auch hier.

8) Wollt ich der Morgenröten gleich geflügelt ziehn, so weit das Reich der wilden Fluten netzt das Land, käm ich doch nie aus deiner Hand.

9) Rief ich zu Hilf die finstre Nacht, hätt ich doch damit nichts verbracht. Denn lass die Nacht sein wie sie mag, so ist sie bei dir heller Tag.

10) Dich blendt der dunkle Schatten nicht, die Finsternis ist dir ein Licht, dein Augenglanz ist klar und rein, darf weder Sonn noch Mondenschein.

11) Mein Eingeweid ist dir bekannt, es liegt frei da in deiner Hand, der du von Mutterleibe an mir lauter Lieb und Guts getan.

12) Du bists, der Fleisch, Gebein und Haut so künstlich in mir aufgebaut; all deine Werk sind Wunder voll, und das weiß meine Seele wohl.

13) Du sahest mich, da ich noch gar fast nichts und unbereitet war, warst selbst mein Meister über mir und zogst mich aus der Tief herfür.

14) Auch meiner Tag und Jahre Zahl, minuten, Stunden allzumal hast du, als meiner Zeiten Lauf, vor meiner Zeit geschrieben auf.

15) Wie köstlich, Herrlich, süß und schön seh ich, mein Gott, da vor mir stehn dein weises Denken, was du denkst, wenn du uns deine Güter schenkst!

16) Wie ist doch des so trefflich viel! Wenn ich bisweilen zählen will, so find ich da bei weitem mehr als Staub im Feld und Sand am Meer.

17) Was macht denn nun die wüste Rott, die dich, o großer WunderGott, so schändlich lästert und mit Schmach dir so viel Übels redet nach?

18) Ach, stopfe ihren schnöden Mund! Steh auf und stürze sie zu Grund! Denn weil sie deine Feinde seind, bin ich auch ihnen herzlich feind.

19) Ob sie gleich nun hinwieder sehr mich hassen, tu ich doch nicht mehr, als dass ich wider ihren Trutz mich leg in deinen Schoß und Schutz.

20) Erforsch, Herr, all mein Herz und Mut, sieh, ob mein Weg sei recht und gut, und führe mich bald himmelan den ewgen Weg, die Freudenbahn.

Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden nur Text 1653

1) Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden! Du bist mein, Ich bin Dein niemand kann uns scheiden. Ich bin Dein, weil Du Dein Leben und Dein Blut, Mir zu gut, hast dahingegeben.

2) Nimmer kann ich mehr erbeben. Deine Huld Nahm die Schuld, gab mir ew'ges Leben. Freudig darf ich aufwärts schauen, hier im Streit, Not und Leid, darf auf Dich ich trauen.

3) Du kannst mich ja nicht mehr lassen, deine Lieb, Die Dich trieb, wird mich stets umfassen. Drum sei Dir auch Preis und Ehre, teurer Hort, Hier und dort in der Heil'gen Chöre!

Ich bin ein Gast auf Erden nur Text 1666

1) Ich bin ein Gast auf Erden und hab hier keinen Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier reis ich bis zum Grabe; dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schließt all Arbeit zu.

2) Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an als Müh und Not gewesen? Solang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht.

3) Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt; Blitz, Donner, Wind und Regen hat mir manch Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ich's gleich nicht verschuld't, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld.

4) So ging's den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenn's fehlt am guten Rat; sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß, bis dass der Tod sie nieder legt in des Grabes Schoß.

5) Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben als solche großen Leut? Es muss ja durchgedrungen, es muss gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein.

6) So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.

7) Mein Heimat ist dort droben, da aller Engel Schar den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, wie es ihm wohlgefällt.

8) Zu dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, dass ich's fast müde bin. Je länger ich hier walle, je wen'ger find ich Freud, die meinem Geist gefalle; das meist ist Herzeleid.

9) Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will; komm, mach ein seligs Ende an meiner Wanderschaft, und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft.

10) Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus; und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab.

11) Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll gleich wie die helle Sonne mit andern leuchten soll.

12) Da will ich immer wohnen - und nicht nur als ein Gast - bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Tun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbteil ruhn.

Ich danke dir demütliglich nur Text

1) Ich danke dir demütiglich, o Gott, mein Vater, dass du dich von deinem Zorn gewendet und deinen Sohn zur Freud und Kron' uns in die Welt gesendet.

2) Er ist gekommen, hat sein Blut vergossen und in solcher Flut all' unser' Sünd ersticket. Wer ihn nur fasst, wird aller Last benommen und erquicket.

3) Ich bitte, was ich bitten kann, herzlieber Vater, nimm mich an in diesen edlen Orden, der durch dies Blut gerecht und gut und ewig selig worden.

4) Lass meines Glaubens Aug' und Hand ergreifen dieses werte Pfand und nimmermehr verlieren. Lass dieses Licht, mein Angesicht, zum ew'gen Lichte führen!

5) Bereite meiner Seelen Haus, wirf allen Kot und Unflat aus, bau in mir deine Hütte, dass deine Güt in mein Gemüt all ihre Lieb ausschütte!

6) Wann ich dich hab, ist alles mein. Du kannst nicht ohne Gaben sein, hast tausend Weg und Weisen, dein' arme Herd' auf dieser Erd zu nähren und zu speisen.

7) Gib mir, dass ich an meinem Ort allstets dich fürcht' in deinem Wort und meinen Stand so führe, dass Glaub' und Treu' stets bei mir sei und all' mein Leben ziere!

8) Gib nur ein gnügsam' Herz und Sinn! Denn das ist ja ein großer G'winn, in steter Andacht liegen. Und, wenn Gott gibt was ihm beliebt, ihm lassen gern genügen.

9) Das Wen'ge, das durch Gottes Hand ein Frommer und Gerechter hat, ist vielmal mehr geehret, als alles Geld, davon die Welt mit frechem Herzen zehret.

10) Die Frommen sind dir, Herr, bewusst. Du bist ihr und sie deine Lust und werden nicht zuschanden, kommt teure Zeit, findt sich bereit ihr Brot in allen Landen.

11) Gott hat den, der ihn fürchtet, lieb, sieht zu, dass ihn kein Unfall trüb, hat Lust zu seinen Wegen. Und wenn er fällt, steht Gott und hält ihn fest in seinem Segen.

12) Des Höchsten Auge sieht auf die, so auf ihn hoffen spat und früh, dass er sie schütz' und rette aus aller Not, wenn sie der Tod auch selbst verschlungen hätte.

13) Herr, du kannst nichts als Güte sein, du wollest deiner Güte Schein uns und all' denen gönnen, die sich mit Mund und Herzensgrund allein zu dir bekennen!

14) Insonderheit nimm wohl in Acht den Fürsten, den du uns gemacht zu unsers Landes Krone, lass immerzu sein Fried und Ruh auf seinem Stuhl und Throne.

15) Halt unser liebes Vaterland in deinem Schoß und starker Hand! Behüt uns allzusammen vor falscher Lehr' und Feindes Heer, vor Pest und Feuersflammen.

16) Nimm all der Meinen eben wahr, treib, Herr, die böse Höllenschar von Jungen und von Alten, dass deine Herd' hie zeitlich werd und ewig dort erhalten.

Ich danke dir mit Freuden nur Text

1) Ich danke dir mit Freuden mein König und mein Heil, dass du manch schweres Leiden, so mir zu meinem Teil oft häufig zugedrungen durch deine Wunderhand gewaltig hast bezwungen und von mir abgewandt.

2) Du hast in harten Zeiten mir diese Gnad erteilt, dass meiner Feinde Streiten mein Leben nicht ereilt, wenn sie an hohen Orten mich, der ich’s nicht gedacht, mit bösen falschen Worten sehr übel angebracht.

3) Wenn sie wie wilde Leuen die Zungen ausgestreckt und mich mit ihrem Schreien bis auf den Tod erschreckt, so hat denn dein Erbarmen, das alles lindern kann, gewaltet und mir Armen den treusten Dienst getan.

4) Sie haben oft zusammen sich wider mich gelegt und wie die Feuerflammen Gefahr und Brand erregt: da hab ich denn gesessen und Blut und Angst geschwitzt, als ob du mein vergessen, und hast mich doch geschützt.

5) Du hast mich aus dem Brande und aus dem Feu'r gerückt, und wenn der Höllen Bande mich um und um bestrickt, so hast du auf mein Bitten dich, Herr, zu mir gesellt und aus des Unglücks Mitten mich frei ins Feld gestellt.

6) Den Kläffer, der mit Lügen gleich als mit Waffen kämpft und nichts kann als betrügen, den hast du oft gedämpft. Wenn er, gleich einem Drachen, das Maul hoch aufgezerrt, so hast du ihm den Rachen durch deine Kraft gesperrt.

7) Ich war nah am Verderben, du nahmst mich in den Schoß. Es kam mit mir zum Sterben, du aber sprachst mich los und hieltest mich beim Leben und gabst mir Rat und Tat, die sonst kein Mensch zu geben in seinen Mächten hat.

8) Es war in allen Landen, so weit die Wolken gehen, kein einzger Freund vorhanden, der bei mir wollte stehn. Da dacht ich an die Güte, die du, Herr, täglich tust, und hub Herz und Gemüte zur Höhe, da du ruhst.

9) Ich rief mit vollem Munde, du nahmest alles an und halfst recht aus dem Grunde so, dass ich’s nimmer kann nach Würden genugsam loben: doch will ich Tag und Nacht dich in dem Himmel droben zu preisen sein bedacht.

Ich erhebe, Herr, zu dir nur Text 1647

1) Ich erhebe, Herr, zu dir meiner beiden Augen Licht, mein Gesicht ist für und für zu den Bergen aufgericht't, zu den Bergen, da herab ich mein Heil und Hilfe hab.

2) Meine Hilfe kommt allein von des Höchsten Händen her, der so künstlich, hübsch und fein Himmel, Erde, Luft und Meer, und was in den allen ist, uns zum Besten ausgerüst't.

3) Er nimmt deiner Füße Tritt, o mein Herze, wohl in Acht, wenn du gehest, geht er mit und bewahrt dich Tag und Nacht. Sei getrost! Das Höllenheer wird dir schaden nimmermehr.

4) Siehe, wie sein Auge wacht, wenn du liegest in der Ruh, wenn du schläfest, kommt mit Macht auf dein Bett geflogen zu seiner Engel güldne Schar, dass sie deiner nehmen wahr.

5) Alles was du bist und hast, ist umringt mit seiner Hut, deiner Sorgen schwere Last nimmt er weg, macht alles gut. Leib und Seel hält er verdeckt, wenn dich Sturm und Wetter schreckt.

6) Wenn der Sonnen Hitze brennt und des Leibes Kräfte bricht, wenn dich Stern und Monde blendt mit dem klaren Angesicht, hat er seine starke Hand dir zum Schatten vorgewandt.

7) Nun, er fahre immer fort, der getreue fromme Hirt, bleibe stets dein Schild und Hort, wenn dein Herz geängstet wird. Wenn die Not wird viel und groß, schließt er dich in seinen Schoß.

8) Wenn du sitzest, wenn du stehst, wenn du redest, wenn du hörst, wenn du aus dem Hause gehst und zurücke wieder kehrst, wenn du trittst aus oder ein, woll er dein Gefährte sein.

Ich hab in Gottes Herz und Sinn nur Text 1647

1) Ich hab in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben; was böse scheint, ist mir Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben. Denn Gott ist mein, und ich bin sein, was ist wohl, das mir schade? Ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleib ich in seiner Gnade.

2) Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muss mich lieben. Wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüt in seiner Güt gewöhnen fest zu stehen. Halt ich dann stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen.

3) Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle Maßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt, zu tun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene; und was er tut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene.

4) Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer großen Last dein Glück und Heil beschweret; hast spät und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, dass, was geschicht, gescheh zu deinem Frommen.

5) Fürwahr, der dich geschaffen hat und sich zur Ehr erbauet, der hat schön längst in seinem Rat ersehen und beschauet aus wahrer Treu, was dienlich sei dir und den Deinen allen. Lass ihm doch zu, dass er nur tu nach seinem Wohlgefallen.

6) Wie’s Gott gefällt, so muss es sein, zuletzt wirds dich erfreuen; was du jetzt nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden; all Angst und Qual wird auf einmal gleichwie ein Dampf verschwinden.

7) Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände. Nimm mich und mach es du mit mir bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, dass meinem Geist dadurch sein Heil entstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sich in ihr selbst erhöhe.

8) Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Unglück sein, will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Tür noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mit gehen.

9) Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straße reisen, wohlan, so tret ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende kehren, dass ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren.

Ich hab oft bei mir selbst gedacht nur Text 1653

1) Ich hab oft bei mir selbst gedacht, wann ich den Lauf der Welt betracht, ob auch das Leben dieser Erd uns gut sei und des Wünschens wert, und ob nicht der viel besser tu, der sich fein zeitlich legt zur Ruh.

2) Denn, Lieber, denk und sage mir: was für ein Stand ist wohl allhier, dem nicht sein Angst, sein Schmerz und Weh alltäglich überm Haupte steh? ist auch ein Ort, der Kummers frei und ohne Klag und Sorgen sei?

3) Sieh unsers ganzen Lebens Lauf: ist auch ein Tag von Jugend auf, der nicht sein eigne Qual und Plag auf seinem Rücken mit sich trag? ist nicht die Freude, die uns stillt, auch selbst mit Jammer überfüllt?

4) Hat einer Glück und gute Zeit, hilf Gott, wie tobt und zürnt der Neid! Hat einer Ehr und große Würd, ach, mit was großer Last und Bürd ist, der vor andern ist geehrt, vor andern auch dabei beschwert!

5) Ist einer heute gutes Muts, ergötzt und freut sich seines Guts: eh ers vermeint, fährt sein Gewinn zusamt dem guten Mute hin! wie plötzlich kommt ein Ungestüm und wirft die großen Güter üm!

6) Bist du denn fromm und fleuchst die Welt und liebst Gott mehr als Gold und Geld, so wird dein Ruhm, dein Schmuck und Kron in aller Welt zu Spott und Hohn; denn wer der Welt nicht heucheln kann, den sieht die Welt für albern an.

7) Nun, es ist wahr, es steht uns hier die Trübsal täglich vor der Tür, und findt ein jeder überall des Kreuzes Not und bittre Gall. sollt aber drum der Christen Licht ganz nichts mehr sein? Das glaub ich nicht.

8) Ein Christe, der an Christo klebt, und stets im Geist und Glauben lebt, dem kann kein Unglück, keine Pein im ganzen Leben schädlich sein; gehts ihm nicht allzeit wie es soll, so ist ihm dennoch allzeit wohl.

9) Hat er nicht Gold, so hat er Gott, fragt nicht nach böser Leute Spott, Verwirft mit Freuden und verlacht der Welt verkehrten Stolz und Pracht. sein Ehr ist Hoffnung und Geduld, sein Hoheit ist des Höchsten Huld.

10) Es weiß ein Christ und bleibt dabei, dass Gott sein Freund und Vater sei; er hau, er brenn, er stech, er schneid, hier ist nichts, das uns von ihm scheid, je mehr er schlägt, je mehr er liebt, bleibt fromm, ob er uns gleich betrübt.

11) Lass alles fallen, wie es fällt: wer Christi Lieb im Herzen hält, der ist ein Held und bleibt bestehn, wann Erd und Himmel untergehn; und wann ihn alle Welt verlässt, hält Gottes Wort ihn steif und fest.

12) Des Höchsten Wort dämpft alles Leid und kehrts in lauter Lust und Freud; es nimmt dem Unglück alles Gift, dass, obs uns gleich verfolgt und trifft, es dennoch unser Herze nie in allzu große Trauer zieh.

13) Ei nun, so mäßge deine Klag! ist dieses Leben voller Plag, ist's dennoch an der Christen Teil auch voller Gottes Schutz und Heil. wer Gott vertraut und Christum ehrt, der bleibt im Kreuz auch unversehrt.

14) Gleichwie das Gold durchs Feuer geht und in dem Ofen wohl besteht, So bleibt ein Christ durch Gottes Gnad im Elendsofen ohne Schad; ein Kind bleibt seines Vaters Kind, obs gleich des Vaters Zucht empfindt.

15) Drum, liebes Herz, sei ohne Scheu und sieh auf deines Vaters Treu! empfindst du auch hier seine Rut, er meints nicht bös, es ist dir gut! gib dich getrost in seine Händ, es nimmt zuletzt ein gutes End.

16) Leb immerhin, so lang er will! ists Leben schwer, so sei du still, es geht zuletzt in Freuden aus: im Himmel ist ein schönes Haus, da, wer nach Christo hier gestrebt, mit Christi Engeln ewig lebt!

Ich habs verdient, was will ich doch nur Text 1653

1) Ich habs verdient, was will ich doch mich wider Gott viel sperren? Komm immer her, du Kreuzesjoch und bittrer Kelch des Herren! Ohn' Angst und Pein mag der nicht sein, der wider Gott gehandelt, wie ich getan, da ich die Bahn der schnöden Welt gewandelt.

2) Ich will des Herren Straf und Zorn mit willgem Herzen tragen, in Sünden bin ich ja geborn, hab auch im Sündenwagen mit eitler Freud oft meine Zeit ganz liederlich verzehret, Gott, meinen Hort, in seinem Wort nicht, wie ich soll, gehöret.

3) Ich habe den gebahnten Steg verlassen und geliebet den gottvergessnen Irreweg. Drum wird auch nun betrübet mein Herz und Mut durch Gottes Rut. Er hält ein recht' Gerichte vor seinem Thron, gibt Sold und Lohn mit völligem Gewichte.

4) Gott ist gerecht, doch auch dabei sehr fromm und voller Güte, die Vaterlieb und Muttertreu, die wohnt ihm im Gemüte. Gott zürnet nicht, wie wohl geschicht bei uns hier auf der Erden, da mancher Mann nicht wieder kann zur Sühn' erweichet werden.

5) Nein, traun, Das ist nicht Gottes Sinn, sein Zorn, der hat ein Ende, wann wir uns bessern, fällt er hin und macht die strengen Hände sanft und gelind, hört auf, die Sünd' hier bei uns heimzusuchen. Gott kehrt den Grimm mit Gnaden um und segnet nach dem Fluchen.

6) Das wird fürwahr auch mir geschehn! Es solls ein jeder spüren. Gott wird einmal zum Rechten sehn und meine Sach' ausführen. Sein Angesicht wird mich ans Licht aus meiner Höhle bringen, dass seine Treu ich frisch und frei erzählen mög und singen.

7) Drum freut euch nicht, ihr meine Feind, ob ich darniederliege, denn mein Gott wird, eh ihr vermeint, mir helfen, dass ich siege. Sein heilge Hand wird meinen Stand schon wieder feste gründen. Es wird sich Freud und gute Zeit nach trübem Wetter finden.

8) Ich bin in Not und weiß doch nicht von rechter Not zu sagen, denn Gott ist meines Herzens Licht. Wo das ist, muss es tagen auch in der Nacht, da sich die Macht der Finsternis vermehret. Wann dieses Licht mir scheint, so bricht und fällt, was mich beschweret.

9) Es kommt die Zeit und ist nicht weit, da will ich jubilieren. Der aber, der mich jetzt verspeit und pfleget zu vexieren in meiner Not: wo ist dein Gott? Der wird mit Schanden stehen. Er wird mit Hohn, ich mit der Kron der Ehren davon gehen.

Ich lag in tiefer Todesnacht nur Text

1) Ich steh’ an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben; ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel’ und Mut, nimm alles hin und lass dir’s wohl gefallen.

2) Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast dich mir zu eigen gar, eh ich dich kannt’, erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden.

3) Ich lag in tiefer Todesnacht, du warest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud’ und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht’, wie schön sind deine Strahlen.

4) Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen; und weil ich nun nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen. O dass mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel’ ein weites Meer, dass ich dich möchte fassen.

Ich lag in tiefster Todesnacht nur Text 1653

Ich lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht', wie schön sind deine Strahlen!

Ich preise dich und singe nur Text

1) Ich preise dich und singe, Herr, deine Wundergnad, die mir so große Dinge bisher erwiesen hat. Denn das ist meine Pflicht, in meinem ganzen Leben dir Lob und Dank zu geben, mehr hab und kann ich nicht.

2) Du hast mein Herz erhöhet aus mancher tiefen Not, den aber, der da gehet und suchet meinen Tod und tut mir Herzleid an, den hast du weggeschlagen, dass er sich meiner Plagen mitnichten freuen kann.

3) Herr, mein Gott, da ich Kranker vom Bette zu dir schrei, da ward dein Heil mein Anker und stund mir treulich bei. Da andre fuhren hin zur finstern Todeshöhle, da hielst du meine Seele und mich noch, wo ich bin.

4) Ihr Heiligen, lobsinget und danket eurem Herrn, der, wenn die Not herdringet, bald hört und herzlich gern uns Gnad und Hilfe gibt. Rühmt den, des Hand uns träget und, wenn er uns ja schläget, nicht allzusehr betrübt.

5) Gott hat ja Vaterhände und strafet mit Geduld, sein Zorn nimmt bald ein Ende, sein Herz ist voller Huld und gönnt uns lauter Guts. Den Abend währt das Weinen, des Morgens macht das Scheinen der Sonn uns gutes Muts.

6) Ich sprach zur guten Stunde, da mirs noch wohl erging: ich steh auf festem Grunde, acht alles Kreuz gering. Ich werde nimmermehr, das weiß ich, niederliegen. Denn Gott, der nicht kann trügen, der liebt mich gar zu sehr.

7) Als aber dein Gesichte, ach Gott, sich von mir wandt, da war mein Trost zunichte, da lag mein Heldenstand. Es war mir Angst und Bang, ich führte schwere Klagen mit Zittern und mit Zagen: Herr, mein Gott, wie so lang?

8) Hast du dir vorgenommen, mein ewger Feind zu sein? Was werden dir denn frommen die ausgedorrten Bein und der elende Staub, zu welchem in der Erden wir werden, wenn wir werden des blassen Todes Raub?

9) So lang ich's Leben habe, lobsing ich deiner Ehr, dort aber, in dem Grabe, gedenk ich dein nicht mehr. Drum eil und hilf mir auf und gib mir Kraft und Leben. Dafür will ich dir geben meins ganzen Lebens Lauf.

10) Nun wohl, ich bin erhöret, mein Seufzen ist erfüllt, mein Kreuz ist umgekehret, mein Herzleid ist gestillt. Mein Grämen hat ein End, es ist von meinem Herzen der bittern Sorgen Schmerzen durch dich, Herr, abgewendt.

11) Du hast mit mir gehandelt noch besser, als ich will. Mein Klagen ist verwandelt in eines Reigens Spiel, und für das Trauerkleid, in dem ich vor gestöhnet, da hast du mich gekrönet mit süßer Lust und Freud.

12) Auf dass zu deiner Ehre mein Ehre sich erhüb und nimmer stille wäre, bis dass ich deine Lieb und ungezählte Zahl der großen Wunderdinge mit ewgen Freuden singe im güldnen Himmelssaal.

Ich singe dir mit Herz und Mund nur Text 1653

1) Ich singe dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust; ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewusst.

2) Ich weiß, dass du der Brunn der Gnad und ewge Quelle bist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fließt.

3) Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd?

4) Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen netzt?

5) Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, dass man Öl und Most zu seinen Zeiten find't?

6) Wer gibt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand den güldnen, werten, edlen Fried in unserm Vaterland?

7) Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir, du, du musst alles tun, du hältst die Wach an unsrer Tür und lässt uns sicher ruhn.

8) Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, treulich bei.

9) Du strafst uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzusehr, ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer.

10) Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und gibst uns, was uns hoch erfreut und dir zur Ehr gereicht.

11) Du zählst, wie oft ein Christe wein und was sein Kummer sei; kein Zähr- und Tränlein ist so klein, du hebst und legst es bei.

12) Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd entgeht.

13) Wohlauf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut.

14) Er ist dein Schatz, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, schafft Rat und lässt dich nicht.

15) Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht.

16) Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manches schweren Unglücks Lauf hat er zurückgekehrt!

17) Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment, nein, was er tut und lässt geschehn, das nimmt ein gutes End.

18) Ei nun, so lass ihn ferner tun und red ihm nicht darein, so wirst du hier im Frieden ruhn und ewig fröhlich sein.

Ich singe dir mit Herz und Mund (Kanon) nur Text 1653

Ich singe dir mit Herz und Mund. Ich singe dir mit Herz und Mund.

Ich singe dir mit Herz und Mund (Kanon) nur Text 1653

Ich singe dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust; ich sing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewusst. Ich singe, ich singe, Herr, meines Herzens Lust, ich singe, ich singe, was mir von dir bewusst.

Ich singe mit, wenn alles singt (Kanon) nur Text 1653

Ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt aus meinem Herzen ringen.

Ich steh an deiner Krippe hier nur Text 1653

1) Ich steh an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben; ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und lass dir's wohlgefallen.

2) Am Rande und ganz unscheinbar beginnen Gottes Wunder, wo vorher scheinbar gar nichts war, geschieht es dann mitunter, dass Menschen auf die Knie gehn, den Kindern in die Augen sehn, das Leben neue erahnen.

3) Es ist doch wirklich sonderbar: Es gibt so viele Christen, doch wir agieren offenbar hier nur so wie Statisten in einem Film, den keiner kennt, wahrscheinlich ohne Happy End, weil wir uns treiben lassen.

4) Wir stehn an deiner Krippe hier: Vergessen dich im Leben, wir kommen Jahr für Jahr zu dir, am Heiligen Abend eben. Du bist und bleibst das Kindelein, wir feiern, halten dich so klein, wie wir das Christkind lieben.

Ich steh an deiner Krippen hier nur Text 1653

1) Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben; ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und lass dir’s wohlgefallen.

2) Du hast mit deiner Lieb erfüllt mein Adern und Geblüte; dein schöner Glanz, dein süßes Bild liegt mir ganz im Gemüte. Und wie mag es auch anders sein? Wie könnt ich dich, du Herze mein, aus meinem Herzen lassen?

3) Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden.

4) Ich lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht’, wie schön sind deine Strahlen.

5) Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen; und weil ich nun nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen. O dass mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, dass ich dich möchte fassen.

6) Wann oft mein Herz vor Kummer weint und keinen Trost kann finden, rufst du mir zu: Ich bin dein Freund, ein Tilger deiner Sünden. Was trauerst du, o Bruder mein? Du sollst ja guter Dinge sein, ich sühne deine Schulden.

7) O dass doch so ein lieber Stern soll in der Krippen liegen! Für edle Kinder großer Herrn gehören goldne Wiegen. Ach, Heu und Stroh ist viel zu schlecht, Samt, Seide, Purpur wären recht, dies Kindlein drauf zu legen.

8) Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das Heu! Ich will mir Blumen holen, dass meines Heilands Lager sei auf lieblichen Violen; mit Rosen, Nelken, Rosmarin aus schönen Gärten will ich ihn von oben her bestreuen.

9) Zur Seite will ich hie und da viel weißer Lilien stecken, die sollen seiner Äuglein Paar im Schlafe sanft bedecken. Doch liebt viel mehr das dürre Gras dies Kindelein als alles das, was ich hier nenn und denke.

10) Du fragest nicht nach Lust der Welt noch nach des Leibes Freuden; du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden, suchst meiner Seelen Herrlichkeit durch Elend und Armseligkeit; das will ich dir nicht wehren.

11) Zwar sollt ich denken, wie gering ich dich bewirten werde; du bist der Schöpfer aller Ding, ich bin nur Staub und Erde. Doch bist du so ein frommer Gast, dass du noch nie verschmähet hast den, der dich gerne siehet.

12) Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen, dass ich dich möge für und für in meinem Herzen tragen. So lass mich doch dein Kripplein sein; komm, komm und lege bei mir ein dich und all deine Freuden.

Ich steh wie einst die Hirten hier nur Text

1) Ich steh, wie einst die Hirten, hier, o Jesu, Du mein Leben, ich komme, bring und weihe Dir, was Du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und lass Dir's wohlgefallen!

2) Da ich noch nicht geboren war, da bist Du mir geboren und hast mich Dir zu eigen gar, eh ich Dich kannt, erkoren. Eh ich durch Gottes Hand gemacht, da hast Du schon bei dir bedacht, wie Du mein wolltest werden.

3) Ich lag in tiefster Todesnacht, Du warest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht't, wie schön sind Deine Strahlen!

4) Ich sehe Dich mit Freuden an und kann mich satt nicht sehen, und weil ich nun nicht weiter kann, bleib ich anbetend stehen. O dass mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, dass ich Dich könnte fassen!

Ich weiß, dass mein Erlöser lebt nur Text 1667

1) Ich weiß, dass mein Erlöser lebt, Das soll mir niemand nehmen! Er lebt, und was ihm widerstrebt, Das muss sich endlich schämen. Er lebt fürwahr, der starke Held, Sein Arm, der alle Feinde fällt, Hat auch den Tod bezwungen.

2) Des bin ich herzlich hoch erfreut Und habe gar kein Scheuen Vor dem, der alles Fleisch zerstreut Gleich wie der Wind die Spreuen. Nimmt er gleich mich und mein Gebein Und scharrt uns in die Gruft hinein, Was kann er damit schaden!

3) Mein Heiland lebt! Ob ich nun werd Ins Todes Staub mich strecken, So wird er mich doch aus der Erd Hernachmals auferwecken; Er wird mich reissen aus dem Grab Und aus dem Lager, da ich hab Ein kleines ausgeschlafen.

4) Da werd ich eben diese Haut Und eben diese Glieder, Die jeder jetzo an mir schaut, Auch was sich hin und wieder Von Adern und Gelenken findt Und meinen Leib zusammenbindt, Ganz richtig wieder haben.

5) Zwar alles, was der Mensche trägt, Das Fleisch und seine Knochen, Wird, wenn er sich hin sterben legt, Zermalmet und zerbrochen Von Maden, Motten und was mehr Gehöret zu der Würmer Heer; Doch soll's nicht stets so bleiben.

6) Es soll doch alles wieder stehn In seinem vor'gen Wesen, Was niederlag, wird Gott erhöhn, Was umkam, wird genesen. Was die Verfaulung hat verheert Und die Verwesung hat gezehrt, Wird alles wiederkommen.

7) Das hab ich je und je gegläubt Und fass ein fest Vertrauen. Ich werde den, der ewig bleibt, In meinem Fleische schauen; Ja, in dem Fleische, das hier stirbt Und in dem Stank und Kot verdirbt, Da werd ich Gott inn sehen.

8) Ich selber werd in seinem Licht Ihn sehn und mich erquicken, Mein Auge wird sein Angesicht Mit großer Lust erblicken. Ich werd ihn mir sehn, mir zur Freud, Und werd ihm dienen ohne Zeit, Ich selber und kein Fremder.

9) Trotz sei nun allem, was mir will Mein Herze blöde machen! Wär's noch so mächtig groß und viel, Kann ich doch fröhlich lachen. Man treib und spanne noch so hoch Sarg, Grab und Tod, so bleibet doch Gott, mein Erlöser, leben.

Ich weiß, mein Gott, dass all mein Tun nur Text 1653

1) Ich weiß, mein Gott, dass all mein Tun und Werk in deinem Willen ruhn, von dir kommt Glück und Segen; was du regierst, das geht und steht auf rechten, guten Wegen.

2) Es steht in keines Menschen Macht, dass sein Rat werd ins Werk gebracht und seines Gangs sich freue; des Höchsten Rat, der machts allein, dass Menschenrat gedeihe.

3) Oft denkt ein Mensch in seinem Mut, dies oder jenes sei ihm gut, und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was Gott selbst hat erwählet.

4) Es fängt so mancher weise Mann ein gutes Werk zwar fröhlich an und bringts doch nicht zum Stande; er baut ein Schloss und festes Haus, doch nur auf lauterm Sande.

5) Verleihe mir das edle Licht, das sich von deinem Angesicht in fromme Seelen strecket und da der rechten Weisheit Kraft durch deine Kraft erwecket.

6) Gib mir Verstand aus deiner Höh, auf dass ich ja nicht ruh und steh auf meinem eignen Willen; sei du mein Freund und treuer Rat, was recht ist, zu erfüllen.

7) Prüf alles wohl, und was mir gut, das gib mir ein; was Fleisch und Blut erwählet, das verwehre. Der höchste Zweck, das beste Teil sei deine Lieb und Ehre.

8) Was dir gefällt, das lass auch mir, o meiner Seelen Sonn und Zier, gefallen und belieben; was dir zuwider, lass mich nicht in Werk und Tat verüben.

9) Ists Werk von dir, so hilf zu Glück; ists Menschentun, so treib zurück und ändre meine Sinnen. Was du nicht wirkst, das pflegt von selbst in kurzem zu zerrinnen.

10) Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich deucht, und bring zum guten Ende, was du selbst angefangen hast durch Weisheit deiner Hände.

11) Ist ja der Anfang etwas schwer und muss ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten, so treib mich nur, ohn Unterlass zu seufzen und zu beten.

12) Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, davor sonst ihm graut, mit tapferm Mut bezwingen; sein Sorgenstein wird in der Eil in tausend Stücke springen.

13) Der Weg zum Guten ist gar wild, mit Dorn und Hecken ausgefüllt; doch wer ihn freudig gehet, kommt endlich, Herr, durch deinen Geist, wo Freud und Wonne stehet.

14) Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich bei mir nicht hab noch find, hast du zu aller Gnüge. So hilf nur, dass ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege.

15) Dein soll sein aller Ruhm und Ehr; ich will dein Tun je mehr und mehr aus hoch erfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, solang ich leb, erzählen.

Ich will erhöhen immerfort nur Text

1) Ich will erhöhen immerfort und preisen meiner Seelen Hort, ich will ihn herzlich ehren. Wer Gott liebt, stimme mit mir ein, lass alle, die betrübet sein,

: Ein Freudenliedlein hören. :

2) Gott ist ein Gott, der reichlich tröst't, wer ihn nur sucht, der wird erlöst, ich hab es selbst erfahren: sobald ein Ach im Himmel klingt, kommt Heil und was uns Freude bringt

: Vom Himmel ab gefahren. :

3) Der starken Engel Kompanie zieht fröhlich an, macht dort und hie sich selbst zum Wall und Mauern, da weicht und fleucht die böse Rott, der Satan wird zu Hohn und Spott,

: Kein Unglück kann da dauern. :

4) Ach, was ist das für Süßigkeit! Ach, schmecket alle, die ihr seid mit Sinnen wohl begabet! kein Honig ist mehr auf der Erd hinfort des süßen Namens wert.

: Gott ist's, der uns recht labet. :

5) O seligs Herz, o seligs Haus, das alle Lust stößt von sich aus und diese Lust beliebet! All andre Schönheit wird verrückt, der aber bleibet stets geschmückt,

: Wer sich nur Gott ergibet. :

6) Der Kön'ge Gut, der Fürsten Geld ist Kot und bleibet in der Welt, wann die Besitzer sterben. Wie oft verarmt ein reicher Mann! Wer Gott vertraut, bleibt reich und kann

: Die ewgen Schätz' ererben. :

7) Kommt her, ihr Kinder, hört mir zu! Ich will euch zeigen, wie ihr Ruh und Wohlfahrt könnt erjagen: ergebet euch und euren Sinn zu Gottes Wohlgefallen hin

: In allen euren Tagen! :

8) Bewahrt die Zung'! Habt solchen Mut, der Zank, und was zum Zanken tut, nicht reget, sondern stillet: so werden eure Tage sein mit stillem Fried und süßem Schein

: Des Segens überfüllet. :

9) Lass ab vom Bösen, fleuch die Sünd, o Mensch, und halt dich als ein Kind des Vaters in der Höhe! Du wirst's erfahren in der Tat, wies dem, der ihm gefolget hat,

: So herzlich wohl ergehe. :

10) Den Frommen ist Gott wieder fromm und machet, dass geflossen komm auf uns all sein Gedeihen. Sein Aug ist unser Sonnenlicht, sein Ohr ist Tag und Nacht gericht,

: Zu hören unser Schreien. :

11) Zwar, wer Gott dient, muss leiden viel, doch hat sein Leiden Maß und Ziel, Gott hilft ihm aus dem allen. Er sorgt für alle seine Bein, er hebt sie auf und legt sie ein,

: Kein einz'ges muss verfallen. :

12) Gott sieht ins Herz und weiß gar wohl, was uns macht Angst und Sorgen voll, kein Tränlein fällt vergebens. Er zählt sie all und legt davor uns treulich bei im Himmels-Chor

: All Ehr des ewgen Lebens. :

Ich will mit Danken kommen in den gemeinen Rat nur Text

1) Ich will mit Danken kommen in den gemeinen Rat der rechten wahren Frommen, die Gottes Rat und Tat mit süßem Lob erhöhn. Zu denen will ich treten und soll mein Dank und Beten von ganzem Herzen gehn.

2) Groß ist der Herr und mächtig, groß ist auch, was er macht. Wer aufmerkt und andächtig nimmt seine Werk in Acht, hat eitel Lust daran. Was seine Weisheit setztet und ordnet, das ergetzet und ist sehr wohl getan.

3) Sein Heil und große Güte steht fest und unbewegt, damit auch dem Gemüte, das uns im Herzen schlägt, dieselbe nicht entweich, hat es zum Glaubenszunder ein Denkmal seiner Wunder gestift't in seinem Reich.

4) Gott ist voll Gnad und Gaben, gibt Speis aus milder Hand, die Seinen wohl zu laben, die ihm allein bekannt. Denkt stets an seinen Bund, gibt denen, die er weiden will mit dem Gut der Heiden all seine Taten kund.

5) Das Wirken seiner Hände und was er uns gebeut, das hat ein gutes Ende, bringt reichen Trost und Freud und Wahrheit, die nicht treugt. Gott leitet seine Knechte in dem rechtschaffnen Rechte, das sich zum Leben neigt.

6) Sein Herz lässt ihm nicht reuen, was uns sein Mund verspricht, gibt redlich und mit Treuen, was unser Unglück bricht. Ist freudig, unverzagt, uns alle zu erlösen vom Kreuz und allem Bösen das seine Kinder plagt.

7) Sein Wort ist wohl gegründet, sein Mund ist rein und klar, wozu er sich verbindet, das macht er fest und wahr und ist ihm gar nicht schwer. Sein Name, den er führet ist heilig und gezieret mit großer Pracht und Ehr.

8) Die Furcht des Herren gibet den ersten besten Grund zur Weisheit, die Gott liebet und rühmt mit seinem Mund. O, wie klug ist der Sinn, der diesen Weg verstehet und fleißig darauf gehet! Des Lob fällt nimmer hin.

Ich, der ich oft in tiefes Leid nur Text

1) Ich, der ich oft in tiefes Leid und große Not muss gehen, will dennoch Gott mit großer Freud und Herzenslust erhöhen. Mein Gott, du König, höre mich, ich will ohn' alles Ende dich und deinen Namen loben.

2) Ich will dir mit der Morgenröt ein täglich' Opfer bringen, so oft die liebe Sonn' aufgeht, so ofte will ich singen dem großen Namen deiner Macht, das soll auch in der späten Nacht mein Werk sein und Geschäfte.

3) Die Welt, die scheint uns schön und groß und was für Gut und Gaben sie trägt in ihrem Arm und Schoß, das will ein jeder haben: und ist doch alles lauter Nichts; eh als mans recht genießt, zerbrichts und geht im Hui zugrunde.

4) Gott ist alleine groß und schön, unmöglich auszuloben auch denen, die doch allzeit stehn vor seinem Throne droben. Lass sprechen, wer nur sprechen kann, doch wird kein Engel noch kein Mann des Höchsten Größ' aussprechen.

5) Die Alten, die nun nicht mehr sind, die haben ihn gepreiset. So hat ein jeder auch sein Kind zu solchem Dienst geweiset. Die Kinder werden auch nicht ruhn und werden doch, o Gott, dein Tun und Werk nicht ganz auspreisen.

6) Wie mancher hat vor mir dein Heil und Lob mit Fleiß getrieben, - und siehe, mir ist doch mein Teil zu loben übrig blieben. Ich will von deiner Wundermacht und der so Herrlich schönen Pracht bis an mein Ende reden.

7) Und was ich rede, wird von mir manch frommes Herze lernen, man wird dich heben für und für hoch über allen Sternen. Dein' Herrlichkeit und starke Hand wird in der ganzen Welt bekannt und hoch berufen werden.

8) Wer ist so gnädig als wie du? Wer kann so viel erdulden? Wer sieht mit solcher Langmut zu so vielen schweren Schulden, die aus der ganzen weiten Welt ohn' Unterlass bis an das Zelt des hohen Himmels steigen?

9) Es muss ein treues Herze sein, das uns so hoch kann lieben, da wir doch in den Tag hinein, was gar nicht gut ist, üben. Gott muss nichts anders sein als gut, daher fließt seiner Güte Flut auf alle seine Werke.

10) Drum, Herr, so sollen dir auch nun all' deine Werke danken, voraus die Heilgen, deren Tun sich hält in deinen Schranken, die sollen deines Reichs Gewalt und schöne Regimentsgestalt mit vollem Munde rühmen.

11) Sie sollen rühmen, dass der Ruhm durch alle Welt erklinge, dass jedermann zum Heiligtum dir Dienst und Opfer bringe. Dein Reich, das ist ein ewges Reich, dein Herrschaft ist dir selber gleich, der du kein End' erreichest.

12) Der Herr ist bis in unsern Tod beständig bei uns allen, erleichtert unsers Kreuzes Not und hält uns, wenn wir fallen. Er steuert manches Unglücks Lauf und hilft uns wieder freundlich auf, wenn wir ganz hingeschlagen.

13) Herr, aller Augen sind nach dir und deinem Stuhl gekehret, denn du bists auch, der alles hier so väterlich ernähret. Du tust auf deine milde Hand, machst froh und satt, was auf dem Land, im Meer und Lüften lebet.

14) Du meinst es gut und tust uns Guts, auch da wirs oft nicht denken, wie mancher ist betrübtes Muts und frisst sein Herz mit Kränken, besorgt und fürcht' sich Tag und Nacht, Gott hab ihn gänzlich aus der Acht gelassen und vergessen.

15) Mein, Gott vergisst die Seinen nicht, er ist uns viel zu treue, sein Herz ist stets dahin gericht', dass er uns letzt erfreue. Gehts gleich bisweilen etwas schlecht, ist er doch heilig und gerecht in allen seinen Wegen.

16) Der Herr ist nah und stets bereit ein'm jeden, der ihn ehret, und wer nur ernstlich zu ihm schreit, der wird gewiss erhöret. Gott weiß wohl, wer ihm hold und treu, und deme steht er dann auch bei, wenn ihn die Angst umtreibet.

17) Den Frommen wird nichts abgesagt, - Gott tut, was sie begehren, er misst das Unglück, das sie plagt, und zählt all ihre Zähren er reißt sie endlich aus der Last; den' aber, der sie kränkt und hasst, den stürzt er ganz zu Boden.

18) Dies alles und was sonsten mehr man kann für Lob erzwingen, das soll mein Mund zu Ruhm und Ehr des Höchsten täglich singen: und also tut auch immerfort was lebt und webt an jedem Ort: das wird Gott wohlgefallen.

Ist Ephraim nicht meine Kron nur Text 1641

1) Ist Ephraim nicht meine Kron und meines Herzens Wonne, mein trautes Kind, mein teurer Sohn, mein Stern und meine Sonne, mein Augenlust, mein edle Blum, mein auserwähltes Eigentum und meiner Seelen Freude?

2) Ich höre seines Seufzens Stimm und hochbetrübtes Klagen: mein Gott hat mich, spricht Ephraim, gestraft und wohl geschlagen. er sucht mich heim mit harter Zucht, das ist mein Lohn, das ist die Frucht und Nutzen meiner Sünden.

3) Hör alle Welt! Ich bin getreu und halte mein Versprechen; was ich geredt, da bleibt es bei, mein Wort werd ich nicht brechen. Das soll mein Ephraim gar bald erfahren und mich dergestalt recht aus dem Grund erkennen.

4) Ich denk noch wohl an meinen Eid, den ich geschworen habe, da ich, aus lauter Gütigkeit, mich ihm zu eigen gabe; ich sprach: du hast mein Herz erfüllt mit deiner Lieb, ich bin dein Schild und wills auch ewig bleiben.

5) Ich will mit meiner starken Hand dich als ein Vater führen, ich selbst will dich und auch dein Land aufs schönst und beste zieren. und wirst du mir gehorsam sein, so soll dich meines Segens Schein ohn alles End erfreuen.

6) Wo du dich aber bösen Rat wirst von mir wenden lassen, so will ich Deine Missetat heimsuchen, doch mit Maßen; und wenn du wieder kehrst zu mir, so will ich wieder auch zu dir mich mit Erbarmen kehren.

7) Nun kehrt zu mir mein Ephraim, sucht Gnad in meinen Armen, drum bricht mein Herze gegen ihm und muss mich sein Erbarmen. Der Unmut fällt mir mit Gewalt, mein Eingeweide hitzt und wallt in treuer Lieb und Gnade.

8) Kommt, alle Sünder, kommt zu mir, bereuet eure Sünden und suchet Gnad an meiner Tür, Ihr sollt sie reichlich finden! wer sich mit Ephraim bekehrt, wird auch mit Ephraim erhört und hier und dort getröstet.

Ist Gott für mich, so trete nur Text 1653

1) Ist Gott für mich, so trete gleich alles wider mich! So oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir tun der Feinde und Widersacher Rott?

2) Nun weiß und glaub ich feste, ich rühm’s auch ohne Scheu, dass Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei und dass in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh.

3) Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut. Das machet, dass ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert.

4) Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und schönes Licht. Wenn der nicht in mir wäre, so dürft’ und könnt’ ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem Sternensitz, ich müsste stracks vergehen wie Wachs in Feuershitz.

5) Der, der hat ausgelöschet, was mit sich führt den Tod; der ists, der mich rein wäschet, macht schneeweiß, was ist rot. In ihm kann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder tut.

6) Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmt mir meinen Mut; die Höll und ihre Flammen löscht meines Heilands Blut. Kein Urteil mich erschrecket, kein Unheil mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt.

7) Sein Geist wohnt mir im Herzen, regiert mir meinen Sinn, vertreibet Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, gibt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft.

8) Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schrecken findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewusst, der an des Herzens Grunde ersiehet seine Lust.

9) Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hilfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle, neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat.

10) Da ist mein Teil und Erbe mir prächtig zugericht’; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muss ich auch gleich hier feuchten mit Tränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid.

11) Wer sich mit dem verbindet, den Satan flieht und hasst, der wird verfolgt und findet ein harte, schwere Last zu leiden und zu tragen, gerät in Hohn und Spott; das Kreuz und alle Plagen, die sind sein täglich Brot.

12) Das ist mir nicht verborgen, doch bin ich unverzagt. Dich will ich lassen sorgen, dem ich mich zugesagt. Es koste Leib und Leben und alles, was ich hab; an dir will ich fest kleben und nimmer lassen ab.

13) Die Welt, die mag zerbrechen, du stehst mir ewiglich; kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich. Kein Hunger und kein Dürsten, kein Armut, keine Pein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein.

14) Kein Engel, keine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst und Fährlichkeit, was man nur kann erdenken, es sei klein oder groß: der keines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß.

15) Mein Herze geht in Sprüngen und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesu Christ; das, was mich singen machet, ist, was im Himmel ist.

Jesu, allerliebster Bruder nur Text

1) Jesu, allerliebster Bruder, der's am besten mit mir meint, du mein Anker, Mast und Ruder und mein treuester Herzensfreund; der du, ehe was geboren, dir das Menschenvolk erkoren, auch mich armen Erdengast dir zur Lieb ersehen hast:

2) Du bist ohne Falsch und Tücke, dein Herz weiß von keiner List, aber wenn ich nur erblicke was hier auf Erden ist, find ich alles voller Lügen: wer am besten kann betrügen, wer am schönsten heucheln kann, ist der allerbeste Mann.

3) Ach, wie untreu und verlogen ist die Liebe dieser Welt. Ist sie jemand wohl gewogen, währts nicht länger als sein Geld. Wenn das Glück uns fügt und grünet, sind wir schön und hübsch bedienet, kommt ein wenig Ungestüm, kehrt sich alle Freundschaft üm.

4) Treib, Herr, von mir und verhüte solchen unbeständgen Sinn. Hätt ich aber mein Gemüte, weil ich auch ein Mensche bin, schon mit diesem Kot besprenget und der Falschheit nachgehänget, so erkenn ich meine Schuld, bitt um Gnad und um Geduld.

5) Lass mir ja nicht widerfahren, was du Herr zur Straf und Last denen, die mit falschen Waren handeln, angedräuet hast, da du sprichst, du wollest scheuen und als Unflat von dir speien aller Heuchler falschen Mut, der Guts fürgibt und nicht tut.

6) Gib mir ein beständges Herze gegen alle meine Freund. Auch dann, wann mit Kreuz und Schmerze sie von dir beleget seind, dass ich mich nicht ihrer schäme, sondern mich nach dir bequeme, der du, da wir arm und bloß, uns gesetzt in deinen Schoß.

7) Gib mir auch nach deinem Willen einen Freund, in dessen Treu ich mein Herze möge stillen, da mein Mund sich ohne Scheu Öffnen und erklären möge, da ich alles abelege (nach dem Maße, das mir gnügt), was mir auf dem Herzen liegt.

8) Lass mich Davids Glück erleben: gib mir einen Jonathan, der mir sein Herz möge geben, der auch, wenn nun jedermann mir nichts Gutes mehr will gönnen, sich nicht lasse von mir trennen, sondern fest in Wohl und Weh als ein Felsen bei mir steh.

9) Herr, ich bitte dich, erwähle mir aus aller Menschen Meng eine fromme heilge Seele, die an dir fein kleb und häng, auch nach deinem Sinn und Geiste mir stets Trost und Hilfe leiste: Trost, der in der Not besteht, Hilfe, die von Herzen geht.

10) Wenn die Zung und Mund nur liebet, ist die Liebe schlecht bestellt. Wer mir gute Worte gibet und den Hass im Herzen hält, wer nur seinen Kuchen schmieret und, wanns Bienlein nicht mehr führet, alsdann geht er nach der Tür – ei, der bleibe fern von mir.

11) Hab ich Schwachheit und Gebrechen, Herr, so lenke meinen Freund, mich in Güte zu besprechen und nicht als ein Leu und Feind. Wer mich freundlich weiß zu schlagen, ist, als der in Freudentagen reichlich auf mein Haupt mir gießt, Balsam, der am Jordan fließt.

12) O, wie groß ist meine Habe, o, wie köstlich ist mein Gut, Jesu, wenn mit dieser Gabe dein Hand meinen Willen tut, dass mich meines Freundes Treue und beständigs Herz erfreue! Wer dich fürchtet, liebt und ehrt, dem ist solch ein Schatz beschert.

13) Gute Freunde sind wie Stäbe, da der Menschen Gang sich hält, dass der schwache Fuß sich hebe, wann der Leib zu Boden fällt. Wehe dem, der nicht zum Frommen solches Stabes weiß zu kommen! Der hat einen schweren Lauf; wann er fällt, wer hilft ihn auf?

14) Nun, Herr, lass dirs wohl gefallen, bleib mein Freund bis in mein Grab! Bleib mein Freund und unter allen mein getreuster, stärkster Stab! Wenn du dich mir wirst verbinden, wird sich schon ein Herze finden, das, durch deinen Geist gerührt, mir was Gutes gönnen wird.

Jesus beruft uns (Kanon) nur Text 1653

Jesus beruft uns, Einheit zu gewinnen. Folgt ihm nach, folgt ihm nach, denn er führt uns zum Ziel.

Kommt und lasst uns Christus ehren nur Text 1667

1) Kommt und lasst uns Christum ehren, Herz und Sinnen zu ihm kehren; singet fröhlich, lasst euch hören, wertes Volk der Christenheit.

2) Sünd und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen; wir, die unser Heil annehmen, werfen allen Kummer hin.

3) Sehet, was hat Gott gegeben: seinen Sohn zum ewgen Leben. Dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud.

4) Seine Seel ist uns gewogen, Lieb und Gunst hat ihn gezogen, uns, die Satan hat betrogen, zu besuchen aus der Höh.

5) Jakobs Stern ist aufgegangen, stillt das sehnliche Verlangen, bricht den Kopf der alten Schlangen und zerstört der Höllen Reich.

6) Unser Kerker, da wir saßen und mit Sorgen ohne Maßen uns das Herze selbst abfraßen, ist entzwei, und wir sind frei!

7) O du hochgesegnete Stunde, da wir das von Herzensgrunde glauben und mit unserm Munde danken dir, o Jesulein.

8) Schönstes Kindlein in dem Stalle, sei uns freundlich, bring uns alle dahin, da mit süßem Schalle dich der Engel Heer erhöht.

Kommt, ihr traurigen Gemüter nur Text

1) Kommt, ihr traurigen Gemüter, kommt, wir wollen wiederkehrn zu dem Herren, dessen Güter kein Verderben kann verzehrn. Dessen Macht kein Unglück fällt, dessen Gnade wieder stellt, was sein Eifer umgestürzet: seine Gnad bleibt unverkürzet.

2) Zwar er hat uns ja zerrissen mit ergrimmtem Angesicht und uns, da er uns geschmissen, sehr erbärmlich zugericht't. Doch deswegen unverzagt! Eben der uns schlägt und plagt, wird die Wunden unsrer Sünden wieder heilen und verbinden.

3) Alle Not, die uns umfangen, springt vor seinem Arm entzwei. Wenn zwei Tage sind vergangen, macht er uns vom Tode frei, dass wir, wenn des dritten Licht durch des Himmels Fenster bricht, fröhlich auf erneurter Erden vor ihm stehn und leben werden.

4) Alsdann wird man acht drauf haben und mit großem Fleiße sehn, was für Wundergnad und Gaben uns von obenher geschehn. Da wird dieses nur allein unsers Herzens Sorge sein, dass wir Gott, des wir uns nennen, mögen recht und wohl erkennen.

5) Denn er wird sich zu uns machen wie die schöne Morgenröt, Über welche Lust und Lachen bei der ganzen Welt entsteht. Er wird kommen uns zur Freud eben zu der rechten Zeit, voller süßen Kraft und Segen, wie die früh und spaten Regen.

6) Ach, wie will ich dich ergetzen, o mein hochgeliebtes Volk! Meine Gnade soll dich netzen wie ein ausgespannte Wolk, eine Wolke, die das Feld, wann der Morgen weckt die Welt und die Sonne noch nicht leuchtet, mit dem frischen Tau befeuchtet.

Leid ist mirs in meinem Herzen nur Text 1659

1) Leid ist mir's in meinem Herzen um die, so dir, liebes Kind, mit so großem Weh und Schmerzen um den Hals gefallen sind, da du dich bei deinem Ende gabst in deines Gottes Hände.

2) Ach, es ist ein bittres Leiden und ein rechter Myrrhentrank, sich von seinen Kindern scheiden durch den schweren Todesgang! Hier geschieht ein Herzensbrechen, das kein Mund recht kann aussprechen.

3) Aber das, was wir beweinen, weiß hievon ganz lauter nichts, sondern sieht die Sonne scheinen und den Glanz des ewgen Lichts, singt und springt und hört die Scharen, die hier seine Wächter waren.

4) Muss das Leibchen gleich verwesen, ist’s ihm doch ein schlechter Schad, Gott wird schon zusammenlesen, was der Tod zerstreuet hat; treu ist er und fromm den Seinen, trägt sich auch mit ihren Beinen.

5) Diesem Herrn ist nichts verdorben; wenn des Todes Nacht vorbei, nimmt er das, was war gestorben, und macht’s wieder ganz und neu. Also werden wir zur Erden, dass wir mögen himmlisch werden.

6) Auf derwegen! Seid zufrieden, Vaterherz und Muttergeist, lasset schlafen, was geschieden und zu Gott ist hingereist! Was für Tränen ihr vergossen, wollen sein mit Trost geschlossen.

7) Wandelt eure Klag in Singen! Ist doch nunmehr alles gut. Trauern mag nicht wiederbringen, was im Himmelsschoße ruht. Aber wer getrost sich gibet, ist bei Gott sehr hoch beliebet.

Lobet den Herren alle (Kanon) nur Text 1653

Lobet den Herren alle, die ihn ehren. Lobet, lobet, lobet den Herrn!

Lobet den Herren alle (Kanon) nur Text 1653

Lobet den Herren alle, die ihn ehren. Amen!

Lobet den Herren alle, die ihn ehren nur Text 1653

1) Lobet den Herren alle, die ihn ehren; lasst uns mit Freuden seinem Namen singen und Preis und Dank zu seinem Altar bringen. Lobet den Herren!

2) Der unser Leben, das er uns gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedecket und aus dem Schlaf uns fröhlich auferwecket: Lobet den Herren!

3) Dass unsre Sinnen wir noch brauchen können und Händ und Füße, Zung und Lippen regen, das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den Herren!

4) Dass Feuerflammen uns nicht allzusammen mit unsern Häusern unversehns gefressen, das macht's, dass wir in seinem Schoß gesessen. Lobet den Herren!

5) Dass Dieb und Räuber unser Gut und Leiber nicht angetast' und grausamlich verletzet, dawider hat sein Engel sich gesetzet. Lobet den Herren!

6) O treuer Hüter, Brunnen aller Güter, ach lass doch ferner über unser Leben bei Tag und Nacht dein Huld und Güte schweben. Lobet den Herren!

7) Gib, dass wir heute, Herr, durch dein Geleite auf unsern Wegen unverhindert gehen und überall in deiner Gnade stehen. Lobet den Herren!

8) Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen; hilf uns gehorsam wirken deine Werke; und wo wir schwach sind, da gib du uns Stärke. Lobet den Herren!

9) Richt unsre Herzen, dass wir ja nicht scherzen mit deinen Strafen, sondern fromm zu werden vor deiner Zukunft uns bemühn auf Erden. Lobet den Herren!

10) Herr, du wirst kommen und all deine Frommen, die sich bekehren, gnädig dahin bringen, da alle Engel ewig, ewig singen: "Lobet den Herren!"

Mein Heiland, du verwirfst uns nicht nur Text

1) Mein Heiland, du verwirfst uns nicht, du hältst uns ewig Treue und bleibest stets darauf gericht’, dass uns dein Herz erfreue.

2) Wer ist barmherzig so wie du? Wer kann so viel erdulden? Wer sieht mit solcher Langmut zu bei so viel schweren Schulden?

3) Das muss ein treues Herze sein, das uns so hoch kann lieben, da wir es doch, statt zu erfreun, gar oftmals noch betrüben.

Meine Seel ist in der Stille nur Text

1) Merkt auf, merkt, Himmel, Erde, und du, o Meeresgrund, was ich jetzt singen werde aus Gottes heilgem Mund! Es fließe meine Lehre, wie Tau und Regen fleußt; wer Ohren hat, der höre des Höchsten Wort und Geist.

2) Es lässt der Herr euch weisen sein Ehr und Namenszier; die soll und will ich preisen, das tut auch ihr mit mir. Er ist ein Gott der Götter, ein Tröster in der Not, ein Fels, ein einz'ger Retter und selbst des Todes Tod.

3) Sein Tun ist lauter Güte, sein Werk ist rein und klar, treu ist er am Gemüte, im Wort und Reden wahr; viel heilger als die Engel, die doch nur recht getan, frei aller Fehl und Mängel, fern von der Unrechtsbahn.

4) Er ist gerecht. Wir alle sind schändlich angesteckt mit Adams Sünd' und Falle, der täglich in uns heckt viel böse schwere Taten, die unserm großen Gott, des kein Mensch kann entraten, geraten nur zum Spott.

5) Die ungeratnen Kinder, die fallen von ihm ab und werden freche Sünder, vergessen aller Gab und so viel tausend Güter und so viel süßer Gnad, die ihnen Gott, ihr Hüter, so oft erwiesen hat.

6) Dankst du denn solchermaßen, du toll und töricht Volk, dem, der dir regnen lassen dein Manna aus der Wolk' und aus des Himmels Kammer dir Speisen zugeschickt, damit in deinem Jammer dein Herze würd erquickt?

7) Woher hast du dein Leben und deines Leibes Bild? Wer hat das Blut gegeben, das dir die Adern füllt? Ist's nicht dein Herr, dein Schöpfer, dein Vater und dein Licht, der dich, gleich als ein Töpfer, von Erde zugericht?

8) Gedenk und geh zurücke in die vergangnen Jahr, erwäge, was für Glücke Gott deiner Väter Schar erzeigt in schweren Zeiten! Das ist den Alten kund, die werden dir andeuten den rechten wahren Grund.

9) Er stieß die wilden Heiden mit seiner starken Hand aus ihrer fetten Weiden und gab das schöne Land des Israels Geschlechte zu seines Namens Ruhm und Jakob, seinem Knechte, zum Erb und Eigentum.

10) Er fand ihn, wo es heulet, in dürrer Wüstenei, er fand ihn und erteilet ihm alle Vatertreu; er lehret ihn, was tauge und er selbst Tugend heiß, er hielt ihn wie ein Auge und sparte keinen Fleiß.

11) Gleichwie ein Adler sitzet auf seiner zarten Brut und gar genau beschützet, was ihm am Herzen ruht. Er dehnt die starken Flügel, wenn er sich hoch erschwingt und über Tal und Hügel sein edle Jungen bringt:

12) So hat sich auch gebreitet des Höchsten Lieb und Gnad auf Jakob, den er leitet, auf dass ihm ja kein Schad hier oder da anstieße; er hub, er trug mit Fleiß, bewahrt ihm Gang und Füße auf seiner ganzen Reis'.

13) Er, sein Gott, tat's alleine und sonst kein andrer Gott. Es gaben Feld und Steine Öl, Honig, Wasser, Brot ohn alle seine Mühe; er hatte guten Mut beim Fett der Schaf und Kühe und trank gut Traubenblut.

14) Da er nun wohl gegessen, vergaß er Gottes Heil, und da er des vergessen, da ward er frech und geil; da seine Not gestillet, beschimpft er Gottes Ehr', und da der Leib gefüllet, da ward das Herze leer.

15) Leer ward es an dem Guten, des Bösen ward es voll, ließ Götzenopfer bluten und dient, als wär' er toll, den schändlichen Feldteufeln; und den, an dessen Macht die Teufel selbst nicht zweifeln, den ließ er aus der Acht.

16) Er ließ den ew'gen Retter und gab sich in den Schirm der neuerdachten Götter, hielt Bestien und Gewürm und Bilder von Metallen, von Holz, von Stein und Ton, den Heiden zu gefallen, für seiner Seelen Kron'.

17) Als das nun der erkannte, der Herz und Nieren kennt, da wuchs sein Zorn und brannte, gleichwie ein Feuer brennt; und die er vor so schöne geliebt an seinem Teil als Töchter und als Söhne, die wurden ihm ein Greul.

18) Ich will mich, sprach er, wenden von dieser schnöden Art, die so abscheulich schänden mich, der ich nichts gespart an meiner Treu und Güte; ich habe recht geliebt, dafür wird mein Gemüte gekränket und betrübt.

19) Sie reizen mich mit Sünden: was gilt's, es soll einmal sich wieder etwas finden zu ihrem Zorn und Qual! Es werden Völker kommen, die blind sind als ein Stein; die sollen meine frommen und liebsten Kinder sein.

20) Mein Feuer ist entstanden und brennet lichterloh in meines Volkes Landen, die sind ihm wie das Stroh. Es wird weit um sich greifen bis zu der Höllen Grund und alle Frucht abstreifen, die auf der Erden stund.

21) Ich will mit meinen Pfeilen sie treiben in den Tod; es soll sie übereilen Schwert, Pest und Hungersnot. Ich will viel Tiere schicken und strenges Schlangengift, das soll zermartern, drücken und fressen, wen es trifft.

22) Ich will sie recht belohnen, mein Zorn soll gleich ergehn, auch derer nicht verschonen, die jung, gerad und schön. Ich will sie all zerstäuben und fragen hier und dort: wo ist dann nun ihr Bleiben? Welch ist ihr Sitz und Ort?

23) Doch muss ich gleichwohl scheuen den ungereimten Wahn der Feinde, die sich freuen, als hätten sie's getan. Sie bleiben wie die Narren bei ihrem Gaukelspiel und ziehn am Torheitskarren, ich tu auch, was ich will.

24) O, dass mein Volk verstünde das edle schöne Gut, das, wenn's nun seine Sünde bereut und Buße tut, ihm nachmals wird begegnen! Denn was ich jetzt geflucht, das will ich wieder segnen, sobald es Gnade sucht.

25) Mein Volk kommt aus dem Weinen, sein Feind kommt aus der Ruh, ihr Tausend' flieht vor einem, wie geht das immer zu? Ihr Herr, ihr Fels und Leben, ist weg aus ihrem Zelt, er hat sie übergeben zur Flucht ins freie Feld.

26) Seid froh, ihr treuen Knechte des Gottes Israel, des Arm und starke Rechte euch schützt an Leib und Seel, habt fröhliches Vertrauen und Glauben, der da siegt: so wird Gott wieder bauen, was jetzt darnieder liegt.

27) Er wird am Feinde rächen, was uns zu viel geschehn, uns wird er Trost zusprechen, uns wieder lassen sehn die Sonne seiner Gnaden: die wird in kurzer Zeit des Landes Klag' und Schaden verkehr'n in Glück und Freud.

Merkt auf, merkt, Himmel, Erde nur Text

1) Merkt auf, merkt, Himmel, Erde, und du, o Meeresgrund, was ich jetzt singen werde aus Gottes heilgem Mund! Es fließe meine Lehre, wie Tau und Regen fleußt; wer Ohren hat, der höre des Höchsten Wort und Geist.

2) Es lässt der Herr euch weisen sein Ehr und Namenszier; die soll und will ich preisen, das tut auch ihr mit mir. Er ist ein Gott der Götter, ein Tröster in der Not, ein Fels, ein einz'ger Retter und selbst des Todes Tod.

3) Sein Tun ist lauter Güte, sein Werk ist rein und klar, treu ist er am Gemüte, im Wort und Reden wahr; viel heilger als die Engel, die doch nur recht getan, frei aller Fehl und Mängel, fern von der Unrechtsbahn.

4) Er ist gerecht. Wir alle sind schändlich angesteckt mit Adams Sünd' und Falle, der täglich in uns heckt viel böse schwere Taten, die unserm großen Gott, des kein Mensch kann entraten, geraten nur zum Spott.

5) Die ungeratnen Kinder, die fallen von ihm ab und werden freche Sünder, vergessen aller Gab und so viel tausend Güter und so viel süßer Gnad, die ihnen Gott, ihr Hüter, so oft erwiesen hat.

6) Dankst du denn solchermaßen, du toll und töricht Volk, dem, der dir regnen lassen dein Manna aus der Wolk' und aus des Himmels Kammer dir Speisen zugeschickt, damit in deinem Jammer dein Herze würd erquickt?

7) Woher hast du dein Leben und deines Leibes Bild? Wer hat das Blut gegeben, das dir die Adern füllt? Ist's nicht dein Herr, dein Schöpfer, dein Vater und dein Licht, der dich, gleich als ein Töpfer, von Erde zugericht?

8) Gedenk und geh zurücke in die vergangnen Jahr, erwäge, was für Glücke Gott deiner Väter Schar erzeigt in schweren Zeiten! Das ist den Alten kund, die werden dir andeuten den rechten wahren Grund.

9) Er stieß die wilden Heiden mit seiner starken Hand aus ihrer fetten Weiden und gab das schöne Land des Israels Geschlechte zu seines Namens Ruhm und Jakob, seinem Knechte, zum Erb und Eigentum.

10) Er fand ihn, wo es heulet, in dürrer Wüstenei, er fand ihn und erteilet ihm alle Vatertreu; er lehret ihn, was tauge und er selbst Tugend heiß, er hielt ihn wie ein Auge und sparte keinen Fleiß.

11) Gleichwie ein Adler sitzet auf seiner zarten Brut und gar genau beschützet, was ihm am Herzen ruht. Er dehnt die starken Flügel, wenn er sich hoch erschwingt und über Tal und Hügel sein edle Jungen bringt:

12) So hat sich auch gebreitet des Höchsten Lieb und Gnad auf Jakob, den er leitet, auf dass ihm ja kein Schad hier oder da anstieße; er hub, er trug mit Fleiß, bewahrt ihm Gang und Füße auf seiner ganzen Reis'.

13) Er, sein Gott, tat's alleine und sonst kein andrer Gott. Es gaben Feld und Steine Öl, Honig, Wasser, Brot ohn alle seine Mühe; er hatte guten Mut beim Fett der Schaf und Kühe und trank gut Traubenblut.

14) Da er nun wohl gegessen, vergaß er Gottes Heil, und da er des vergessen, da ward er frech und geil; da seine Not gestillet, beschimpft er Gottes Ehr', und da der Leib gefüllet, da ward das Herze leer.

15) Leer ward es an dem Guten, des Bösen ward es voll, ließ Götzenopfer bluten und dient, als wär' er toll, den schändlichen Feldteufeln; und den, an dessen Macht die Teufel selbst nicht zweifeln, den ließ er aus der Acht.

16) Er ließ den ew'gen Retter und gab sich in den Schirm der neuerdachten Götter, hielt Bestien und Gewürm und Bilder von Metallen, von Holz, von Stein und Ton, den Heiden zu gefallen, für seiner Seelen Kron'.

17) Als das nun der erkannte, der Herz und Nieren kennt, da wuchs sein Zorn und brannte, gleichwie ein Feuer brennt; und die er vor so schöne geliebt an seinem Teil als Töchter und als Söhne, die wurden ihm ein Greul.

18) Ich will mich, sprach er, wenden von dieser schnöden Art, die so abscheulich schänden mich, der ich nichts gespart an meiner Treu und Güte; ich habe recht geliebt, dafür wird mein Gemüte gekränket und betrübt.

19) Sie reizen mich mit Sünden: was gilt's, es soll einmal sich wieder etwas finden zu ihrem Zorn und Qual! Es werden Völker kommen, die blind sind als ein Stein; die sollen meine frommen und liebsten Kinder sein.

20) Mein Feuer ist entstanden und brennet lichterloh in meines Volkes Landen, die sind ihm wie das Stroh. Es wird weit um sich greifen bis zu der Höllen Grund und alle Frucht abstreifen, die auf der Erden stund.

21) Ich will mit meinen Pfeilen sie treiben in den Tod; es soll sie übereilen Schwert, Pest und Hungersnot. Ich will viel Tiere schicken und strenges Schlangengift, das soll zermartern, drücken und fressen, wen es trifft.

22) Ich will sie recht belohnen, mein Zorn soll gleich ergehn, auch derer nicht verschonen, die jung, gerad und schön. Ich will sie all zerstäuben und fragen hier und dort: wo ist dann nun ihr Bleiben? Welch ist ihr Sitz und Ort?

23) Doch muss ich gleichwohl scheuen den ungereimten Wahn der Feinde, die sich freuen, als hätten sie's getan. Sie bleiben wie die Narren bei ihrem Gaukelspiel und ziehn am Torheitskarren, ich tu auch, was ich will.

24) O, dass mein Volk verstünde das edle schöne Gut, das, wenn's nun seine Sünde bereut und Buße tut, ihm nachmals wird begegnen! Denn was ich jetzt geflucht, das will ich wieder segnen, sobald es Gnade sucht.

25) Mein Volk kommt aus dem Weinen, sein Feind kommt aus der Ruh, ihr Tausend' flieht vor einem, wie geht das immer zu? Ihr Herr, ihr Fels und Leben, ist weg aus ihrem Zelt, er hat sie übergeben zur Flucht ins freie Feld.

26) Seid froh, ihr treuen Knechte des Gottes Israel, des Arm und starke Rechte euch schützt an Leib und Seel, habt fröhliches Vertrauen und Glauben, der da siegt: so wird Gott wieder bauen, was jetzt darnieder liegt.

27) Er wird am Feinde rächen, was uns zu viel geschehn, uns wird er Trost zusprechen, uns wieder lassen sehn die Sonne seiner Gnaden: die wird in kurzer Zeit des Landes Klag' und Schaden verkehr'n in Glück und Freud.

Mit Freuden lasst uns treten vor Gott nur Text

1) Mit Freuden lasst uns treten vor Gott, ihn anzubeten, vor Gott, der unserm Leben bisher hat Kraft gegeben.

2) Wir Erdenpilger wandern von einem Jahr zum andern. Die schnelle Flucht der Stunden wird kaum von uns empfunden.

3) Und diese Wandertage sind nie ganz frei von Plage. Auf dornenvollen Wegen gehn wir dem Grab entgegen.

4) Doch wie von treuen Mütter in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden.

5) So eilet, voll Erbarmen, auch Gott mit Vaterarmen, wenn Trübsalswetter blitzen die Seinen zu beschützen.

6) Ach, Hüter unsers Lebens, fürwahr es ist vergebens, mit unsern Tun und Wachen, du weißt es wohl zu machen.

7) Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue! Lob sei den starken Händen, die allen Jammer wenden.

8) Erhöre unsre Bitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden die Quelle unsrer Freuden.

9) Gib mir und allen denen, die sich nach Troste sehnen, ein Herz, das dir vertraue und nicht auf's Eitle baue.

10) Ach, wehre du den Kriegen. Lass Menschenliebe siegen. Lass sich, wo Tranen fließen des Trostes Quell ergießen.

11) Sprich deinen milden Segen zu allen unsren Wegen, lass Großen, Herr, wie Kleinen die Gnadensonne scheinen.

12) Sei der Verlassnen Vater, der Irrenden Berater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe.

13) Hilf gnädig allen Kranken! Gib fröhliche Gedanken den tief betrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen.

14) Vor allem, Herr, verleihe uns deinen Geist auf’s Neue, der uns mit Tugend ziere und uns zum Himmel führe.

15) Das wollest du uns geben du Herr von unserm Leben. So gehen wir in Segen der Ewigkeit entgegen.

Nicht so traurig, nicht so sehr nur Text 1647

1) Nicht so traurig, nicht so sehr, meine Seele, sei betrübt, dass dir Gott Glück, Gut und Ehr nicht so viel wie andern gibt! nimm vorlieb mit deinem Gott! hast du Gott, so hat's nicht Not.

2) Du noch einzig Menschenkind habt ein Recht in dieser Welt; alle, die geschaffen sind, sind nur Gast im fremden Zelt; Gott ist Herr in seinem Haus, wie er will, so teilt er aus.

3) Bist du doch darum nicht hier, dass du Erden haben sollt, schau den Himmel über dir, da, da ist dein edles Gold, da ist Ehre, da ist Freud, Freud ohn End, Ehr ohne Neid.

4) Der ist albern, der sich kränkt um ein Hand voll Eitelkeit, wenn ihm Gott dagegen schenkt schätze der Beständigkeit; bleibt der Zentner dein Gewinn, fahr der Heller immer hin!

5) Schaue alle Güter an, die dein Herz für Güter hält, keines mit dir gehen kann, wann du gehest aus der Welt; alles bleibet hinter dir, wann du trittst ins Grabes Tür.

6) Aber was die Seele nährt, Gottes Huld und Christi Blut, wird von keiner Zeit verzehrt, ist und bleibet allzeit gut; Erdengut zerfällt und bricht, Seelengut das schwindet nicht.

7) Ach, wie bist du doch so blind und im Denken unbedacht! Augen hast du, Menschenkind, und hast doch noch nie betracht deiner Augen helles Glas: siehe, welch ein Schatz ist das!

8) Zähle deine Finger her und der andern Glieder Zahl; keins ist, das dir unwert wär, ehrst und liebst sie allzumal; keines gäbst du weg um Gold, wenn man dir's abnehmen wollt.

9) Nun, so gehe in den Grund deines Herzens, das dich lehrt, wie viel Gutes alle Stund dir von oben wird beschert: du hast mehr als Sand am Meer, und willst doch noch immer mehr.

10) Wüsste, der im Himmel lebt, dass dir wäre nütz und gut, wonach so begierig strebt dein verblendet Fleisch und Blut, würde seine Frömmigkeit dich nicht lassen unerfreut.

11) Gott ist deiner Liebe voll und von ganzem Herzen treu; wenn du wünschest, prüft er wohl, wie dein Wunsch beschaffen sei; ist dir's gut, so geht er's ein, ist's dein Schade, spricht er: Nein.

12) Unterdessen trägt sein Geist dir in deines Herzens Haus Manna, das die Engel speist, ziert und schmückt es Herrlich aus, ja erwählet, dir zum Heil, dich zu seinem Gut und Teil.

13) Ei, so richte dich empor, du betrübtes Angesicht! lass das Seufzen, nimm hervor deines Glaubens Freudenlicht; das behalt, wenn dich die Nacht deines Kummers traurig macht.

14) Setze als ein Himmelssohn deinem Willen Maß und Ziel, rühre stets vor Gottes Thron deines Dankens Saitenspiel, weil dir schon gegeben ist mehres als du würdig bist.

15) Führe deines Lebens Lauf allzeit Gottes eingedenk. wie es kommt, nimm alles auf als ein wohlbedacht Geschenk. geht dir's widrig, lass es gehn! Gott und Himmel bleibt dir stehn.

Nichts, nichts hat dich getrieben nur Text

Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast.

Noch dennoch musst du drum nicht ganz nur Text

1) Noch dennoch musst du drum nicht ganz in Traurigkeit versinken Gott wird des süßen Trostes Glanz schon wieder lassen blinken. Steh in Geduld, wart in der Still' und lass Gott machen, wie er will, er kanns nicht böse machen.

2) Ist denn dies unser erstes Mal, dass wir betrübet werden? Wir haben ja viel Angst und Qual bisher gehabt auf Erden! Wir sind wohl mehr so hoch gekränkt, und hat doch Gott uns drauf geschenkt ein Stündlein voller Freuden.

3) Es ist auch Gottes Meinung nicht, wenn er uns Unglück sendet, als sollte drum sein Angesicht ganz von uns sein gewendet. Nein, sondern dieses ist sein Rat, dass der, so ihn verlassen hat, durch's Unglück wiederkehre.

4) Denn das ist unser Fleisches Mut, wenn wir in Freuden leben, dass wir dann unserm höchsten Gut am ersten Urlaub geben, wir sind von Erd' und halten wert viel mehr, was hier ist auf der Erd' als was im Himmel wohnet.

5) Drum fährt uns Gott durch unsern Sinn und lässt uns Weh geschehen. Er nimmt oft, was uns lieb, dahin, damit wir aufwärts sehen und uns zu seiner Güt' und Macht, die wir bisher nicht groß geacht, als Kinder wieder finden.

6) Tun wir nun das, ist er bereit, uns wieder anzunehmen, macht aus dem Leide lauter Freud' und Lachen aus dem Grämen, und ist ihm das gar schlichte Kunst, wen er umfängt mit Lieb und Gunst, dem ist geschwind geholfen.

7) Drum falle, du betrübtes Heer, in Demut vor ihm nieder. Sprich: Herr, wir geben dir die Ehr', ach, nimm uns Sünder wieder in deine Gnade! Reiß die Last, die du uns aufgeleget hast, hinweg, heil unsern Schaden!

8) Denn Gnade gehet doch vor Recht, zorn muss der Liebe weichen, wenn wir erliegen, muss uns schlecht Gott sein Erbarmen reichen. Dies ist die Hand, die uns erhält, wo wir die lassen, bricht und fällt all unser Tun in Haufen.

9) Auf Gottes Liebe musst du stehn und dich nicht lassen fällen, wenn auch der Himmel ein wollt' gehn und alle Welt zerschellen; Gott hat uns Gnade zugesagt, sein Wort ist klar, wer sich drauf wagt, dem kann es nimmer fehlen.

10) So darfst du auch an seiner Kraft gar keinen Zweifel haben. Wer ist's, der alle Dinge schafft? Wer teilt aus alle Gaben? Gott tut's! Und er ist auch der Mann, der Rat und Mittel finden kann, wenn jedermann verzaget.

11) Scheint dir die Hilf' unmöglich' sein, so sollst du gleichwohl wissen: Gott räumt uns dieses nimmer ein, dass er sich lass einschließen in unsers Sinnes engen Stall; sein Arm ist frei, tut überall viel mehr als wir verstehen.

12) Was ist sein ganzes wertes Reich als lauter Wundersachen? Er hilft und baut, wann wir uns gleich des gar kein' Hoffnung machen, und das ist seines Namens Ruhm, den du, wenn du sein Heiligtum willst sehen, ihm musst geben.

Nun danket all und bringet Ehr nur Text 1647

1) Nun danket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt.

2) Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge tut;

3) der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch uns helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt;

4) der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muts, die Straf erlässt, die Schuld vergibt und tut uns alles Guts.

5) Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin.

6) Er lasse seinen Frieden ruhn auf unserm Volk und Land, er gebe Glück zu unserm Tun und Heil zu allem Stand.

7) Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gehn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn.

8) Solange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil, und wenn wir scheiden von der Erd, verbleib er unser Teil.

9) Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh.

Nun freut euch hier und überall nur Text 1653

1) Nun freut euch hier und überall, ihr Christen, lieben Brüder! Das Heil, das durch den Todesfall gesunken, stehet wieder. Des Lebens Leben lebet noch, sein Arm hat aller Feinde Joch mit aller Macht zerbrochen.

2) Der Held, der alles hält, er lag im Grab als überwunden, er lag, bis dass der dritte Tag sich in die Welt gefunden. Da dieser kam, kam auch die Zeit, da, der uns in dem Tod erfreut, sich aus dem Tod erhube.

3) Die Morgenröte war noch nicht mit ihrem Licht vorhanden, und siehe, da war schon das Licht, das ewig leucht', erstanden. Die Sonne war noch nicht erwacht, da wacht und ging in voller Macht die unerschaffne Sonne.

4) Das wusste nicht die fromme Schar, die Christo angehangen, drum als nunmehr der Sabbat war zum End' hinabgegangen, begunnt Maria Magdalen und andre mit ihr auszugehn und Spezerei zu kaufen.

5) Ihr Herz und Hand ist hoch bemüht, ein Salböl darzugeben für Jesu, dessen teure Güt' uns salbt zum ew'gen Leben. Ach, liebes Herz, der seinen Geist vom Himmel in die Herzen geußt, darf keines Öls noch Salben.

6) Ja du, o heilger Jungfrausohn, bist schon g'nug balsamieret als König, der im Himmelsthron und überall regieret! Dein Balsam ist die ewge Kraft, dadurch Gott Erd und Himmel schafft, die lässt dich nicht verwesen.

7) Doch geht die fromme Einfalt hin bald in dem frühsten Morgen, sie gehn, und plötzlich wird ihr Sinn voll großer schwerer Sorgen. Ei, sprechen sie, wer wälzt den Stein von's Grabes Tür und lässt uns ein zum Leichnam unsres Herren? –

8) So sorgten sie zur selben Zeit für das, was schon bestellet, es war der Stein ja allbereit erhoben und gefället durch einen, der des Erdreichs Wucht erbeben macht und in die Flucht des Grabes Hüter jagte.

9) Das war ein Diener aus der Höh', von denen, die uns schützen, sein Kleid war weißer als der Schnee, sein Ansehn gleich den Blitzen, der hat das fest verschloss'ne Grab eröffnet und den Stein herab von's Grabes Tür gewälzet.

10) Das Weiberhäuflein kam und ging hinein ohn alle Mühe. Hör aber, was für Wunderding sich da begab! Denn siehe, das, was sie suchten, find't sich nicht und wo ihr Herz nicht hingericht, das ist allda zur Stelle.

11) Sie suchten ihrer Seelen Hort und finden sein Gesinde, sie hören aus der Engel Wort wie's gar viel anders stünde, als ihr betrübtes Herz gemeint: dass billig wer bisher geweint, nun jauchzen soll und lachen.

12) Sie sehn das Grab entledigt stehn, und als sie das gesehen, da läuft Maria Magdalen, zu sagen, was geschehen. Die andre Schar ist Kummers voll und weiß nicht, was sie machen soll, verharret bei dem Grabe.

13) Da stellen sich in heller Zier zween edle Himmelsboten, die sprechen: Ei, was suchet ihr das Leben bei den Toten? Der Heiland lebt! Er ist nicht hie! Heut ist er, glaubt uns, heute früh ist er vom Tod erstanden.

14) Gedenkt und sinnt ein wenig nach den Reden, die er triebe, da er so klar und deutlich sprach, wie er zwar würd' aus Liebe den Tod ausstehn und große Plag, jedennoch an dem dritten Tag auch Herrlich triumphieren.

15) Da dachten sie an Christi Wort und gingen von dem Grabe hin zu der elf Apostel Ort und sagten, was sich habe erzeigt in ihrem Angesicht. Man hielt es aber anders nicht, als ob es Märlein wären.

16) Maria, die betrübt', sich gibt in schnelles Abescheiden, findt Petrum und den Jesus liebt, erzählet allen beiden: ach, spricht sie, unser Herr ist hin, und niemand ist, der, wo man ihn hab hingelegt, will wissen.

17) Der Hochgeliebte läuft geschwind und kommt zuerst zum Grabe. Er guckt, und da er nichts mehr find't als Leinen, weicht er abe. Da aber Simon Petrus kömmt, geht er ins Grab hinein und nimmt das Werk recht in die Augen.

18) Er sieht die Leinen für sich dar, zu voraus, wie mit Fleiße gelegt und eingewickelt war das Haupttuch zu dem Schweiße: da ging auch, der am ersten kam, hinein, wie Petrus tät, und nahm, was er da sah, zu Herze.

19) Da glauben sie nun dem Bericht, weil sie mit Augen schauen, was sie zuvor als ein Gedicht gehöret von den Frauen. Doch werden sie Verwunderns voll, denn keiner weiß, dass Christus soll von Toten auferwachen.

20) Maria steht vorm Grab und weint, und plötzlich wird sie innen, dass zween in weißen Kleidern seind vor ihr im Grabe drinnen, die sprechen: Weib, was weinest du? Sie haben meines Herzens Ruh, sprach sie, hinweggenommen.

21) Mein Herr ist weg, und ich weiß nicht, wo ich soll suchen gehen. Indessen wend't sie ihr Gesicht und siehet Jesum stehen. Der spricht: O Weib, was fehlet dir? Was weinest du, was suchst du hier? – sie meint, der Gärtner rede.

22) Ach, spricht sie, Herr, hast du's getan, so sag es unverhohlen, wo liegt mein Herr? Wo komm ich an? So will ich mir ihn holen. Der Herr spricht mit gewohnter Stimm': maria! – Da wend't sie sich um und spricht: Sieh da, Rabbuni!

23) Rühr mich nicht an! Ich bin noch nicht zum Vater aufgefahren, geh aber hin, sprach unser Licht, sag's meiner Brüder Scharen: ich fahr als eures Todes Tod zu meinem und zu eurem Gott und unser aller Vater.

24) Maria ist das arme Weib, von welcher unser Meister, der starke Helfer, vormals treib auf einmal sieben Geister. Die, die ist's, welcher Jesu Christ am ersten Mal erschienen ist am heilgen Ostertage.

25) Nun, sie ging hin, tät's denen kund, die mit ihr Jesum liebten und über ihn von Herzensgrund sich grämten und betrübten. Kein einz'ger aber fiel ihr bei, ein jeder hielt's für Fantasei, und wollt es niemand glauben.

26) Es gingen auch ins Grab hinein die andre Schar der Frauen, da gab sich ihrem Augenschein ein Jüngling anzuschauen in einem langen weißen Kleid, der sprach: Habt Freud und Trost und seid ohn alle Furcht und Schrecken.

27) Ihr sucht den Held von Nazareth, der doch hie nicht vorhanden. Seht, das ist seines Lagers Stätt, von der er auferstanden. Geht schnell, sagt's Petro und der Zahl der andern Jünger allzumal: ihr Herr und Meister lebe. –

28) Die Weiber eilen schnell davon, den Jüngern Post zu bringen, und siehe da, die Freudensonn', nach der sie alle gingen, die geht daher, und sehen sie im Leben, den sie also früh als einen Toten suchten.

29) Sein süßer Mund macht all ihr Leid mit seinem Grüßen süße, sie treten zu mit großer Freud und greifen seine Füße. Er aber spricht: Seid guten Muts! Geht hin, sagt meinen Brüdern Guts, verrichtet, was ihr sahet.

30) Sprecht, dass sie nunmehr also fort in Galiläum gehen, allda will ich, kraft meiner Wort, vor ihren Augen stehen. – und hiemit schloss er sein Gebot. Die Weiber gehn und loben Gott, verrichten, was befohlen.

31) O Lebensfürst, o starker Leu aus Judä Stamm erstanden, so bist du nun wahrhaftig frei von Todes Strick und Banden. Du hast gesiegt und trägst zu Lohn ein allzeit unverwelkte Kron' als Herr all deiner Feinde.

32) Was fragst du nach des Teufels Spott und ungereimten Klagen! Man hat, spricht er und seine Rott', ihn heimlich weggetragen. Die Jünger haben ihn bei Nacht gestohlen und bei Seit' gebracht, indem wir feste schliefen.

33) O Bosheit! War dein Schlaf so fest, wie hast du können sehen? Ist denn dein Auge wach gewest, wie lässt'st du's so geschehen, dass durch der Jünger schwache Hand der Stein und seines Siegels Band ward auf- und abgelöset?

34) Es ist dein hart verstockter Sinn, der dich zum Lügen leitet, so fahr auch nun zum Abgrund hin, da dir dein Lohn bereitet! Ich aber will, Herr Jesu Christ, so lang ein Leben in mir ist, bekennen, dass du lebest.

35) Ich will dich rühmen, wie du seist die Pest und Gift der Höllen, ich will auch, Herr, durch deinen Geist mich dir zur Seiten stellen und mit dir sterben, wie du stirbst, und was du in dem Sieg erwirbst, soll meine Beute bleiben.

36) Ich will von Sünden auferstehn, wie du vom Grab aufstehest: ich will zum andern Leben gehn, wie du zum Himmel gehest. Dies Leben ist doch lauter Tod, drum komm und reiß aus aller Not uns in das rechte Leben!

Nun lasst uns gehn und treten nur Text 1653

1) Nun lasst uns gehen und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben.

2) Wir gehen dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten bis zum neuen

3) durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken.

4) Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden,

5) also auch und nicht minder lässt Gott uns, seine Kinder, wenn Not und Trübsal blitzen, in seinem Schoße sitzen.

6) Ach Hüter unsres Lebens, fürwahr, es ist vergebens mit unserm Tun und Machen, wo nicht dein Augen wachen.

7) Gelobet sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden.

8) Lass ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden.

9) Gib mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde.

10) Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen, lass Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen.

11) Sei der Verlassnen Vater, der Irrenden Berater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe.

12) Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen.

13) Und endlich, was das meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe.

14) Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christen Schare zum selgen neuen Jahre.

Nun ruhen alle Wälder nur Text 1647

1) Nun ruhen alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen, auf, auf, ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt.

2) Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin; ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint.

3) Der Tag ist nun vergangen, die güldnen Sternlein prangen am blauen Himmelssaal; also werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammertal.

4) Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ehr und Herrlichkeit.

5) Das Haupt, die Füß und Hände sind froh, dass nun zum Ende die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei.

6) Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt. Es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Erd.

7) Mein Augen stehn verdrossen, im Nu sind sie geschlossen. Wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel'.

8) Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein. Will Satan mich verschlingen, so lass die Englein singen: "Dies Kind soll unverletzet sein."

9) Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben kein Unfall noch Gefahr. Gott lass euch selig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Engel Schar.

O du allersüß'te Freude nur Text

1) O du allersüßeste Freude, o du allerschönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide unbesuchet lässest nicht. Geist des Höchsten, höchster Fürst, der du hältst und halten wirst ohn Aufhören aller Dinge, höre, höre, was ich singe.

2) Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur nennen kann; wenn ich dich erwünsch und habe, geb ich alles Wünschen dran. Ach, so gibt dich, komm zu mir in mein Herze, das du dir, da ich in die Welt geboren selbst zum Tempel auserkoren.

3) Du wirst als ein milder Regen ausgegossen von dem Thron, bringst uns nichts als lauter Segen von dem Vater und dem Sohn. Lass doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast und verteilst nach deinem Willen, mich an Leib und Seele füllen.

4) Du bist weise, voll Verstandes, was geheim ist, ist dir kund; zählst den Staub des kleinen Sandes, gründst des tiefen Meeres Grund. Nun du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sei; drum gib Weisheit und vor allen, wie ich möge Gott gefallen.

5) Du bist heilig, lässt dich finden, wo man rein und redlich ist, fleuchst hingegen Schand und Sünden, hassest Schlangentrug und List. Mache du, o Gnadenquell, meine Seele rein und hell; lass mich fliehen, was du fliehest, gib mir, was du gerne siehest.

6) Du bist, wie ein Schäflein pfleget, frommes Herzens, sanftes Muts, bleibst im Lieben unbeweget, tust uns Bösen alles Guts. Ach, verleih und gib mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, dass ich Freund und Feinde liebe, keinen, den du liebst, betrübe.

7) Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur nicht verstößt; bleib ich von dir ungeschieden, so bin ich genug getröst. Lass mich sein dein Eigentum, ich versprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen;

8) Nur allein, dass du mich stärkest und mir treulich stehest bei. Hilf, mein Helfer, wo du merkest, dass mir Hilfe nötig sei. Brich des Fleisches bösen Sinn, nimm den alten Willen hin, mach ihn allerdinge neue, dass sich mein Gott meiner freue.

9) Sei mein Retter, führ mich eben; wenn ich sinke, sei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben; wenn ich liege, sei mein Grab. Wenn ich wieder aufersteh, ei, so hilf mir, dass ich geh hin, da du in ewgen Freuden wirst die Auserwählten weiden.

O Gott, mein Schöpfer, edler Fürst nur Text

1) O Gott, mein Schöpfer, edler Fürst und Vater meines Lebens, wo du mein Leben nicht regierst, so leb ich hier vergebens. Ja, lebendig bin ich auch tot, der Sünden ganz ergeben, wer sich wälzt in dem Sündenkot, der hat das rechte Leben noch niemals recht gesehen.

2) Darum so wende deine Gnad zu deinem armen Kinde und gib mir allzeit guten Rat, zu meiden Schand und Sünde. Behüte meines Mundes Tür, dass mir ja nicht entfahre ein solches Wort, dadurch ich dir und deiner frommen Schare verdrießlich sei und schade.

3) Bewahr, o Vater, mein Gehör auf dieser schnöden Erde vor allem, dadurch deine Ehr und Reich beschimpfet werde. Lass mich der Lässtrer Gall und Gift ja nimmermehr berühren, denn wen ein solcher Unflat trifft, den pflegt er zu verführen, auch wohl gar umzukehren.

4) Regiere meiner Augen Licht, dass sie nichts Arges treiben, ein unverschämtes Angesicht lass ferne von mir bleiben. Was ehrbar ist, was Zucht erhält, wonach die Englein trachten, was dir beliebt und wohlgefällt, das lass auch mich hochachten, all Üppichkeit verlachen.

5) Gib, dass ich mich nicht lasse ein zum Schlemmen und zum Prassen, lass deine Lust mein eigen sein, die andre fliehn und hassen. Die Lust, die unser Fleisch ergötzt, die zeucht uns nach der Höllen, und was die Welt für Freude schätzt, pflegt Seel' und Geist zu fällen und ewiglich zu quälen.

6) O selig ist, der stets sich nährt mit Himmels Speis und Tränken, der nichts mehr schmeckt, nichts sieht und hört, auch nichts begehrt zu denken, als nur was zu dem Leben bringt, da man bei Gotte lebet und bei der Schar, die fröhlich singt und in der Wollust schwebet, die keine Zeit aufhebet.

O Haupt voll Blut und Wunden nur Text 1656

1) O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron, o Haupt, sonst schön gezieret mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber hoch schimpfieret: gegrüßet seist du mir!

2) Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte: wie bist du so bespeit, wie bist du so erbleichet! Wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht'?

3) Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last; ich hab es selbst verschuldet, was du getragen hast. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat. Gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad.

4) Erkenne mich, mein Hüter, mein Hirte, nimm mich an. Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts getan; dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost, dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust.

5) Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht; von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht; wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich fassen in meinem Arm und Schoß.

6) Es dient zu meinen Freuden und tut mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschähe mir!

7) Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deines Todes Schmerzen, da du's so gut gemeint. Ach gib, dass ich mich halte zu dir und deiner Treu und, wenn ich einst erkalte, in dir mein Ende sei.

8) Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein.

9) Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und lass mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl.

O Herz des Königs aller Welt nur Text 1656

1) O Herz des Königs aller Welt, Des Herrschers in dem Himmelszelt, Dich grüßt mein Herz mit Freuden. Mein Herze, wie dir wohl bewusst, Hat seine größte und höchste Lust An dir und deinem Leiden. Ach wie bezwang und drang dich doch Dein edle Lieb, ins bittre Joch Der Schmerzen dich zu geben, Da du dich neigtest in den Tod, Zu retten aus der Todesnot Mich und mein armes Leben.

2) O Tod, du fremder Erdengast, Wie warst du so ein herbe Last Dem allersüß'ten Herzen! Dich hat ein Weib der Welt gebracht, Und machst dem, der die Welt gemacht, So unerhörte Schmerzen. Du meines Herzens Herz und Sinn, Du brichst und fällst und stirbst dahin, Wollst mir ein Wort gewähren: Ergreif mein Herz und schleuß es ein In dir und deiner Liebe Schrein. Mehr will ich nicht begehren.

3) Mein Herz ist kalt, hart und betört Von allem, was zur Welt gehört, Fragt nur nach eiteln Sachen. Drum, herzes Herze, bitt ich dich, Du wollest dies, mein Herz und mich, Warm, weich und sauber machen. Lass deine Flamm und starke Glut Durch all mein Herze, Geist und Mut Mit allen Kräften dringen; Lass deine Lieb und Freundlichkeit Zur Gegenlieb, Herr, jeder Zeit Mich armen Sünder bringen.

4) Erweitre dich, mach alles voll, Sei meine Ros und riech mir wohl, Bring Herz und Herz zusammen; Entzünde mich durch dich und laß Mein Herz ohn' End und alle Maß In deiner Liebe flammen. Wer dieses hat, wie wohl ist dem, In dir zu ruhn ist angenehm, Ach niemand kann's g'nug sagen. Wer dich recht liebt, ergibt sich frei, In deiner Lieb und süßen Treu Auch wohl den Tod zu tragen.

5) Ich ruf aus aller Herzensmacht Dich, Herz, in dem mein Herze wacht, Ach lass dich doch errufen! Komm, beug und neige dich zu mir An meines Herzens arme Tür Und zeuch mich auf die Stufen Der Andacht und der Freudigkeit; Gib, dass mein Herz in Lieb und Leid Dein eigen sei und bleibe, Dass dir es dien an allem Ort Und dir zu Ehren immerfort All seine Zeit vertreibe.

6) O Herzens Ros, o schönste Blum, Ach wie so köstlich ist dein Ruhm, Du bist nicht auszupreisen. Eröffne dich, lass deinen Saft Und des Geruchs erhöhte Kraft Mein Herz und Seele speisen. Dein Herz, Herr Jesu, ist verwundt, Ach tritt zu mir in meinen Bund Und gib mir deinen Orden. Verwund auch mich, o süßes Heil, Und triff mein Herz mit deinem Pfeil, Wie du verwundet worden.

7) Nimm mein Herz, o mein höchstes Gut, Und leg es hin, wo dein Herz ruht, Da ist's wohl aufgehoben; Da geht's mit dir, gleich als zum Tanz, Da lobt es deines Hauses Glanz Und kann's doch nicht g'nug loben. Hier setzt sich's, hier gefällt's ihm wohl, Hier freut sich's, dass es bleiben soll. Erfüll, Herr, meinen Willen, Und weil mein Herz dein Herze liebt, So lass auch, wie dein Recht es gibt, Dein Herz mein Herze stillen.

O Jesu Christ, dein Kripplein ist mein Paradies nur Text 1653

1) O Jesu Christ, dein Krippe ist mein Paradies, wo meine Seele weidet. Hier ist der Ort, hier liegt das Wort mit unserm Fleisch persönlich angekleidet.

2) Dem Meer und Wind gehorsam sind, gibt sich zum Dienst und wird ein Knecht der Sünder. Du Gottessohn wirst Erd und Ton, gering und schwach wie wir und unsre Kinder.

3) Du höchstes Gut hebst Fleisch und Blut zu deinem Thron hoch über alle Höhen. Du, ewge Kraft, machst Brüderschaft mit uns, die wie ein Dampf und Rauch vergehen.

4) Was will uns nun zuwider tun der Seelenfeind mit allem Gift und Gallen? Was wirft er mir und andern vor, dass Adam fiel und wir in ihm gefallen?

5) Schweig, arger Feind! Da sitzt mein Freund, mein Fleisch und Blut hoch in dem Himmel droben. Was du gefällt, das hat der Held aus Jakobs Stamm zu großer Ehr erhoben.

6) Sein Licht und Heil macht alles heil; tilgt alle Schuld und bringt den Himmel wieder. Der Freudenquell Immanuel schlägt Teufel, Höll und all ihr Reich darnieder.

7) Drum, frommer Christ, wer du auch bist, sei wohlgemut und lass dich nicht betrüben. Weil Gottes Kind dich an sich bindt, so kanns nicht anders sein, Gott muss dich lieben.

8) Gedenke doch, wie herrlich hoch er über allen Jammer dich geführet. Der Engel Heer ist selbst nicht mehr als eben du mit Seligkeit gezieret.

9) Du siehest ja vor Augen da dein Fleisch und Blut die Luft und Wolken lenken. Was will doch sich, ich frage dich, erheben, dich in Angst und Furcht zu senken?

10) Dein armer Sinn geht oft dahin, ruft Ach und Weh, lässt allen Trost verschwinden. Komm her und richt dein Angesicht zur Krippe Christi Da wirst du ihn finden.

11) Wirst du geplagt? Sei unverzagt, dein Bruder wird dein Unglück nicht verschmähen. Sein Herz ist weich und gnadenreich, kann unser Leid nicht ohne Tränen sehen.

12) Tritt doch hinzu, such Hilf und Ruh. Er wirds so machen, dass du ihm wirst danken. Er weiß und kennt, was beißt und brennt, versteht wohl, wie zumute ist dem Kranken.

13) Mit einem Wort Er ist die Pfort zu diesen und des andern Lebens Freuden. Er macht behend ein selig End mit alle dem, was fromme Herzen leiden.

14) Lass aller Welt ihr Gut und Geld und siehe nur, dass dieser Schatz dir bleibe. Wer den hält fest und ihn nicht lässt, den ehrt und krönt er dort an Seel und Leibe.

Alternativer Text:

1) O Jesu Christ, Dein Kripplein ist mein Paradies, da meine Seele weidet. Hier ist der Ort, das ewge Wort, liegt hier mit unserm Fleische überkleidet.

2) Dem Meer und Wind gehorsam sind gibt sich zum Dienst und wird ein Knecht der Sünder. Du Gottessohn wirst Erd' und Ton gering und schwach wie wir und unsre Kinder.

3) Dein Licht und Heil macht alles heil. Du Himmelsschatz bringst allen Schaden wieder. Du Freudenquell Immanuel, schlägst Teufel, Höll und all ihr Reich danieder.

4) Drum, frommer Christ, wer du auch bist sei gutes Muts und lass dich nicht betrüben, weil Gottes Kind dich ihm verbindt. So kann’s nicht anders sein: Gott muss dich lieben.

5) Gedenke doch, wie herrlich hoch er über allen Jammer dich geführet. Der Engel Heer ist selbst nicht mehr als eben du mit Seligkeit gezieret.

6) Lass aller Welt ihr Gut und Geld und siehe nur, dass dieser Schatz dir bleibe. Wer den hier festhält und nicht lässt, den ehrt und krönt er dort an Seel und Leibe.

O Jesu Christ, mein schönstes Licht nur Text 1653

1) O Jesu Christ, mein schönstes Licht, der du in deiner Seelen so hoch mich liebst, dass ich es nicht aussprechen kann noch zählen: gib, dass mein Herz dich wiederum mit Lieben und Verlangen mög umfangen und als dein Eigentum nur einzig an dir hangen!

2) Gib, dass sonst nichts in meiner Seel als deine Liebe wohne, gib, dass ich deine Lieb erwähl als meinen Schatz und Krone; stoß alles aus, nimm alles hin, was mich und dich will trennen und nicht gönnen, dass all mein Mut und Sinn in deiner Liebe brennen!

3) Wie freundlich, selig, süß und schön ist, Jesu, deine Liebe! Wann diese steht, kann nichts entstehn, das meinen Geist betrübe. Drum lass nichts anders denken mich, nichts sehen, fühlen, hören, lieben, ehren als deine Lieb und dich, der du sie kannst vermehren.

4) O, dass ich dieses hohe Gut möcht ewiglich besitzen! O, dass in mir dies' edle Glut ohn Ende möchte hitzen! Ach, hilf mir wachen Tag und Nacht und diesen Schatz bewahren vor den Scharen, die wider uns mit Macht aus Satans Reiche fahren!

5) Mein Heiland, du bist mir zulieb in Not und Tod gegangen und hast am Kreuz als wie ein Dieb und Mörder dagehangen, verhöhnt, verspeit und sehr verwundt; ach, lass mich deine Wunden alle Stunden mit Lieb im Herzensgrund auch ritzen und verwunden.

6) Dein Blut, dass dir vergossen ward, ist köstlich, gut und reine, mein Herz hingegen böser Art und hart gleich einem Steine. O lass doch deines Blutes Kraft mein hartes Herze bezwingen, wohl durchdringen und diesen Lebenssaft mir deine Liebe bringen!

7) O dass mein Herze offen stünd und fleißig möcht auffangen die Tröpflein Bluts, die meine Sünd im Garten dir abdrangen! Ach dass sich meiner Augen Brunn auftät und mit Stöhnen heiße Tränen vergösse, wie die tun, die sich in Liebe sehnen.

8) O dass ich wie ein kleines Kind mit Weinen dir nachginge so lange, bis dein Herz entzündt mit Armen mich umfinge und deine Seel in mein Gemüt in voller süßer Liebe sich erhübe und also deiner Güt ich stets vereinigt bliebe!

9) Ach zeuch, mein Liebster, mich nach dir, so lauf ich mit den Füßen; ich lauf und will dich mit Begier in meinem Herzen küssen. Ich will aus deines Mundes Zier den süßen Trost empfinden, der die Sünden und alles Unglück hier kann leichtlich überwinden.

10) Mein Trost, mein Schatz, mein Licht und Heil, mein höchstes Gut und Leben, ach nimm mich auf zu deinem Teil, dir hab ich mich ergeben. Denn außer dir ist lauter Pein, ich find hier überalle nichts denn Galle; nichts kann mir tröstlich sein, nichts ist, das mir gefalle.

11) Du bist allein die rechte Ruh, in dir ist Fried' und Freude. Gib, Jesu, gib, dass immerzu mein Herz in dir sich weide. Sei meine Flamm und brenn in mir, mein Balsam, wollest eilen, lindern, heilen, den Schmerzen, der mich hier mit Seufzen lässet weilen.

12) Was ist's, o Schönster, das ich nicht in deiner Liebe habe? Sie ist mein Stern, mein Sonnenlicht, mein Quell, da ich mich labe, mein süßer Wein, mein Himmelsbrot, mein Kleid vor Gottes Throne, meine Krone, mein Schutz in aller Not, mein Haus, darin ich wohne.

13) Ach, Jesu, wenn du entweichst, was hilft mir sein geboren? Wann du mir deine Lieb entzeuchst, ist all mein Gut verloren. So gib, dass ich dich, meinen Gast, wohl such und bestermaßen möge fassen und, wenn ich dich gefasst, in Ewigkeit nicht lassen!

14) Du hast mich je und je geliebt und auch nach dir gezogen; eh ich noch etwas Guts geübt, warst du mir schon gewogen. Ach, lass doch ferner, edler Hort, mich diese Liebe leiten und begleiten, dass sie mir immerfort beisteh auf allen Seiten!

15) Lass meinen Stand, darin ich steh, Herr, deine Liebe zieren und, wo ich etwa irregeh, alsbald zurechte führen; lass sie mir allzeit guten Rat und gute Werke lehren, steuern, wehren der Sünd, und nach der Tat bald wieder mich bekehren!

16) Dein Lieben sei mir Freud im Leid, in Schwachheit mein Vermögen, und wenn ich nach vollbrachter Zeit mich soll zur Ruhe legen, alsdann lass deine Liebestreu, Herr Jesu, bei mir stehen, Luft zuwehen, dass ich getrost und frei mög in dein Reich eingehen!

O Mensch, beweine deine Sünd nur Text

1) O Mensch, sieh hier das Leben in bitt'ren Tod gegeben, des ew'gen Gottes Sohn! Der große Fürst der Ehren ließ willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Spott und Hohn.

2) Wer hat Dich so geschlagen, o Herr, und Dich mit Plagen so übel zugericht't! Du bist ja nicht ein Sünder wie alle Menschenkinder, von Missetaten weißt Du nicht.

3) Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben Dir erreget das Elend, das Dich schläget, und all das große Marterheer.

4) Ach, Herr, wer kann es fassen, dass Du am Kreuz verlassen von Gott für meine Schuld? Ja, Herr, als Du gestorben, hast Du um mich geworben,: o welche wunderbare Huld.

5) Hab Dank denn für Dein Sterben! Ich sollte nicht verderben, nicht gehen in die Pein. Auf Dein Werk darf ich trauen; auf Dein Wort fest vertrauen; ich weiß, so bin ich ewig Dein.

O Mensch, sieh hier das Leben nur Text 1647

1) O Mensch, sieh hier das Leben in bitt'ren Tod gegeben, des ew'gen Gottes Sohn! Der große Fürst der Ehren ließ willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Spott und Hohn.

2) Wer hat Dich so geschlagen, o Herr, und Dich mit Plagen so übel zugericht't! Du bist ja nicht ein Sünder wie alle Menschenkinder, von Missetaten weißt Du nicht.

3) Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben Dir erreget das Elend, das Dich schläget, und all das große Marterheer.

4) Ach, Herr, wer kann es fassen, dass Du am Kreuz verlassen von Gott für meine Schuld? Ja, Herr, als Du gestorben, hast Du um mich geworben,: o welche wunderbare Huld.

5) Hab Dank denn für Dein Sterben! Ich sollte nicht verderben, nicht gehen in die Pein. Auf Dein Werk darf ich trauen; auf Dein Wort fest vertrauen; ich weiß, so bin ich ewig Dein.

O Welt, sieh hier dein Leben nur Text 1647

1) O Welt, sieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren lässt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott.

2) Tritt her und schau mit Fleiße: sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt; aus seinem edlen Herzen vor unerschöpfen Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt.

3) Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht’? Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsre Kinder, von Übeltaten weißt du nicht.

4) Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget und das betrübte Marterheer.

5) Ich bin’s, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen gebunden in der Höll; die Geißeln und die Banden, und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel.

6) Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer als ein Stein. Du wirst ein Fluch, dagegen verehrst du mir den Segen; dein Schmerzen muss mein Labsal sein.

7) Du setzest dich zum Bürgen, ja lässest dich gar würgen für mich und meine Schuld; mir lässest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld.

8) Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr.

9) Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich tun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn.

10) Ich will’s vor Augen setzen, mich stets daran ergötzen, ich sei auch, wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu.

11) Wie heftig unsre Sünden den frommen Gott entzünden, wie Rach und Eifer gehn, wie grausam seine Ruten, wie zornig seine Fluten, will ich aus diesem Leiden sehn.

12) Ich will daraus studieren, wie ich mein Herz soll zieren mit stillem, sanftem Mut, und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit tut.

13) Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich; das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzeihen gern und williglich.

14) Ich will ans Kreuz mich schlagen mit dir und dem absagen, was meinem Fleisch gelüst’. Was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, so viel mir immer möglich ist.

15) Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Tränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Ruh.

Schaut! Schaut! Ist das nicht wunderbar

1) Schaut! Schaut! Ist das nicht wunderbar Die schwarze Nacht wird hell und klar, ein großes Licht bricht dort herein, ihm weichet aller Sterne Schein.

2) Es ist ein rechtes Wunderlicht, gewiss die alte Sonne nicht, weils gegen die Natur die Nacht zu einem hellen Tage macht.

3) Was will uns hierdurch zeigen an, der die Natur so ändern kann? Es muss ein großes Werk geschehn, wie wir an diesem Zeichen sehn.

4) Sollt uns erscheinen dieser Zeit die Sonne der Gerechtigkeit, der helle Stern aus Jakobs Stamm, der Heiden Licht, des Weibes Sam'?

5) So ists geschehn! Des Himmels Heer, das bringt uns jetzt die Freudenmär, wie sich nunmehr hat eingestellt zu Bethlehem das Heil der Welt.

6) O Gütigkeit! Was lange Jahr sich hat der frommen Väter Schar gewünscht und sehnlich oft begehrt, das wird uns nun von Gott beschert.

7) Drum auf, ihr Menschenkinder, auf! Auf, auf, und nehmet euren Lauf mit mir hin zu der Stell, dem Ort, zu dem uns weist der Engel Wort.

8) Schaut hin, dort liegt im finstern Stall, des Herrschaft gehet überall. Wo Speise vormals sucht ein Rind, da ruhet jetzt der Jungfrau Kind.

9) O Menschenkind, betracht es recht und zweifle nicht, nur weil so schlicht, so elend scheint dies Kindelein. Es ist und will auch dein Herr sein.

10) Es wird im Fleisch hier vorgestellt, der alles schuf und noch erhält. Das Wort, das schon am Anfang war bei Gott, selbst Gott, ist offenbar.

11) Es ist der eingeborne Sohn des Vaters, unser Gnadenthron, das A und O, der große Gott, der Siegesfürst, Herr Zebaoth.

12) Denn weil die Zeit nun ist erfüllt, da Gottes Zorn sollt sein gestillt, wird sein Sohn Mensch, trägt unsre Schuld, schenkt uns durch sein Blut Gottes Huld.

13) Dies ist die rechte Freudenzeit. Weg, Trauer, weg, weg, alles Leid! Wir trotzen dem, der uns verhöhnt! Gott selbst ist Mensch, wir sind versöhnt.

14) Der Sünde Büßer ist nun hier, den Schlangentreter haben wir, der Hölle Pest, des Todes Gift, des Lebens Fürst man hier antrifft.

15) Es hat mit uns nun keine Not, weil Sünde, Teufel, Höll und Tod zu Spott und Schanden sind gemacht in dieser großen Wundernacht.

16) O selig, selig alle Welt, die sich an dieses Kindlein hält! Wohl dem, der dies Kind recht erkennt und gläubig seinen Heiland nennt!

17) Es danke Gott, wer danken kann, dass er sich unser nimmt so an und sendet aus des Himmels Thron uns, seinen Feinden, seinen Sohn.

18) Drum stimmt an mit der Engel Heer "Gott in der Höhe sei nun Ehr, auf Erden Friede jederzeit, den Menschen Freud und Fröhlichkeit!"

Schwing dich auf zu deinem Gott nur Text 1653

1) Schwing dich auf zu deinem Gott, du betrübte Seele! Warum liegst du, Gott zum Spott, in der Schwermutshöhle? Merkst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, den Jesus Christ dir erworben, dämpfen.

2) Schüttle deinen Kopf und sprich: fleuch, du alte Schlange! Was erneust du deinen Stich, machst mir Angst und Bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt, und ich bin durchs Leiden meines Heilands dir entrückt in den Saal der Freuden.

3) Wirfst du mir mein Sündgen für? Wo hat Gott befohlen, dass mein Urteil über mir ich bei dir soll holen? Wer hat dir die Macht geschenkt, andre zu verdammen, der du selbst doch liegst versenkt in der Höllen Flammen?

4) Hab ich was nicht recht getan, ist mirs Leid von Herzen; dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen. Denn das ist die Ranzion meiner Missetaten. Bring ich dies vor Gottes Thron, ist mir wohl geraten.

5) Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigentum, da ich frei in wohne als in einem festen Schloss, das kein Feind kann fällen, brächt er gleich davor Geschoss und Gewalt der Höllen.

6) Stürme, Teufel und der Tod, was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnaden. Der Gott, der mir seinen Sohn selbst verehrt aus Liebe, dass der ewge Spott und Hohn mich nicht dort betrübe.

7) Schreie, tolle Welt, es sei mir Gott nicht gewogen, es ist lauter Täuscherei und im Grund erlogen. Wäre Gott mir Gram und Feind, würd er seine Gaben, die mein Eigen worden seind, wohl behalten haben.

8) Denn was ist im Himmelszelt, was im tiefen Meere, was ist Gutes in der Welt, das nicht mir gut wäre? Weme brennt das Sternenlicht? Wozu ist gegeben Luft und Wasser? Dient es nicht mir und meinem Leben?

9) Weme wird das Erdreich nass von dem Tau und Regen? Weme grünet Laub und Gras? Weme füllt der Segen Berg und Tale, Feld und Wald? Wahrlich, mir zur Freude, dass ich meinen Aufenthalt hab und Leibesweide.

10) Meine Seele lebt in mir durch die süßen Lehren, so die Christen mit Begier alle Tage hören. Gott eröffnet früh und spat meinen Geist und Sinnen, dass sie seines Geistes Gnad in sich ziehen können.

11) Was sind der Propheten Wort und Apostel Schreiben als ein Licht am dunklen Ort, Fackeln, die vertreiben meines Herzens Finsternis und in Glaubenssachen das Gewissen fein gewiss und recht grundfest machen?

12) Nun, auf diesen heilgen Grund bau ich mein Gemüte, sehe, wie der Höllenhund zwar dawider wüte; gleichwohl muss er lassen stehn, was Gott aufgerichtet, aber schändlich muss vergehn, was er selber dichtet.

13) Ich bin Gottes, Gott ist mein: wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz herein mit dem bittern Leide, lass es dringen, kommt es doch von geliebten Händen, bricht und kriegt geschwind ein Loch, wenn es Gott will wenden.

14) Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruten. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd auf was Guts will ziehen?

15) Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen: wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen, sondern hat vollkommne Lust dort in Christi Garten (Dem er einig recht bewusst) endlich zu gewarten.

16) Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Tränen, aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen; denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben machen, da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen.

17) Ei, so fass, o Christenherz, alle deine Schmerzen, wirf sie fröhlich hinterwärts, lass des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr, gib dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr, er wird helfen Amen.

Sei mir tausendmal gegrüßet nur Text 1653

Sei wohlgemut, o Christenseel nur Text

1) Sei wohlgemut, o Christenseel, im Hochmut deiner Feinde; es hat das rechte Israel noch dennoch Gott zum Freunde, wer glaubt und hofft, der wird geliebt von dem, der unsern Herzen gibt Trost, Friede, Freud und Leben.

2) Zwar tut es weh und ärgert sehr, wenn man vor Augen siehet, wie dieser Welt gottloses Heer so schön und herrlich blühet; sie sind in keiner Todsgefahr, erleben hier so manches Jahr und stehen wie Paläste.

3) Sie haben Glück und wissen nicht, wie Armen sei zu Mute; Gold ist ihr Gott, Geld ist ihr Licht. Sind stolz bei großem Gute; sie reden hoch, und das gilt schlecht: was andre sagen, ist nicht recht, es ist ihn'n viel zu wenig.

4) Des Pöbelvolks unweiser Hauf ist auch auf Ihrer Seite, sie sperren Maul und Nasen auf und sprechen: Das sind Leute! Das sind ohn allen Zweifel die, die Gott vor allen andern hie zu Kindern auserkoren.

5) Was sollte doch der große Gott nach jenen andern fragen, die sich mit Armut, Kreuz und Not bis in die Grube tragen? Wem hier des Glückes Gunst und Schein nicht leuchtet, kann kein Christe sein, er ist gewiss verstoßen.

6) Solls denn, mein Gott, vergebens sein dass dich mein Herze liebet? Ich liebe dich und leide Pein, bin dein und doch betrübet. Ich hätte bald auch so gedacht wie jene Rotte, die nichts acht, als was vor Augen pranget.

7) Sieh aber, sieh, in solchem Sinn wär ich zu weit gekommen, ich hätte bloß verdammt dahin die ganze Schar der Frommen. Denn hat auch je einmal gelebt ein frommer Mensch, der nicht geschwebt in großem Kreuz und Leiden?

8) Ich dachte hin, ich dachte her, ob ich es möcht ergründen, es war mir aber viel zu schwer, den rechten Schluss zu finden, bis dass ich ging ins Heiligtum und merkte, wie du, unser Ruhm, die Bösen führst zu Ende.

9) Ihr Gang ist schlüpfrig, glatt ihr Pfad, ihr Tritt ist ungewisse; du suchst sie heim nach ihrer Tat und stürzest ihre Füße. Im Hui ist alles umgewendt, da nehmen sie ein plötzlich End und fahren hin mit Schrecken.

10) Heut grünen sie gleich wie ein Baum, ihr Herz ist froh und lachet, und morgen sind sie wie ein Traum, von dem der Mensch aufwachet, ein bloßer Schatt', ein Todesbild, das weder Hand noch Augen füllt, verschwindt im Augenblicke.

11) Es mag drum sein; es wäre gleich mein Kreuz, so lang ich lebe, ich habe gnug am Himmelreich, dahin ich täglich strebe. Hält mich die Welt gleich als ein Tier, ei, lebst du, Gott, doch über mir, du bist mein Ehr und Krone.

12) Du heilest meines Herzens Stich mit deiner süßen Liebe und wehrst dem Unglück, dass es mich nicht allzu hoch betrübe: du leitest mich mit deiner Hand und wirst mich endlich in den Stand der rechten Ehren setzen.

13) Wenn ich nur dich, o starker Held, behalt in meinem Leide, so acht ich nicht, wenn gleich zerfällt das große Weltgebäude. Du bist mein Himmel und dein Schoß bleibt allezeit mein Burg und Schloss, wann diese Erd entweichet.

14) Wann mir gleich Leib und Seel verschmacht, so kann ich doch nicht sterben, denn du bist meines Lebens Macht und lässt mich nicht verderben. Was frag ich nach dem Erb und Teil auf dieser Welt? Du, du, mein Heil, du bist mein Teil und Erbe.

15) Das kann die Gott's vergessne Rott mit Wahrheit nimmer sagen; sie weicht von dir und wird zum Spott, verdirbt in großen Plagen. Mir aber ist's, wie dir bewusst, die größte Freud und höchste Lust, dass ich mich zu dir halte.

16) So will ich nun die Zuversicht auf dich beständig setzen, er werde mich dein Angesicht zu rechter Zeit ergötzen. Indessen will ich stille ruhn und deiner weisen Hände Tun mit meinem Munde preisen.

So, wie von treuen Müttern nur Text

1) So wie von treuen Müttern, in schweren Ungewittern, die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden:

2) Also auch, und nicht minder, lässt Gott uns, seine Kinder, wenn Not und Trübsal blitzen in seinem Schoße sitzen.

3) O Hüter unsers Lebens! Fürwahr, es ist vergebens mit unserm Tun und Machen. Wo nicht Dein' Augen wachen.

4) Lass ferner Dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unsrer Not und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden!

5) Und endlich, was das meiste: Füll uns mit Deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dann zum Himmel führe!

Sollt ich dir, o Gott, nicht singen nur Text 1653

1) Sollt' ich Dir, o Gott, nicht singen, sollt' ich Dir nicht dankbar sein? Kann ich doch in allen Dingen einer Liebe mich erfreun! Liebe ist es, nichts als Liebe, was Dein treues Herz bewegt, Liebe, die mich pflegt und trägt in dem Dienst, den ich hier übe. Unergründlich für und für bleibet Deine Liebe mir.

2) Für mich ehemals Verlornen, der ich tot in Sünden war, gabst Du Deinen Eingebornen, gabst Du Jesum Christum dar. Wer kann, was Du tust, ergründen, auf der ganzen Erde wer? Wer aus Deiner Engel Heer kann es, wie Du liebst, empfinden? Unergründlich für und für bleibet Deine Liebe mir.

3) Deine Füll' an Lieb' und Gnade misst kein menschlich Denken aus. Auf dem ganzen Pilgerpfade gehst Du segnend mir voraus. Wollest mir auch dieses schenken: Dir mein ganzes Herz zu weihn, Deiner Liebe mich zu freun, Deines Ruhmes zu gedenken, bis ich Dich nach dieser Zeit lieb' und lob' in Ewigkeit.

Sollt ich meinem Gott nicht singen nur Text 1653

1) Sollt ich meinem Gott nicht singen, sollt ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut er's mit mir mein'. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

2) Wie ein Adler sein Gefieder Über seine Jungen streckt, also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm bedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

3) Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, nein, er gibt ihn für mich hin, dass er mich vom ewgen Feuer durch sein teures Blut gewinn. O du unergründter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er sich gleich hoch befleißt, deine Tief ergründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

4) Seinen Geist, den edlen Führer, gibt er mir in seinem Wort, dass er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmelspfort, dass er mir mein Herz erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Macht zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

5) Meiner Seele Wohlergehen hat er ja recht wohl bedacht. Will dem Leibe Not zustehen, nimmt ers gleichfalls wohl in Acht. Wann mein Können, mein Vermögen nichts vermag, nichts helfen kann, kommt mein Gott und hebt mir an, sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

6) Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt. Wo ich nur mein Aug hinkehre, find ich, was mich nährt und hält: Tier und Kräuter und Getreide in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, Überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

7) Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, dass ich alle lieben Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

8) Wie so manche schwere Plage wird vom Satan hergeführt, die mich doch mein Lebetage niemals noch bisher berührt. Gottes Engel, den er sendet, hat das Böse, was der Feind anzurichten war gemeint, in die Ferne weggewendet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

9) Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde tut und aus dem Wege weicht: also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Rut' und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

10) Seine Strafen, seine Schläge, ob sie mir gleich bitter seind, dennoch, wenn ich's recht erwäge, sind es Zeichen, dass mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

11) Das weiß ich fürwahr und lasse mir's nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße und muss endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein: also wird auch nach der Pein, wer's erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

12) Weil dann weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt, ei, so heb ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind. Bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit.

Unter allen, die da leben nur Text

1) Unter allen, die da leben, hat ein jeder seinen Fleiß und weiß dessen Frucht zu geben. Doch hat der den größten Preis, der dem Höchsten Ehre bringt und von Gottes Namen singt.

2) Unter allen, die da singen und mit wohlgefasster Kunst ihrem Schöpfer Opfer bringen, hat ein jeder seine Gunst. Doch ist der am besten dran, der mit Andacht singen kann.

Voller Wunder, voller Kunst nur Text

1) Voller Wunder, voller Kunst, voller Weisheit, voller Kraft, voller Hulde, Gnad und Gunst, voller Labsal, Trost und Saft, voller Wunder, sag ich noch, ist der keuschen Liebe Joch.

2) Die sich nach dem Angesicht niemals hier zuvor gekannt, auch sonst im geringsten nicht mit Gedanken zugewandt, deren Herzen, deren Hand knüpft Gott in ein Liebesband.

3) Dieser Vater zeucht sein Kind, jener seins dagegen auf, beide treibt ihr sonder Wind, ihre sondre Bahn und Lauf. Aber wenn die Zeit nun dar, wirds ein wohlgeratnes Paar.

4) Hier wächst ein geschickter Sohn, dort ein edle Tochter zu, eines ist des andern Kron, eines ist des andern Ruh, eines ist des andern Licht, wissens aber beide nicht.

5) Bis solang es dem beliebt, der die Welt im Schoße hält, und zur rechten Stunde gibt jedem, der ihm wohlgefällt. Da erscheint im Werk und Tat der so tief verborgne Rat.

6) Da wählt Ahasverus Blick ihm die stille Esther aus, den Tobias führt das Glück in der frommen Sara Haus, Davids bald gewandter Will holt die kluge Abigail.

7) Jakob flieht vor Esaus Schwert und trifft seine Rahel an, Joseph dient auf fremder Erd und wird Asnath Herr und Mann, Mose spricht bei Jethro ein, da wird die Zippora sein.

8) Jeder findet, jeder nimmt, was der Höchst ihm ausersehn, was im Himmel ist bestimmt, pflegt auf Erden zu geschehn, und was denn nun so geschicht, das ist sehr wohl ausgericht.

9) Öfters denkt man dies und dies hätte können besser sein, aber wie die Finsternis nicht erreicht der Sonnen Schein, also geht auch Menschensinn hinter Gottes Weisheit hin.

10) Lass zusammen, was Gott fügt, der weiß, wies am besten sei, unser Denken fehlt und trügt, sein Gedank ist mangelfrei. Gottes Werk hat festen Fuß, wann sonst alles fallen muss.

11) Siehe frommen Kindern zu, die im heilgen Stande stehn, wie so wohl Gott ihnen tu, wie so schön er lasse gehn alle Taten ihrer Händ auf ein gutes selges End.

12) Ihrer Tugend werter Ruhm steht in steter voller Blüt. Wenn sonst aller Liebe Blum, als ein Schatten sich verzieht; und wann aufhört alle Treu, ist doch ihre Treue neu.

13) Ihre Lieb ist immer frisch und verjüngt sich fort und fort. Liebe zieret ihren Tisch und versüßet alle Wort. Liebe gibt dem Herzen Rast in der Müh' und Sorgenlast.

14) Gehts nicht allzeit wie es soll, ist doch diese Liebe still, hält sich in dem Kreuze wohl, denkt, es sei des Herren Will, und versichert sich mit Freud einer künftig bessern Zeit.

15) Unterdessen geht und fleußt Gottes reicher Segenbach, speist die Leiber, tränkt den Geist, stärkt des Hauses Grund und Dach, und was klein, gering und bloß, macht er mächtig, viel und groß.

16) Endlich wenn nun ganz vollbracht, was Gott hier in dieser Welt frommen Kindern zugedacht, nimmt er sie ins Himmelszelt und drückt sie mit großer Lust selbst an seinen Mund und Brust.

17) Nun so bleibt ja voller Gunst, voller Labsal, Trost und Saft, voller Wunder, voller Kunst, voller Weisheit, voller Kraft, voller Wunder, sag ich noch, bleibt der keuschen Liebe Joch.

Wach auf, mein Herz (Kanon) nur Text 1647

Wach auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, aller Dinge! Wach auf, mein Herz, und singe, wach auf und singe!

Wach auf, mein Herz, und singe nur Text 1647

1) Wach auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter.

2) Heut, als die dunklen Schatten mich ganz umgeben hatten, hat Satan mein begehret; Gott aber hat's gewehret.

3) Du sprachst: Mein Kind, nun liege; trotz' dem, der dich betrüge; schlaf wohl, lass dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen.

4) Dein Wort, das ist geschehen: Ich kann das Licht noch sehen, von Not bin ich befreiet, dein Schutz hat mich erneuet.

5) Du willst ein Opfer haben, hier bring ich meine Gaben: mein Weihrauch und mein Widder sind mein Gebet und Lieder.

6) Die wirst du nicht verschmähen, du kannst ins Herze sehen, denn du weißt, dass zur Gabe ich ja nichts Bessres habe.

7) So wollst du nun vollenden dein Werk an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage.

8) Sprich Ja zu meinen Taten, hilf selbst das Beste raten; den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum Besten wende.

9) Mich segne, mich behüte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise.

Warum machet solche Schmerzen nur Text

1) Warum machet solche Schmerzen, warum machet solche Pein, der von unbeschnittnen Herzen dir, herzliebstes Jesulein, mit Beschneidung, da du doch frei von des Gesetzes Joch, weil du, einem Menschenkinde zwar gleich, doch ganz ohne Sünde?

2) Für dich darfst du dies nicht dulden, du bist ja des Bundes Herr. Unsre, unsre großen Schulden, die so grausam, die so schwer auf uns liegen, dass es dich jammert herz- und inniglich, die trägst du ab, uns zu retten, die sonst nichts zu zahlen hätten.

3) Freut, ihr Schuldner, euch deswegen, ja sei fröhlich alle Welt, weil heut anhebt zu erlegen Gottes Sohn das Lösegeld. Das Gesetz wird heut erfüllt, heut wird Gottes Zorn gestillt. Heut macht uns, die sollten sterben, Gottes Blut zu Gottes Erben.

4) Wer mag recht die Gnad erkennen? Wer mag dafür dankbar sein? Herz und Mund soll stets dich nennen unsern Heiland, Jesulein. Deine Güte wollen wir nach Vermögen preisen hier, weil wir in der Schwachheit wallen. Dort soll bass dein Lob erschallen.

Warum sollt ich mich denn grämen nur Text 1653

1) Warum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben?

2) Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem. Nackend werd ich auch hinziehen, wenn ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen.

3) Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, ders gegeben. Will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren.

4) Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden.

5) Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt, sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen.

6) Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier tun, als meiner spotten. Lass sie spotten, lass sie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil sie zuschanden machen.

7) Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod aufreiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben.

8) Kann uns doch kein Tod nicht töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten, schließt das Tor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden.

9) Allda will in süßen Schätzen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergötzen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muss im Nu verschwinden.

10) Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt Christus wird mich ohn Ende laben.

11) Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zugut in den Tod gegeben.

12) Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus den Augen lasse. Lass mich, lass mich hingelangen, da du mich und ich dich ewig werd umfangen.

Warum toben die Heiden nur Melodie 1666

Warum toben die Heiden und murren die Völker gegen den Herrn und seinen Gesalbten? Warum toben die Heiden und murren die Völker? Warum toben die Heiden und murren die Völker gegen den Herrn und seinen Gesalbten? Warum toben, warum murren, warum murren die Völker? Warum toben denn alle Heiden und murren denn alle Völker?

Warum willst du draußen stehen nur Text 1653

1) Warum willst du draußen stehen, du Gesegneter des Herrn? Lass dir bei mir einzugehen wohlgefallen, du mein Stern. Du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, hilf, o Heiland, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen.

2) Meine Wunden sind der Jammer, welchen oftmals Tag und Nacht des Gesetzes starker Hammer mir mit seinem Schrecken macht. O der schweren Donnerstimm, die mir Gottes Zorn und Grimm also tief ins Herze schläget, dass sich all mein Blut beweget.

3) Dazu kommt des Teufels Lügen, der mir alle Gnad absagt, als müsst ich nun ewig liegen in der Höllen, die ihn plagt; ja auch, was noch ärger ist, so zermartert und zerfrisst mich mein eigenes Gewissen mit vergift’ten Schlangenbissen.

4) Will ich denn mein Elend lindern und erleichtern meine Not bei der Welt und ihren Kindern, fall ich vollends in den Kot: Da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen.

5) In der Welt ist alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär: Hab ich Hoheit, die ist flüchtig! Hab ich Reichtum, was ist’s mehr als ein Stücklein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie wert? Was ist’s, das mich heut erfreuet, das mich morgen nicht gereuet?

6) Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ; dein Erfreuen ist die Weide, da man satt und fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; lass mich, Herr, an dir erquicken; Jesu, komm, lass dich erblicken!

7) Freu dich, Herz, du bist erhöret, Jetzo zeucht er bei dir ein, sein Gang ist zu dir gekehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gib dich ganz zu seiner Ruh, öffne dein Gemüt und Seele, klag ihm, was dich drück und quäle.

8) Siehst du, wie sich alles setzet, was dir vor zuwider stund? Hörst du, wie er dich ergetzet mit dem zuckersüßen Mund? Ei, wie lässt der große Drach all sein Tun und Toben nach! Er muss aus dem Vorteil ziehen und in seinen Abgrund fliehen.

9) Nun, du hast ein süßes Leben; alles, was du willst, ist dein. Christus, der sich dir ergeben, legt sein Reichtum bei dir ein. Seine Gnad ist deine Kron und du bist sein Stuhl und Thron. Er hat dich in sich geschlossen, nennt dich seinen Hausgenossen.

10) Seines Himmels güldne Decke spannt er um dich rings herum, dass dich fort und mehr erschrecke deines Feindes Ungestüm. Seine Engel stellen sich dir zur Seiten, wenn du dich hier willst oder dort hin wenden, tragen sie dich auf den Händen.

11) Was du Böses hast begangen, das ist alles abgeschafft. Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünde Macht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen.

12) Alles dient zu deinem Frommen, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Christus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibst du dem nur wieder treu, ist’s gewiss und bleibt dabei, dass du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben.

Was alle Weisheit in der Welt nur Text 1653

1) Was alle Weisheit in der Welt, bei uns hier kaum kann fassen, das lässt Gott aus dem Himmelszelt in alle Welt erschallen, dass er alleine König sei, hoch über alle Götter, groß, mächtig, freundlich, fromm und treu, der Frommen Schutz und Retter, Ein Wesen, drei Personen.

2) Gott Vater, Sohn und Heilger Geist heißt sein hochheilger Name: So kennt, so nennt, so rühmt und preist ihn der gerechte Same, Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, den er liebet, Herr Zebaoth, der Tag und Nacht uns alle Gaben gibet und Wunder tut alleine.

3) Der Vater hat von Ewigkeit den Sohn, sein Bild, gezeuget; der Sohn hat in der Füll der Zeit im Fleische sich gezeiget; der Geist geht ohne Zeit herfür vom Vater und vom Sohne, mit beiden gleicher Ehr und Zier, gleich ewig, gleicher Krone und ungeteilter Stärke.

4) Sieh hier, mein Herz, das ist dein Gut, dein Schatz, dem keiner gleichet; das ist dein Freund, der alles tut, was dir zum Heil gereichet, der dich gemacht nach seinem Bild, für deine Schuld gebüßet, der dich mit wahrem Glauben füllt und all dein Kreuz versüßet mit seinen heilgen Worten.

5) Erhebe dich und hör ihm zu und lern ihn recht erkennen; denn solch Erkenntnis bringt dir Ruh und lässt die Seele brennen in reiner Liebe, die uns nährt zum ewgen Freudenleben, da, was allhier kein Ohr gehört, Gott wird zu schauen geben den Augen seiner Kinder.

6) Weh aber dem verstockten Heer, das sich hier selbst verblendet, Gott von sich stößt und seine Ehr auf Kreaturen wendet: Dem wird gewiss des Himmels Tür einmal verschlossen bleiben; denn wer Gott von sich treibt allhier, den wird er dort auch treiben von seinem heilgen Throne.

7) Ei nun, so gib, du großer Held, Gott Himmels und der Erden, dass alle Menschen in der Welt zu dir bekehret werden. Erleuchte, was verblendet geht, bring wieder, was verirret, reiß aus, was uns im Wege steht und unheilvoll verwirret die Schwachen in dem Glauben.

8) Damit wir so auch allzugleich zur Himmelspforte dringen und dermaleinst in deinem Reich ohn alles Ende singen, dass du alleine König seist, hoch über alle Götter, Gott Vater, Sohn und Heilger Geist, der Frommen Schutz und Retter: Ein Wesen, drei Personen.

Was Gott gefällt, mein frommes Kind nur Text 1653

1) Was Gott gefällt, mein frommes Kind, nimm fröhlich an! Stürmt gleich der Wind und braust, dass alles kracht und bricht, so sei getrost, denn dir geschicht, was Gott gefällt.

2) Der beste Will' ist Gottes Will', auf diesem ruht man sanft und still, da gib dich allzeit frisch hinein, begehre nichts, als nur allein, was Gott gefällt.

3) Der klügste Sinn ist Gottes Sinn, was Menschen sinnen, fället hin, wird plötzlich kraftlos, müd und lass, tut oft, was bös, und selten das, was Gott gefällt.

4) Der frömmste Mut ist Gottes Mut, der niemand Arges gönnt und tut, er segnet, wenn uns schilt und flucht die böse Welt, die nimmer sucht, was Gott gefällt.

5) Das treuste Herz ist Gottes Herz, treibt alles Unglück hinterwärts, beschirmt und schützet Tag und Nacht den, der stets hoch und herrlich acht, was Gott gefällt.

6) Ach könnt ich singen, wie ich wohl im Herzen wünsch und billig soll, so wollt ich öffnen meinen Mund und singen jetzo diese Stund, was Gott gefällt.

7) Ich wollt erzählen seinen Rat und übergroße Wundertat, das süße Heil, die ewge Kraft, die allenthalben wirkt und schafft, was Gott gefällt.

8) Er ist der Herrscher in der Höh', auf ihm steht unser Wohl und Weh, er trägt die Welt in seiner Hand, hinwieder trägt uns See und Land, was Gott gefällt.

9) Er hält der Elemente Lauf, und damit hält er uns auch auf, gibt Sommer, Winter, Tag und Nacht und alles, davon lebt und lacht, was Gott gefällt.

10) Sein Heer, die Sterne, Sonn' und Mond gehn ab und zu, wie sie gewohnt, die Erd' ist fruchtbar, bringt herfür korn, Öl und Most, Brot, Wein und Bier, was Gott gefällt.

11) Sein ist die Weisheit und Verstand, ihm ist bewusst und wohlbekannt sowohl wer Böses tut und übt als auch wer Gutes tut und liebt, was Gott gefällt.

12) Sein Häuflein ist ihm lieb und wert; sobald es sich zu Sünden kehrt, so winkt er mit der Vaterrut' und locket, bis man wieder tut, was Gott gefällt.

13) Was unserm Herzen dienlich sei, das weiß sein Herz, ist fromm dabei, der keinem jemals Guts versagt, der Guts gesucht, dem nachgejagt, was Gott gefällt.

14) Ist dem also, so mag die Welt behalten, was ihr wohlgefällt; du aber, mein Herz, halt genehm und nimm vorlieb mit Gott und dem, was Gott gefällt.

15) Lass andre sich mit stolzem Mut erfreuen über großes Gut, du aber nimm des Kreuzes Last und sei geduldig, wenn du hast, was Gott gefällt.

16) Lebst du in Sorg' und großem Leid, hast lauter Gram und Herzeleid, ei, sei zufrieden; trägst du doch in diesem sauren Lebensjoch, was Gott gefällt.

17) Musst du viel leiden hie und dort, so bleibe fest an deinem Hort, denn alle Welt und Kreatur ist unter Gott, kann nichts als nur, was Gott gefällt.

18) Wirst du veracht't von jedermann, höhnt dich dein Feind und speit dich an: sei wohlgemut, denn Jesus Christ erhöhet dich, weil in dir ist, was Gott gefällt.

19) Glaub', Hoffnung, Sanftmut und Geduld erhalten Gottes Gnad und Huld; die schließ in deines Herzens Schrein, so wird dein ew'ges Erbe sein, was Gott gefällt.

20) Dein Erb' ist in dem Himmelsthron, hier ist dein Zepter, Reich und Kron', hier wirst du schmecken, hören, sehn, hier wird ohn' Ende dir geschehn, was Gott gefällt.

Was soll ich doch, o Ephraim nur Text

1) Was soll ich doch, o Ephraim, was soll ich aus dir machen? Der du so oftmals meinen Grimm hast pflegen zu verlachen? Soll ich dich schützen, Israel? Soll ich dir deine freche Seel hinfürder noch bewahren? Aus welcher doch von Jugend auf ein solcher großer Sündenhauf ohn alle Scheu gefahren.

2) Sollt ich nicht billig deiner Tat und Leben gleich mich stellen? Und dich wie Sodom ohne Gnad und wie Adama fällen? Sollt ich nicht billig meine Glut auf dein verfluchtes Gut und Blut wie auf Zeboim schütten? Dieweil du ja mein Wort und Bahn fast ärger noch, als sie getan, bis hieher überschritten.

3) Ja, billig sollt ich dich dahin in alles Herzleid senken, allein es will mir nicht zu Sinn, ich hab ein andres Denken. Mein Herze will durchaus nicht dran, dass es dir tu, wie du getan, es brennt für Gnad und Liebe. Mich jammert dein von Herzen sehr und kann nicht sehen, dass das Heer der Höllen dich betrübe.

4) Ich kann und mag nicht, wie du wohl verdienet, dich verderben. Ich bin und bleib Erbarmens voll und halte nichts vom Sterben. Denn ich bin Gott, der treue Gott, mitnichten einer aus der Rott der bösen Adamskinder, die ohne Treu und Glauben seind und werden ihren Feinden feind und täglich größre Sünder.

5) So bin ich nicht, das glaube mir, und nimms recht zu Gemüte, ich bin der Heilge unter dir, der ich aus lauter Güte für meine Feinde in den Tod und in des bittern Kreuzes Not mich als ein Lamm begeben. Ich, ich will tragen deine Last, die du dir, Mensch, gehäufet hast, auf dass du mögest leben.

6) O heilger Herr, o ewges Heil, versöhner meiner Sünden, ach, heilge mich und lass mich teil in, bei und an dir finden! Erwecke mich zur wahren Reu und gib, dass ich dein edle Treu im festen Glauben fasse. Auch töte mich durch deinen Tod, damit ich allen Sündenkot hinfort von Herzen hasse.

Was trotzest du, stolzer Tyrann nur Text

1) Was trotzest du, stolzer Tyrann, dass deine verkehrte Gewalt den Armen viel Schaden tun kann? Verkreuch dich und schweige nur bald! Denn Gottes, des Ewigen Güte bleibt immer in voller Blüte und währet noch täglich und stehet, ob alles gleich sonsten vergehet.

2) Die Zunge, dein schändliches Glied, du falscher verlogener Mund, tut manchen gefährlichen Schnitt, schlägt alles zu Schanden und wund. Was unrecht, das sprichst du mit Freuden, was recht ist, das kannst du nicht leiden, die Wahrheit verdrückst du, die Lügen muss Oberhand haben und siegen.

3) Dein Dichten, dein Trachten, dein Tun ist einzig auf Schaden bedacht. Da ist dir unmöglich zu ruhn, du habest denn Böses verbracht. Dein Rachen sucht lauter Verderben, und wenn nur viel Fromme ersterben von deiner vergälleten Zungen, so meinst du, es sei dir gelungen.

4) Drum wird dich auch Gottes Gericht zerstören, verheeren im Grimm. Die Rechte, die alles zerbricht mit Donner und blitzender Stimm, die wird dich zugrunde zuschlagen und wird dich mit schrecklichen Plagen aus deinem bisherigen Bleiben samt allen den Deinen vertreiben.

5) Das werden mit Freuden und Lust die Frommen, Gerechten ersehn, die anders bisher nicht gewusst, als ob es nun gänzlich geschehn; die werden mit Schrecken da stehen, wenn jene zugrunde vergehen, und endlich mit heiligem Lachen sich wiederum lustig bei machen.

6) Ei siehe! Wirds heißen, da liegt der prächtige, mächtige Mann, der stetig mit Erden vergnügt, der Himmel beiseite getan; vom Reichtum war immer sein Prangen, und wann er die Unschuld gefangen, so hielt ers für treffliche Taten; ei siehe, wie ists ihm geraten!

7) Ich hoffe mit freudigem Geist ein anders und besseres Glück, denn was mir mein Vater verheißt, das bleibet doch nimmer zurück. Ich werde des Friedens genießen, auch wird sich der Segen ergießen und mich mit erwünschtem Gedeihen samt allen den meinen erfreuen.

8) Ich werde nach Weise des Baums, der Öle trägt, grünen und blühn, mich freuen des seligen Raums, den ohne mein eignes Bemühn mein Herrscher, mein Helfer, mein Leben mir selber zu eigen gegeben im Hause, da täglich mit Loben sein Name wird herrlich erhoben.

9) Trotz sei dir, du trotzender Kot! Ich habe den Höchsten bei mir; wo der ist, da hat es nicht Not, und fürcht ich mich gar nicht vor dir. Du, mein Gott, kannst alles wohl machen, dich setz ich zum Richter der Sachen, und weißt es: es wird sich mein Leiden bald enden in Jauchzen und Freuden.

Weg, mein Herz, mit dem Gedanken nur Text

1) Weg, mein Herz mit dem Gedanken, als ob du verstoßen wärst! Bleib in Gottes Wort und Schranken, da du anders reden hörst. Bist du bös und ungerecht, ei, so ist Gott fromm und schlecht; hast du Zorn und Tod verdienet sinke nicht, Gott ist versühnet

2) Du bist wie die andern alle angesteckt mit Sündengift, welches Adam mit dem Falle samt der Schlangen hat gestift’t. Aber so du kehrst zu Gott und dich besserst, hat’s nicht not: Sei getrost, Gott wird dein Flehen und Abbitten nicht verschmähen.

3) Er ist ja kein Bär noch Leue, der sich nur nach Blute sehnt; sein Herz ist zu lauter Treue und zur Sanftmut angewöhnt. Gott hat einen Vatersinn, unser Jammer jammert ihn, unser Unglück ist sein Schmerze, unser Sterben kränkt sein Herze.

4) So wahrhaftig als ich lebe, will ich keines Menschen Tod, sondern dass er sich ergebe an mich aus dem Sündenkot. Gottes Freud ist’s, wenn auf Erd ein Verirrter wiederkehrt, will nicht, dass aus seiner Herde das Geringst' entzogen werde.

5) Kein Hirt kann so fleißig gehen nach dem Schaf, das sich verläuft; solltst du Gottes Herze sehen, wie sich da der Kummer häuft, wie es dürstet, ächzt und brennt nach dem, der sich abgetrennt von ihm und auch von den Seinen, würdest du vor Liebe weinen.

6) Gott, der liebt nicht nur die Frommen, die in seinem Hause seind, sondern auch die ihm genommen durch den grimmen Seelenfeind, der dort in der Hölle sitzt, und der Menschen Herz erhitzt wider den, der, wenn sich reget sein Fuß, alle Welt beweget.

7) Dennoch bleibt in Liebesflammen sein Verlangen allzeit groß, ruft und locket uns zusammen in den weiten Himmelsschoß. Wer sich nun da stellet ein, suchet frei und los zu sein aus des Satans Reich und Rachen, der macht Gott und Engel lachen.

8) Gott und alles Heer hoch droben, dem der Himmel schweigen muss, wenn sie ihren Schöpfer loben, jauchzen über unsre Buß; aber was gesündigt ist, das verdeckt er und vergisst, wie wir ihn beleidigt haben, alles, alles ist vergraben.

9) Kein See kann sich so ergießen, kein Grund mag so grundlos sein, kein Strom so gewaltig fließen, gegen Gott ist alles klein, gegen Gott und seine Huld, die er über unsre Schuld alle Tage lässet schweben durch das ganze Sündenleben.

10) Nun, so ruh und sei zufrieden, Seele, die du traurig bist! Was willst du dich viel ermüden, da es nicht vonnöten ist? Deiner Sünden großes Meer, wie dir’s scheinet, ist nicht mehr (gegen Gottes Herz zu sagen) als was wir mit Fingern tragen.

11) Wären tausend Welt' zu finden, von dem Höchsten zugericht, und du hättest alle Sünden, die darinnen sind, verricht’t, wär es viel, doch lange nicht so viel, als das volle Licht seiner Gnaden hier auf Erden dadurch könnt erlöschet werden.

12) Mein Gott, öffne mir die Pforten solcher Gnad und Gütigkeit, lass mich allzeit allerorten schmecken deine Süßigkeit! Liebe mich und treib mich an, dass ich dich, so gut ich kann, wiederum umfang und liebe, und ja nun nicht mehr betrübe.

Wenn ich einmal soll scheiden nur Text 1656

1) Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir! Wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein.

2) Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod und lass mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot! Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll fest an mein Herz dich drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl.

Wenn ich einmal soll scheiden nur Text 1656

1) Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir! Wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür! Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein.

2) Wenn diese Erd zugrunde geht in den Untergang, wenn ihre Sterbestunde sich hindehnt lang und bang, wenn Glaub und Lieb ermatten, wenn aller Hoffnung Licht stürzt in des Todes Schatten, dann, Gott, verlass uns nicht.

3) Dann zeige uns aufs neue voll Licht und unverletzt das Zeichen deiner Treue, groß ins Gewölk gesetzt. Zeig, wie dein Regenbogen die Schrecken überspannt, voll Farben hingezogen, gemalt von deiner Hand.

4) Kein Ängsten und kein Leiden hat dann in uns die Macht, kein Trennen und kein Scheiden und keine Mitternacht. Lass deinen Morgen tauen, dass, wenn der Nebel reißt, wir dich in Wahrheit schauen, erfüllt von deinem Geist.

Wer hat dich so geschlagen nur Text 1647

1) Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht'? Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsre Kinder, von Übeltaten weißt du nicht.

2) Du setzest dich zum Bürgen, ja lässest dich gar würgen für mich und meine Schuld; mir lässest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld.

3) Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr; was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit in deinen Dienst und Ehr.

4) Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich tun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn.

Wer unterm Schirm des Höchsten sitzt nur Text

1) Wer unter'm Schirm des Höchsten sitzt, der ist sehr wohl bedecket, wenn alles donnert, kracht und blitzt, bleibt sein Herz ungeschrecket. Er spricht zum Herrn: Du bist mein Licht, mein Hoffnung, meine Zuversicht, mein Turm und starke Feste, du rettest mich von's Jägers Strick und treibst des Todes Netz zurück und schützest mich aufs beste.

2) Frisch auf, mein Herz! Gott stärket dich mit Kraft auf allen Seiten. Schau her, wie seine Flügel sich ganz über dich ausbreiten! Sein Schirm umfängt und deckt dich gar, sein Schild fängt auf, was hie und dar von Pfeilen fleugt und tobet: der Schild ist Gottes wahres Wort, der Schirm ist, was der starke Hort versprochen und gelobet.

3) Wenn dich die schwarze Nacht umgibt, kannst du fein sicher schlafen, des Tages bleibst du unbetrübt von deines Feindes Waffen. Die Peste, die im Finstern schleicht, und des Mittages umherkreucht, wird von dir abgeführet. Und wenn gleich tausend fallen hier, und zehentausend hart bei dir, bleibst du doch unberühret.

4) Hingegen wirst du Lust und Freud an deinen Feinden sehen, wenn ihnen alles Herzeleid vom Höchsten wird geschehen. Wer Gott verlässt, wird wiederüm verlassen und mit großem Grimm zu seiner Zeit geschlagen. Du aber, der du bleibst bei Gott, findst Gnad und darfst in keiner Not ohn Hilf und Trost verzagen.

5) Kein Übels wird zu deiner Hütt eingehn und dir begegnen, Gott wird all deine Tritt und Schritt auf deinen Wegen segnen. Denn er hat seiner Engelschar befohlen, dass sie vor Gefahr dich ganz genau bewahren, dass dein Fuß möge sicher sein und nicht vielleicht an einen Stein zu deinem Schaden fahren.

6) Du wirst auf wilden Leuen stehn und treten auf die Drachen. Du wirst ihr Gift und scharfe Zähn in deinem Sinn verlachen. Das macht's, dass Gott will bei dir sein, der spricht: Mein Knecht begehret mein, so will ich ihm beispringen. Er kennet meines Namens Zier, drum will ich ihm auch nach Begier mein Hilf und Rettung bringen.

7) Er ruft mich an, so will ich ihn ganz gnädiglich erhören. Wenn sein Feind auf ihn aus will ziehn, so will ich stehn und wehren. Ich will ihn reißen aus dem Tod und nach erlittner Angst und Not mit großer Ehr ergötzen. Ich will ihn machen lebenssatt und, wenn er g'nug gelebet hat, ins ewge Heil versetzen.

Wer wohlauf ist und gesund nur Text 1653

1) Wer wohl auf ist und gesund, hebe sein Gemüte und erhöhe seinen Mund zu des Höchsten Güte. Lasst uns danken Tag und Nacht mit gesunden Liedern unserm Gott, der uns bedacht mit gesunden Gliedern.

2) Ein gesundes frisches Blut hat ein fröhliches Leben. Gibt uns Gott dies ein'ge Gut, ist uns g'nug gegeben hier in dieser armen Welt, da die schönsten Gaben und des güldnen Himmels Zelt wir noch künftig haben.

3) Wär ich gleich wie Krösus reich, hätte Barschaft liegen, wär ich Alexandern gleich an Triumph und Siegen, müsste gleichwohl siech und schwach Pfühl und Betten drücken: würd auch mich in Ungemach all mein Gut erquicken?

4) Stünde gleich mein ganzer Tisch voller Lust und Freude, hätt ich Wildbret, Wein und Fisch und die ganze Weide, die den Hals und Schmack ergötzt: wozu würd es nützen, wann ich dennoch ausgesetzt müsst in Schmerzen sitzen?

5) Hätt ich aller Ehren Pracht, säß im höchsten Stande, wär ich mächtig aller Macht und ein Herr im Lande, mein Leib aber hätte doch auf- und angenommen der betrübten Krankheit Joch: was hätt ich für Frommen?

6) Ich erwähl ein Stücklein Brot, das mir wohl gedeihet, vor des roten Goldes Kot, da man Ach bei schreiet. Schmeckt mir Speis und Mahlzeit wohl und darf mein nicht schonen, halt ich ein Gerichtlein Kohl höher als Melonen.

7) Samt und Purpur hilft mir nicht mein Elende tragen, wenn mich Hauptweh, Stein und Gicht und die Schwindsucht plagen. Lieber will ich fröhlich gehn im geringen Kleide, als mit Leid und Ängsten stehn in der schönsten Seide.

8) Sollt ich stumm und sprachlos sein, oder lahm an Füßen, sollt ich nicht des Tages Schein sehen und genießen, sollt ich gehen spat und früh mit verschlossnen Ohren: würd ich wünschen, dass ich nie wär ein Mensch geboren.

9) Lebt ich ohne Rat und Witz, wär im Haupt verirret, hätte meiner Seelen Sitz, mein Herz, sich verwirret, wäre mir mein Mut und Sinn niemals guter Dinge: wär es besser, dass ich hin, wo ich her bin, ginge.

10) Aber nun gebricht mir nichts an erzählten Stücken, ich erfreue mich des Lichts und der Sonnen Blicken, mein Gesichte sieht sich um, mein Gehöre höret, wie der Vöglein süße Stimm ihren Schöpfer ehret.

11) Händ und Füße, Herz und Geist seind bei guten Kräften, alle mein Vermögen fleußt und geht in Geschäften, die mein Herrscher hat gestellt hier in meinem Bleiben, alsolang es ihm gefällt, in der Welt zu treiben.

12) Ist es Tag, so mach und tu ich, was mir gebühret, kommt die Nacht und süße Ruh, die zum Schlafen führet, schlaf und ruh ich unbewegt, bis die Sonne wieder mit den hellen Strahlen regt meine Augenlider.

13) Habe Dank, du milde Hand, die du aus dem Throne deines Himmels mir gesandt diese schöne Krone deiner Gnad' und großen Huld, die ich all mein Tage niemals hab um dir verschuldt, und doch an mir trage.

14) Gib, so lang ich bei mir hab ein lebendigs Hauchen, dass ich solche teure Gab auch wohl möge brauchen. Hilf, dass mein gesunder Mund und erfreute Sinnen dir zu aller Zeit und Stund alles Liebs beginnen!

15) Halte mich bei Stärk' und Kraft, wenn ich nun alt werde, bis mein Stündlein hin mich rafft in das Grab und Erde. Gib mir meine Lebenszeit ohne sonderm Leide, und dort in der Ewigkeit die vollkommne Freude!

Wie der Hirsch im großen Dürsten schreiet nur Text

1) Wie der Hirsch im großen Dürsten schreiet und frisch Wasser sucht, also sucht dich Lebensfürsten meine Seel in ihrer Flucht. Meine Seele brennt in mir lechzet, dürstet, trägt Begier nach dir, o du süßes Leben, der mir Leib und Seel gegeben.

2) Ach, wann werd ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht, das gewünschte Licht der Frommen, schau mit meiner Augen Licht! Meine Tränen sind mein Brot Tag und Nacht in meiner Not, wann mich schmähen meine Spötter: wo ist nun dein Gott und Retter?

3) Wenn ich dann des inne werde, schütt ich mein Herz bei mir aus, wollte gerne mit der Herde deiner Kinder in dein Haus. Ja, in dein Haus wollt ich gern gehen und dir, meinem Herrn, in der Schar, die Opfer bringen, mit erhobner Stimme singen.

4) Was bist du so hoch betrübet und voll Unruh, meine Seel? Harr auf Gott, der herzlich liebet und wohl siehet, was dich quäl. Ei, ich werd ihm dennoch hier fröhlich danken, dass er mir, wann mein Herz ich zu ihm richte, hilft mit seinem Angesichte.

5) Mein Gott, ich bin voller Schande, meine Seele voller Leid, darum denk ich dein im Lande bei dem Jordan an der Seit, da Hermonim hoch herfür und hingegen meine Zier, zion, ein klein wenig steiget und dir Kron und Zepter neiget.

6) Deines Zornes Fluten sausen mit Gewalt auf mich daher. Dein Gericht und Eifer brausen wie das tiefe weite Meer. Deine Wellen heben sich hoch empor und haben mich mit ergrimmten Wasserwogen fast zu Grund hinabgezogen.

7) Gott der Herr hat mir versprochen, wann es Tag ist, seine Güt, und wann sich die Sonn verkrochen, heb ich zu ihm mein Gemüt, spreche: Du mein Fels und Stein, gegen welchen alles klein, dem ich in dem Schoß gesessen, warum hast du mein vergessen?

8) Warum muss ich gehn und weinen Über meiner Feinde Wort? Es ist mir in meinen Beinen durch und durch als wie ein Mord, wann sie sagen: Wo ist nun dein Gott und sein großes Tun? Davon, wann du sicher lagest, du so viel zu rühmen pflagest.

9) Was bist du so hoch betrübet und voll Unruh, meine Seel? Harr auf Gott, der herzlich liebet und wohl siehet, was dich quäl! Ei, ich werd ihm dennoch hier fröhlich danken für und für, dass er meinem Angesichte sich selbst gibt zum Heil und Lichte.

Wie ist es möglich, höchstes Licht nur Text

1) Wie ist es möglich, höchstes Licht, dass, weil vor deinem Angesicht doch alles muss erblassen, ich und mein armes Fleisch und Blut dir zu entgegen ein'gen Mut und Herze sollten fassen?

2) Was bin ich mehr als Erd und Staub? Was ist mein Leib als Gras und Laub? Was taugt mein ganzes Leben? Was kann ich, wenn ich alles kann? Was hab und trag ich um und an, als was du mir gegeben?

3) Ich bin ein arme Mad' und Wurm, ein Strohhalm, den ein kleiner Sturm gar leichtlich hin kann treiben. Wenn deine Hand, die alles trägt, mich nur ein wenig trifft und schlägt, so weiß ich nicht zu bleiben.

4) Herr, ich bin nichts! Du aber bist der Mann, der alles hat und ist, in dir steht all mein Wesen. Wo du mit deiner Hand mich schreckst, und nicht mit Huld und Gnaden deckst, so mag ich nicht genesen.

5) Du bist getreu, ich ungerecht, du fromm, ich gar ein böser Knecht und muss mich wahrlich schämen, dass ich bei solchem schnöden Stand aus deiner milden Vaterhand ein einzges Gut sollt nehmen.

6) Ich habe dir von Jugend an nichts andres als Verdruss getan, bin Sünden voll geboren. Und wo du nicht durch deine Treu mich wieder machest los und frei, so wär ich gar verloren.

7) Drum sei das Rühmen fern von mir, was dir gebührt, das geb ich dir, du bist allein zu ehren. Ach lass, Herr Jesu, meinen Geist und was aus meinem Geiste fleußt, zu dir sich allzeit kehren!

8) Auch wenn ich gleich was wohl gemacht, so hab ich's doch nicht selbst verbracht, aus dir ist es entsprungen. Dir sei auch dafür Ehr und Dank, mein Heiland, all mein Leben lang und Lob und Preis gesungen.

Wie ist so groß und schwer die Last nur Text

1) Wie ist so groß und schwer die Last, die du uns aufgeleget hast, o aller Götter Gott! Der du streng und eifrig bist dem, der nicht fromm und heilig ist.

2) Die Last, die ist die Kriegesflut, so jetzt die Welt mit rotem Blut und heißen Tränen füllt. Es ist das Feu'r, das hitzt und brennt, so weit fast Sonn' und Mond sich wend't.

3) Groß ist die Last, doch ist dabei dein starker Schutz und Vatertreu uns gar nicht unbekannt. Du strafst, und mitten in dem Leid erzeigst du Lieb' und Freundlichkeit.

4) Wir, unsers Teils, sind dir verpflicht't dafür, dass du dein Heil und Licht uns niemals ganz versagt. Viel and're hast du abgelohnt, uns hast du ja noch oft verschont.

5) Wie manchmal hat sich hier und dar ein großes Wetter der Gefahr um uns gezogen auf. Dein Hand, die Erd' und Himmel trägt, hat Sturm und Wetter beigelegt.

6) Wie oftmals hat bei Tag und Nacht der Feinde List und große Macht uns, deine Herd', umringt. Du aber, o du treuer Hirt hast unsern Wolf zurückgeführt.

7) Viel unsrer Brüder sind geplagt, von Haus und Hof dazu verjagt. Wir aber haben noch beim Weinstock und beim Feigenbaum ein jeder seinen Sitz und Raum.

8) Sieh an, mein Herz, wie Stadt und Land an vielen Orten ist gewandt zum tiefen Untergang. Der Menschen Hütten sind zerstört, die Gotteshäuser umgekehrt.

9) Bei uns ist ja noch Polizei, auch leisten wir noch ohne Scheu dem Herren seinen Dienst. Man lehrt und hört ja fort und fort alltäglich bei uns Gottes Wort.

10) Wer dieses nun will nicht verstehn, lässt's in die Luft und Winde gehn und bei so hellem Licht nicht Gottes Gnad' und Güt' erkennt, der ist fürwahr durchaus verblend't.

11) O frommer Gott, nimm von uns hin solch Unvernunft, richt' unsern Sinn, dass wir zur Dankbarkeit mit Lobgesang und süßem Ton uns finden stets vor deinem Thron.

12) Nicht unserm Werk, nicht unserm Tun, allein dir, dir, o Gnadenbrunn', gebührt all Ehr und Ruhm. Wir haben Zorn und Tod verschuld't, du zahlest uns mit Lieb' und Huld.

13) Lass diese Lieb', als eine Glut, in uns entzünden Herz und Mut, gib engelische Brunst, dass alle unsre Äderlein zu singen dir bereitet sein.

14) Lass auch einmal, nach so viel Leid uns wieder scheinen unsre Freud, des Friedens Angesicht, das mancher Mensch noch nie einmal geschaut in diesem Jammertal.

15) Sind wir's nicht wert, so sieh doch an die, so kein Unrecht je getan, die kleinen Kinderlein. Soll'n sie denn in der Wiegen noch mittragen solches schweres Joch?

16) Erbarm dich, o barmherzigs Herz, so vieler Seufzer, die der Schmerz uns aus dem Herzen zwingt. Du bist ja Gott und nicht ein Stein, wie kannst du denn so harte sein?

17) Wir sind an bösen Wunden krank, voll Eiter, Striemen, Kot und Stank, du Herr bist unser Arzt! Gieß ein, gieß ein dein Gnadenöl, so wird geheilet Leib und Seel'.

18) Nun, du wirst tun, das glauben wir, obgleich noch wenig scheinen für die Mittel in der Welt. Wenn alle Mittel stille stehn, dann pflegt dein Helfen anzugehn.

Wie lang, o Herr! wie lange soll nur Text

1) Wie lang, o Herr, wie lange soll dein Herze mein vergessen? Wie lange soll ich Jammers voll mein Brot mit Tränen essen? Wie lange willst du nicht mir dein Angesicht zu schauen reichen dar? Willst du denn ganz und gar dich nun von mir verbergen?

2) Wie lange soll die Trauerhöhl in Sorgen ich besitzen? Wie lange soll mein arme Seel in diesem Bade schwitzen? Soll ich denn alle Tag immer lauter Plag, die Welt im Gegenteil nur immer lauter Heil nach ihrem Wunsche haben?

3) Ach, schaue doch von deinem Saal und siehe, wie ich leide! Mein Herzensweh und große Qual ist meiner Feinde Freude. Herr, mein getreuer Hort, hör an meine Wort, die ich, durch Trübsal hier gepresset, schütt herfür; lass dein Gemüt erweichen!

4) Erleuchte meiner Augen Licht, mit deinem Gnadenwinke, damit ich in dem Tode nicht enschlafe noch versinke! Gib, dass die böse Rott nicht treib ihren Spott aus mir und meinem Fall, als hätt ich überall verspielet und verloren.

5) Ich steh und hoffe steif und fest darauf, dass du die Deinen nicht endlich untergehen lässt. Kannsts auch nicht böse meinen; obs gleich bisweilen scheint, als wärst du uns feind und gänzlich abgewendt, so find sich doch behend dein Vaterherze wieder.

6) Mein Herze lacht vor großer Freud, wann ich bei mir bedenke, wie herzlich gern in böser Zeit dein Herz sich zu uns lenke. Der Herr ist frommes Muts, tut uns nichts als Guts. Das ist mein Lobgesang, den ihm zum Ehrendank ich hier und dort will singen.

Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ nur Text 1666

1) Wie schön ist's doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande heiliger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild herab aus deiner heiligen Höhe, wenn sich an dich fleißig halten Jung und Alten, die im Orden eines Lebens einig worden.

2) Wenn Mann und Weib sich wohl verstehn und unverrückt zusammengehn im Bande reiner Treue, da geht das Glück in vollem Lauf, da sieht man, wie der Engel Hauf im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott gibet dem Paar, das in ihm sich liebet.

3) Der Mann wird einem Baume gleich, an Ästen schön, an Zweigen reich; das Weib gleicht einem Reben, der seine Träublein trägt und nährt und sich je mehr und mehr vermehrt mit Früchten, die da leben. Wohl dir, o Zier, Mannes Sonne, Hauses Wonne, Ehrenkrone! Gott denkt dein bei seinem Throne. (Psalm 128)

4) Dich, dich hat er sich auserkorn, dass aus dir werd herausgeborn das Volk, das sein Reich bauet; sein Wunderwerk geht immer fort, und seines Mundes starkes Wort macht, dass dein Auge schauet schöne Söhne, Töchter züchtig, die fein tüchtig nähn und spinnen und mit Kunst die Zeit gewinnen.

5) Seid gutes Muts! Wir sind es nicht, die diesen Orden aufgericht, es ist ein höhrer Vater; der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rater. Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl uns weislich lenken.

6) Zwar bleibt's nicht aus: es kommt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Tränen lasset schießen; jedennoch wer sich in Geduld ergibt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Schweige, beuge dich ein wenig; unser König wird behende machen, dass die Angst sich wende.

7) Wohl her, mein König, nah' herzu! Gib Rat im Kreuz, in Nöten Ruh, in Ängsten Trost und Freude. Des sollst du haben Ruhm und Preis; wir wollen singen besterweis und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig loben werden. Amen.

Wie soll ich dich empfangen nur Text 1653

1) Wie soll ich dich empfangen und wie begegn' ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier? O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergötze, mir kund und wissend sei.

2) Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß.

3) Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud, als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid? Als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht.

4) Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht lässt verzehren, wie irdisch Reichtum tut.

5) Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast.

6) Das schreib dir in dein Herze, du hochbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt, ihr habet die Hilfe vor der Tür; der eure Herzen labet und tröstet, steht allhier.

7) Ihr dürft euch nicht bemühen noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewusst.

8) Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sünden Schuld; nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu Trost und wahrem Heil, schafft, dass bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil.

9) Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zu wenig zum Widerstande seind.

10) Er kommt zum Weltgerichte: zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freudensaal.

Wie soll ich dich empfangen (Kanon) nur Text 1653

Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier?

Wie soll ich dich empfangen (Kanon) nur Text 1653

1) Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir, o aller Welt Verlangen?

2) Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen.

Wir singen dir, Immanuel nur Text 1653

1) Wir singen dir, Immanuel, du Lebensfürst und Gnadenquell, du Himmelsblum und Morgenstern, du Jungfraunsohn, Herr aller Herrn. Halleluja!

2) Wir singen dir mit deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, dass du, o lang gewünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja!

3) Vom Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar. Halleluja!

4) Vor andern hat dein hoch begehrt der Hirt und König deiner Herd; der Mann, der dir so wohl gefiel, wann er dir sang auf Saitenspiel. Halleluja!

5) Ach dass der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach dass die Hilfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein. Halleluja!

6) Nun bist du hier, da liegest du, hältst in dem Kripplein deine Ruh; bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und bist doch bloß. Halleluja!

7) Du kehrst in fremder Hausung ein, und sind doch alle Himmel dein; trinkst Milch aus deiner Mutter Brust und bist doch selbst der Engel Lust. Halleluja!

8) Du hast dem Meer sein Ziel gesteckt und wirst mit Windeln zugedeckt; bist Gott und liegst auf Heu und Stroh, wirst Mensch und bist doch A und O. Halleluja!

9) Du bist der Ursprung aller Freud und duldest so viel Herzeleid; bist aller Heiden Trost und Licht, suchst selber Trost und findst ihn nicht. Halleluja!

10) Du bist der süß’ste Menschenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind; Herodis Heer hält dich für Greul und bist doch nichts als lauter Heil. Halleluja!

11) Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht; ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja!

12) Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja!

13) Hast du doch selbst dich schwach gemacht, erwähltest, was die Welt veracht’t; warst arm und dürftig, nahmst vorlieb da, wo der Mangel dich hintrieb. Halleluja!

14) Du schliefst ja auf der Erden Schoß; so war dein Kripplein auch nicht groß; der Stall, das Heu, das dich umfing, war alles schlecht und sehr gering. Halleluja!

15) Darum so hab ich guten Mut: Du wirst auch halten mich für gut. O Jesulein, dein frommer Sinn macht, dass ich so voll Trostes bin. Halleluja!

16) Bin ich gleich sünd- und lastervoll, hab ich gelebt nicht, wie ich soll, ei, kommst du doch deswegen her, dass sich der Sünder zu dir kehr. Halleluja!

17) Hätt ich nicht auf mir Sündenschuld, hätt ich kein Teil an deiner Huld; vergeblich wärst du mir geborn, wenn ich nicht wär in Gottes Zorn. Halleluja!

18) So fass ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frei; du trägst den Zorn, erwürgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Not. Halleluja!

19) Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigentum und will, so viel dein Geist mir gibt, stets dienen dir, wie dir’s beliebt. Halleluja!

20) Ich will dein Halleluja hier mit Freuden singen für und für und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl. Halleluja!

Wohl dem Menschen, der nicht wandelt nur Text

1) Wohl dem Menschen, der nicht wandelt in gottloser Leute Rat! Wohl dem, der nicht unrecht handelt noch tritt auf der Sünder Pfad! Der der Spötter Freundschaft fleucht, und von ihren Sesseln weicht, der hingegen liebt und ehret was uns Gott vom Himmel lehret.

2) Wohl dem, der mit Lust und Freuden das Gesetz des Höchsten treibt und hier, als auf süßer Weiden, Tag und Nacht verharrend bleibt! Dessen Segen wächst und blüht wie ein Palmbaum, den man sieht bei den Flüssen an der Seiten seine frischen Zweig ausbreiten.

3) Also, sag ich, wird auch grünen, wer in Gottes Wort sich übt, Luft und Sonne wird ihm dienen, bis er reiche Früchte gibt. Seine Blätter werden alt und doch niemals ungestalt. Gott gibt Glück zu seinen Taten, was er macht, muss wohl geraten.

4) Aber wen die Sünd erfreuet, mit dem gehts viel anders zu: er wird wie die Spreu zerstreuet von dem Wind im schnellen Nu. wo der Herr sein Häuflein richt, da bleibt kein Gottloser nicht. Summa: Gott liebt alle Frommen, und wer bös ist, muss umkommen.

Wohl dem, der den Herren scheuet nur Text

1) Wohl dem, der den Herren scheuet und sich fürcht't vor seinem Gott, selig, der sich herzlich freuet, zu erfüllen sein Gebot! Wer den Höchsten liebt und ehrt, wird erfahren, wie sich mehrt alles, was in seinem Leben ihm vom Himmel ist gegeben.

2) Seine Kinder werden stehen wie die Rosen in der Blüt, sein Geschlecht wird einher gehen voller Gnad und Gottes Güt. Und was diesen Leib erhält, wird der Herrscher aller Welt reichlich und mit vollen Händen ihnen in die Häuser senden.

3) Das gerechte Tun der Frommen steht gewiss und wanket nicht. Sollt auch gleich ein Wetter kommen, bleibt doch Gott, der Herr, ihr Licht, tröstet, stärket, schützt und macht, dass nach ausgestandner Nacht und nach hochbetrübtem Weinen Freud und Sonne wieder scheinen.

4) Gottes Gnad', Huld und Erbarmen bleibt den Frommen immer fest. Wohl dem, der die Not der Armen sich zu Herzen gehen lässt und mit Liebe Gutes tut. Den wird Gott, das höchste Gut, gnädiglich in seinen Armen als ein liebster Vater wärmen.

5) Wenn die schwarzen Wolken blitzen vor dem Donner in der Luft, wird er ohne Sorgen sitzen wie ein Vöglein in der Kluft. Er wird bleiben ewiglich, auch wird sein Gedächtnis sich hie und da auf allen Seiten wie die edlen Zweig' ausbreiten.

6) Wenn das Unglück an will kommen, das die rohen Sünder plagt, bleibt der Mut ihm unbenommen und das Herze unverzagt. Unverzagt, ohn Angst und Pein bleibt das Herze, das sich fein seinem Gott und Herren ergibet und die, so verlassen, liebet.

7) Wer betrübte gern erfreuet, wird vom Höchsten wohl ergötzt, was die milde Hand ausstreuet, wird vom Himmel hoch ersetzt. Wer viel gibt, erlanget viel: was sein Herze wünscht und will, das wird Gott mit gutem Willen schon zu rechter Zeit erfüllen.

8) Aber seines Feindes Freude wird er untergehen sehn. Er, der Feind, vor großem Neide wird zerbeißen seine Zähn, er wird knirschen und mit Grimm solches Glück missgönnen ihm und doch damit gar nichts wehren, sondern sich nur selbst verzehren.

Zieh ein zu deinen Toren nur Text 1653

1) Zieh/Zeuch ein zu deinen Toren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich verloren, mich neugeboren hast, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist.

2) Zieh ein, lass mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft. Entsündge meinen Sinn, dass ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste die ich dir schuldig bin.

3) Du bist das heilge Öle dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesus Christ zum wahren Eigentum, zum Priester und Propheten, zum Kön'ge den in Nöten Gott schützt im Heiligtum.

4) Du bist ein Geist, der lehret wie man recht beten soll, dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl; es steigt zum Himmel an, es steigt und lässt nicht abe, bis der geholfen habe der allen helfen kann.

5) Du bist ein Geist der Freuden, vom Trauern hältst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manches Mal hast du mit süßen Worten mir aufgetan die Pforten zum güldnen Freudensaal!

6) Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, dass uns betrübe Zorn, Zank, Hass, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, willst, dass durch Liebesflammen sich wieder tun zusammen, die voller Zwietracht seind.

7) Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gib doch deine Gnad zum Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen was sich getrennet hat.

8) Ach, edle Friedensquelle, schließ deinen Abgrund auf, und gib dem Frieden schnelle hier wieder seinen Lauf! Halt ein die große Flut, die Flut, die eingerissen, so dass man sieht fließen wie Wasser Menschenblut!

9) O lass dein Volk erkennen die Vielheit ihrer Sünd, auch Gottes Grimm so brennen, dass er bei uns entzünd den ernsten bittern Schmerz und Buße die bereuet, des sich zuerst erfreuet ein weltergebnes Herz.

10) Auf Buße folgt der Gnaden, auf Reu der Freuden Blick; sich bessern heilt den Schaden, fromm werden bringet Glück. Herr! tu's zu deiner Ehr, erweiche Stahl und Steine, auf dass das Herze weine, der Böse sich bekehr.

11) Erhebe dich und steure dem Herzleid auf der Erd, bring wieder und erneure die Wohlfahrt deiner Herd! Lass blühen wie zuvorn die Länder so verheeret, die Kirchen so zerstöret durch Krieg und Feuerszorn.

12) Beschirm die Polizeien, bau unsrer Fürsten Thorn, dass sie und wir gedeihen; schmück als mit einer Kron die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land.

13) Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widersetzet und was deine Herz ergötzet aus unsern Herzen reißt.

14) Gib Freudigkeit und Stärke, zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut. Hilf kämpfen ritterlich, damit wir überwinden und ja zum Dienst der Sünden kein Christ ergebe sich.

15) Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wir's sollen geben in 's Todes Hände hin, wenn's mit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus!

Zweierlei bitt ich von dir nur Text

1) Zweierlei bitt ich von dir, zweierlei trag ich dir für, dir, der alles reichlich gibt, was uns dient und dir beliebt, gib mein Bitten, das du weißt, eh ich sterb und sich mein Geist aus des Lebens Banden reißt.

2) Gib, dass ferne von mir sei, Lüge und Abgötterei. Armut, das die Maße bricht, und groß Reichtum gib mir nicht. Allzu arm und allzu reich ist nicht gut, stürzt beides gleich unsre Seel' ins Sündenreich.

3) Lass mich aber, o mein Heil, nehmen mein bescheiden Teil und beschere mir zur Not hier mein täglich Bissen Brot. Ein klein wenig, da der Mut und ein gut Gewissen ruht, ist fürwahr ein großes Gut.

4) Sonsten möcht im Überfluss ich empfinden Überdruss, dich verleugnen, dir zum Spott fragen: Wer ist Herr und Gott? Denn das Herz in Frechheit voll weiß oft nicht, wann ihm ist wohl, wie es sich erheben soll.

5) Wiederum wenn's stehet bloß und die Armut wird zu groß, wird es untreu, stiehlt und stellt nach des Nächsten Gut und Geld, tut Gewalt, brauch Ränk und List, ist mit Unrecht ausgerüst't, fragt gar nicht, was christlich ist.

6) Ach, mein Gott, mein Schatz mein Licht, dieser keines ziemt mir nicht: beides schändet deine Ehr, beides stürzt ins Höllenmeer. Drum so gib mir Füll und Hüll! Also, wie dein Herze will, nicht zu wenig, zu viel.

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